Man kennt das. Bands, die das Glück haben, bereits ewige Jahre zusammen zu spielen, die Stärken und Schwächen der Mitmusiker im Detail kennengelernt zu haben, und im Grunde den Moment verpasst haben, selber mitzubekommen, dass man das, was man wirklich gut kann, so lange wiederholt, dass das Wort Inspiration weder Hülse, noch gewollten Hohn, sondern schlicht verloren gegangen ist. Man beginnt sich zu langweilen. Man nimmt plötzlich eine CD mit Coversongs auf, ein Best Off oder gleich ein Livealbum mit den besten Coversongs.

Bei uns ist das, was da gerade passiert, komplett anders. Nach dem letzten Album und wahrlichem Erlebnis "Wolkenstein", das uns scheinbar - nach dem Weckruf "Damocles" von 2011 - als Band erst so richtig geformt hat, im Grunde dafür gesorgt hat, dass wir uns gegenseitig erst wirklich als die Menschen und Musiker schätzen gelernt haben, die wir jeder für uns selbst sein wollen, ist der jetzige Prä-Genosha-Status von Porter einer der spannendsten Phasen sämtlicher Bands, deren Teil ich bislang sein durfte.

Nicht umsonst schreiben wir auf jede unserer Veröffentlichungen, das bei Turbostaat entliehene Versprechen, dass Porter exakt die Summe aus den 5 Mitgliedern waren, sind und immer sein werden. Was nicht weniger bedeutet, dass wir als Band sicher sind, sofort zu existieren aufzuhören, falls einer von uns nicht mehr dabei sein kann oder will. Wir sind nicht für die Ewigkeit gebaut und genau das macht uns geradezu unverwundbar. Wir haben künstlerisch alle, alle, alle Freiheiten und nur wir selbst können uns stoppen.

Es fühlt sich gerade einfach nur gut an, Genosha zu gestalten. Die ursprünglich bloße Idee Genosha mit Leben und Energie und Herzblut zu füllen. Ich bin übrigens überzeugt davon, dass jeder von uns - die wir zum Glück genauso verschieden sind, wie unsere musikalischen Vorlieben - sein ganz eigenes Genosha erlebt in dieser spannenden Lebensphase von Porter. Was uns wahrscheinlich eint, ist das Gefühl, vom Energie- und Substanzlevel, wieder zu unseren Wurzeln zurück zu kehren. Und damit meine ich nicht die Wurzeln von Porter, sondern den Grund eines jeden von uns, der uns einst dazu brachte, Musik als künstlerische Ausdrucksform zu wählen oder sich wählen zu lassen. Es ist Energie. Die rohe, die pure die laute.

Es ist das Gefühl zu Hause zu sein!

Und auch, wenn Volkers Speedmetalherz sich gewiss mehr Geschwindigkeit und ausladendere Enden wünscht; auch wenn Lars sich den Sound von Danzig I bis III in Reinkultur wünsch;, auch wenn Frank musikalisch eine katatonische Starre und mehr progressive Elemente wünscht; auch wenn Christian sich gewiss Musiker wünscht, die das was er uns erzählt, verstehen würden; und auch, wenn ich selbst mir wünsche, dass wir noch viel mehr Elemente des Hardcores integrieren: es ist gerade richtig spannend!

Scheißkulturwichser, wir. Ich höre die Stimmen. Aber wisst Ihr was? Das, das, genau das ist Freiheit! Wir haben uns nie gesucht. Aber wir haben uns dennoch gefunden. Und das, genau das ist pures Glück. Und aus diesem Glück - nicht aus Frust, Angst Not oder sonstigem Leiden - wird ein Album entstehen, dessen Existenz wir herbeisehen und an dem Ihr alle uns messen könnt.

Das Glück, Genosha produzieren zu können, bedeutet jedoch nicht, dass wir zufrieden wären, was dieses Land angeht. Zufrieden, was die Gesellschaft und seine populistisch angstgeprägten Minderheiten angeht, die sich auf die jämmerlich wehende Fahne das Fanal des Hasses und des Abschottens gekritzelt haben. Unsere Texte sind definitiv politisch. Und ich persönlich, als Autor, möchte sie genau so wahrgenommen wissen. Und das Geile an dieser, unserer Band ist, dass wir politisch oder religiös nicht einmal aus einem Lager kommen. Wir haben die unterschiedlichsten Ansichten über die Existenz eines liebenden Gottes oder dessen Sinnlosigkeit. Wir wählen Parteien aus dem gesamten rechtsstaatlichen Spektrum. Porter ist bunt, offen tolerant (außer wenn es um Fußball geht) in jeder Hinsicht, vielleicht unser größtes Pfund. Toleranz.

Und trotz unterschiedlicher Ansichten, gibt es nicht den mindesten Dissens, dass wir festen Willens vereint gegen jede totalitäre Struktur stehen, gegen Hass der sich gegen Minderheiten richtet, gegen jede Art von Rechtsextremismus, sei es der alte, der neue, der verdammt noch mal postfaktische der Idioten.

Falls Ihr also gewillt seid, offenen Ohres eine offene Gesellschaft, jenseits von idiotischer Terrorangst zu leben: you're welcome. 
Ansonsten geht zu Mario Barth.

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Im Grunde wollte ich zu diesem Thema "US"-Wahl gar nichts bloggen. Die Impulsreaktionen sind längst via Twitter raus und binnen eines Tages haben alle Lager, alles von wirklich allen Seiten beleuchtet. Nun sind die einen noch immer geschockt, die anderen jubeln noch immer und wieder andere schütteln noch immer den Kopf über die geringe Selbstachtung von Trumps Wählerschaft, die im Falle von Latinos oder Frauen offen ihren Masochismus zur Schau gestellt hat.

Man kann sich wahrscheinlich noch 100 Jahre darüber wundern, dass enttäuschte Menschen gegen das weiße Establishment rebellieren wollen, und dies ausgerechnet damit versuchen, indem sie dann genau jene, wohl fieseste Gallionsfigur des weißen Establishments, einen egomanen Milliardär, an die Spitze ihres Landes wählen. Muss man nicht verstehen, ist aber Fakt.

Gesunden Verstandes würde man den meisten Menschen objektiv zutrauen, einen Sexisten zu erkennen, wenn er sich selbst nicht einmal versteckt. Auch sollte man meinen, einen offenkundigen Rassisten, würde die große Mehrheit im Jahre 2016 aussortieren. Nun kann man natürlich Herrn Freud bemühen, und seine Wähler als seine scheinbaren Gesinnungsgenossen darstellen, denen es eventuell sogar imponiert, dass endlich mal wieder ein Mann, ein ganzer Kerl, die Sachen sagt, die man selber gerne sagen würde, die Sachen macht, die man selber gerne machen möchte. Cheauvinismus olé! Kann man machen, wäre aber billig *hüstel*.

Das was mich aber eigentlich umtreibt, ist etwas ganz anderes. Und daher habe ich mich auch umentschieden und schreibe eben doch diesen Blog.

Mich fasziniert bei der ganzen Sache zum einen das - aus populistischer Sicht sicherlich logisch begründete - Selbstverständnis der rechten Parteien Europas, die heute sofort ihre braunen Fähnchen empor gerissen haben, um dem neuen Heilland, pardon Heiland zu huldigen, immer in der glühenden Gewissheit, sich selbst ebenfalls alsbald in Amt und Würden und Macht zu sehen. Das Abstoßende dabei ist vor allem dieser tumbe wie erfundene Irrglaube, dass nun die etablierte Politik sowie die etablierten Medien komplett abgestraft wurden und versagt hätten. Wie, zur verfickten Hölle, kommt Ihr kleinen Jammerlappen darauf, dass solche Dinge wahr werden, nur weil man sie ständig wiederholt?! Der Journalismus in diesem Land, ist einer der Garanten für unsere Demokratie. Oh stimmt ja, Demokratie mögt Ihr ja nur, solange das rechte Stimmvieh für Euch kreuzt.

Und hier ist der Punkt, den ich unglaublich spannend wie gleichermaßen irritierend finde. Hier wähnt sich eine Gruppe von Menschen, enttäuscht die einen, machthungrig die anderen, als Revolutionäre. Die AfD, der Front Nationale, sollen sie heißen wie sie wollen, es gibt sie in allen demokratischen Ländern. Sie alle tragen die seltsame Mär einer Revolution gegen "die da oben" vor sich her und überrollen damit all jene, die in unserem Fall, in einem der freiesten und wohlhabendsten Länder der Welt leben, gleichzeitig aber scheinbar wenig in ihrem Ego gestreichelt werden, ein klein wenig in der öffentlichen Sonne zu stehen. Bisher dachte ich immer, RTL II und Co. würden sich ausreichend um dieses Klientel kümmern - und schon während ich das schreibe, höre ich die Stimmen der Aluhutträger und Verschwörungstheoretiker da Wort "Elite" tuscheln und das Stroh für die Scheiterhaufen sammeln.

Leute, es ist keine Revolution, die Ihr da unterstützt!
Es ist ein schlichtes Wegrennen, ein Zurückweichen vor der Freiheit die unsere Zeit Euch bieten könnte.
Es ist ein Straucheln, ein Wanken.
Es ist ein wehklagendes "Mimimi" des sich zurück in den schützenden Bauch von Mami, respektive zurück in klare Rollenbilder der verdrucksten und verklemmten 50er und 60er Jahre, wünschenden Klientels all jener, die der Menschheit im Jahre 2016 erzählen möchten, dass wir Trennungen brauchen.
Es ist der seltsame, anachronistische Wunsch, dass wir Unterschiede machen müssen mit Abgrenzungen zwischen Homo- und Heterosexuellen, zwischen Schwarzen und Weißen, zwischen Männern und Frauen, zwischen Einheimischen und Fremden. Etwas, das wir doch längst überwunden haben sollten. Neandertal rulet nicht mehr, Kinder.
Es ist das bloße Zurschaustellen von Angst vor allem was Ihr nicht kennt.
Es ist in kaum noch zu übertreffendem Maße peinlich.

Und was treibt diese Menschen, die sich das Gestern zurück wünschen? Sie alle treibt Angst. Es ist die nackte Angst. Und die ist niemals rational. Wir alle scheinen unseren Anteil daran zu haben, dass so viel Menschen unter uns leben, deren Leben von Angst bestimmt wird. Und der Verstand sagt mir, wir müssen diese Verzweifelten, so sie es denn sind, irgendwie abholen.

Aber ganz ehrlich – ich bin nicht bereit für diesen Escort-Service in die Zukunft den Preis zu zahlen, der da heißt: Rassismus, Cheauvinismus, Sexismus.    

Ach so, bevor ich es vergesse ... warum blogge ich denn überhaupt entgegen meines ersten Impulses etwas zu diesem Themenkomplex? Das ist so simpel, wie die Meinungen der Populisten: ich werde Euch nicht das Feld der Meinungsbildung überlassen, niemals! Und Trump ist halt da. Selbst Schuld.




Man muss auch jenseits von Politik, Kultur, Problemen und dem ganzen Scheiß, den das Leben zweifelsfrei automatisch, immer wieder und für wirklich jeden einfach so mit sich bringt, einfach mal glücklich sein können. Ich bin`s gerade.























Eine kleine ergänzende Richtigstellung nach 7 Tagen Praxistest:

Ich muss meine vor einer Woche spontan wirklich schlechte Meinung zur Pokémon Go Plus ein klein wenig ins Positive korrigieren.

Ja okay, das billige Plastikteilchen ist immer noch ein ... na, billiges Plastikteilchen. Und ja, es funktioniert immer noch nicht reibungslos. Ständig reißt die Verbindung zum Smartphone ab und die App muss teilweise neu gestartet werden, damit sie wieder zustande kommt. Außerdem reagiert sie gerade beim Fahren auf Pokestops zu spät, so dass kein Loot eingesammelt werden kann.

ABER – es gibt sie, die Pluspunkte: 

-> PLUS 1 – Laufen lohnt sich

Ich trage die Pokémon Go Plus in der Tat täglich und muss sagen: das wirklich geile und antreibende Feature, ist das Kilometerzählen auch bei nicht eingeschaltetem Bildschirm. Ob Kilometer fürs Ei oder für den jeweiligen Buddy. Ich brauche für ein 10 Kilometer-Ei nur noch knapp 1 Tag. Und das ist nun wirklich ein Beschleuniger.

-> PLUS 2 – Die Früherkennung
Zudem verpasst man halt kein einziges Pokémon mehr, weil man durch die PGP durch sanftes, illuminiertes Vibrieren bereits kurz vor dem eigentlichen Auftauchen des Monsters, auf sein Erscheinen vorbereitet wird.

-> PLUS 3 – Gewusst wo
Ebenfalls gut ist die punktgenaue Angabe, wo das Pokémon erscheint. So kann man sich mit ein paar Schritten in die Richtung doch das eine oder andere Monster mehr einsacken. Der subjektive Eindruck, dass mit Tragen der PGP schlicht mehr Pokémons auftauchen, kann nicht wirklich verifiziert werden.

-> PLUS 4 – Zeit ist Geld ist Loot
Schlussendlich ist es ein wahrer Komfort und Spielvorteil, wenn man sich - wie ich - glücklich schätzen kann, weil man sich dauerhaft in Reichweite eines Pokestops befindet, so dass man im Grunde alle paar Minuten, mittels beiläufigen Drucks auf den blau leuchtenden Knopf, sein Loot und somit wertvolle Punkte einsammeln kann.

Ob einem das nun alles 45 Euro Wert ist, muss natürlich immer noch jeder selbst entscheiden. Ich persönlich habe die Entscheidung - trotz fortwährender Zweifel und Unzulänglichkeiten - (noch) nicht bereut.  

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was man im Hause Niantic noch so an Verbesserungen der oben bereits kritisierten Zustände, mit zukünftigen Updates heraus hauen wird.

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Weiterlesen:
POKEMON GO PLUS – IN DER PRAXIS EHER MINUS




Pokémon Go(es not so good with) Plus.

So der allererste Eindruck des neuen Handgelenkgadgets von Niantic. Das kleine Plus entpuppt sich auf den ersten Blick eher als Minus. Bevor ich mich in Abhandlungen verliere, ob es wirklich einen Sinn ergibt, ein Stück billigstes Plastik mit Bluetooth-Funktion für den Minimumpreis von 45 Euro zu erwerben, nur um dafür einen einzigen Knopf am Handgelenk zu tragen, der einem die Bedienung eines Smartphonespiels zu verkomfortabilisieren erlaubt, schicke ich vorweg: ich wurde ja nicht gezwungen, ich habe es freiwillig und voller Vorfreude erworben.

Das wundersame Dingen ist von billigster Verarbeitung und wird wahlweise getragen wie eine Uhr oder wie eine Brosche an Hemd oder Jacke und bietet in der Optik des Pokémon Go-Logos lediglich einen kleinen, runden LED-illuminisierten Knopf, der je nach Ereignis im Spiel in Grün, Rot, Blau, Gelb, Weiß oder kunterbunt leuchtet. Dazu gibt es einen Vibratiosalarm, der einen überhaupt erst einmal zum "Gerät" schauen lässt.

In der Theorie klang es bereits etwas dürftig, zumal man lediglich Pokestops bedienen (bei blauem Licht), Pokémons die man bereits im Pokedex hat einzufangen versuchen (bei grünem Licht) oder dasselbe mit unbekannten Pokémons (bei gelbem Licht) versuchen kann.

In der Praxis erweist sich das schlichte Plastik dann zudem noch als extrem ärgerlich. Betätigt man nämlich den Knopf, um ein Pokémon in der Nähe zu fangen, hat man genau einen Versuch. Blinkt der Knopf nach diesem nicht kunterbunt sondern rot, ist das Tierchen schlicht weg. Abgesehen davon, kann man auch keine Pokebälle auswählen, sondern wirft blind. Absolutes fail.

Was noch auffällt ist, dass die Verbindung zwischen App und Gerät nicht wirklich stabil ist. Viel zu oft bemerkt man im Test, dass das kleine Icon auf dem Spielscreen plötzlich dunkel wird, was den Verlust der Connection anzeigt.

Ein Sonder-Buck - allerhöchsten Nervfaktors - ist noch dazu, dass sich die Verbindung zwischen App und Gerät jedesmal trennt, wenn man ein Pokémon dann via Smartphone gefangen hat. Zumindest auf Android. Ich hoffe, das wird gefixt mit dem nächsten Update.

Das wirkliche Plus sehe ich eigentlich ausschließlich darin, dass Pokestops mühelos und ohne Aufwand geplündert werden können und man zudem halt jederzeit mitbekommt, wenn ein Pokémon in der Nähe ist, ohne aufs Display schauen zu müssen - was natürlich auch wertvolle Akkuzeit spart.

Alles in allem ist das Poémon Go Plus-Gadget noch etwas schlechter als ohnenhin schon erwartet. Ich bin zwar noch nicht so genervt, dass ich es postwendend zurück sende, dazu ist die gerade erwähnte Pokestop-Funktion einfach auch wieder zu praktisch, aber wenn das Preis-Niveau nicht rapide sinkt, wird das Dingen ein Flop.









































Ja, wir posten alle Hornbach-Werbung in unseren facebook-Profilen, weil die so unglaublich cool ist.

Ja, wir sind alle immer gerade die Stadt, die durch feige Terrorakte erschüttert wird.

Ja, alle sind immer für Außenseiter wie Finnland, weil die so lustige Bärte haben und UH machen.

Ja, natürlich lachen wir alle über dieEngländer und Ihren Selbstarschtritt.

Ja, wir kaufen alle nach jeder Keynote immer das neueste Smartphone, weil das noch besser ist.

Ja, ohne Frage finden wir alle Katzenbabys auf Instagram süß.

Ja, wir widersprechen alle innerlich und voll wütend den Facebook-AGBs, weil die so böse sind.

Ja, selbstverständlich sind wir alle empört über alle Politiker, weil ... ach egal.

Ja, natürlich finden wir alle den neuesten Song von Rihanna doll, weil die so schön tanzt.

Ja, aber klaro, wir alle meckern über Tatort, weil man den ja gucken muss.

Ja, ohne Frage kaufen wir alle bei Amazon, weil die halt so schnell sind.

Ja sicher sind wir alle Individualisten.




Es sind stets die im Wortsinn bösen Menschen, die den Fortschritt der Menschheit durch ihren Missbrauch von modernen, friedlich zu nutzenden Technologien behindern, zurückwerfen und pervertieren.

Das gilt in dem selben Maße für Staatenlenker, die sich im Namen der Sicherheit die Angst der Bevölkerung zu nutze machen, um ihre persönliche Macht auszubauen, zu festigen, gar auf ihr Leben bezogen „ewig“ zu zementieren, wie auch gleichermaßen für Kleinkriminelle oder gescheiterte und schwache Menschen, die sich daher in Gruppen gleichgesinnter Feiglinge zusammen schließen und als Terroristen verdingen, um friedliebende Menschen leidvoll spüren zu lassen, dass die Welt so nicht hätte mit ihnen umgehen dürfen. In beiden Fällen ist es die Dummheit – für die in erster Linie wohl niemand etwas kann, der man aber entgegen treten muss – manifestiert in so unterschiedlichen Ausprägungen wie Egoismus, Hass, Neid, Angst oder einfach Raffgier, die seit Menschengedenken den Frieden nicht nur stört, sondern nachhaltig verhindert. Von der Entdeckung des Feuers, über die Dampfmaschine bis hin zur Hightech-Drohne. Keine Erfindung, keine Errungenschaft, nicht einmal ein Spielzeug, das nicht irgendwann von irgendjemandem, der mit einem der zuvor erwähnten Mankos ausgestattet ist, zu seinem vermeidlichen Vorteil gegen andere pervertiert wird.

Ich habe dennoch Hoffnung. Ich muss verrückt sein.   





Glück. Es ist relativ bescheuert über Glück zu schreiben, wenn man glücklich ist. Ähnlich idiotisch ist es nur, über Glück zu schreiben, wenn man unglücklich ist. Bleibt die scheinbar stets sinnfreie Frage, was ist Glück und wann verdammt noch mal ist denn nun der richtige Zeitpunkt, sich seiner Gedanken über Glück bewusst zu werden und diese zu äußern.

Ich glaube, die meisten Blogposts habe ich stets dann geschrieben, wenn ich mich einem starken Gefühl ausgesetzt sah, dass ich ganz allein für mich verarbeiten musste, um es zu verstehen, es zu ertragen. Sei es – und das scheint des Öfteren vorzukommen – absolute Verärgerung über die ein oder andere Ungerechtigkeit, im Politischen wie im Privaten, oder aber – und auch das verspüre ich zum Glück ähnlich oft – eine tiefsitzende Liebe zu Menschen, Musik, Situationen, ja sogar zu Landschaften.

Im Moment ist es halt dieses kurze Wörtchen Glück. Ich fühle mich gerade glücklich. Und das, weil es einem kleinen Menschen, für den ich die volle Verantwortung trage, gut geht, weil er scheinbar und sehr offensichtlich gerade glücklich ist. Ja okay, vielleicht ist auch hier wieder diese „Liebe“ im Spiel. Aber Liebe kann man – so glaube ich – dauerhaft empfinden. Glück eher nicht.   

Glück ist ein kurzes Aufflackern jener Dinge, von denen man, sie hier und da erleben und empfinden zu können, schon immer eine vage Ahnung hatte.

Glück ist scheinbar keine Onanie. Sich selber wirkliches Glück zu verschaffen ist schwer bis unmöglich. Zumindest für mich. Irgendwie gehört es wohl dazu, zu wissen, dass es einem anderen Menschen, oder auch Tier, ich denke auch das geht, gut geht. Das ist ja das Ding mit dem Glück. Man erkennt es, wenn man es sieht, aber man kann es kaum willentlich herbeiführen. Dazu gehören viel zu viele Faktoren, und auch das klingt schon wieder bescheuert technisch, so als gäbe es eine Formel. Nein. Die gibt es nicht.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass ich mich – ähnlich wie bei ein paar Blogselbstgesprächen vor zwei Jahren – einmal mehr in fast 1000 Meter Höhe befinde und mangels jeglicher, gelernter und angewöhnter Verbindung zur Außenwelt nur dieses innere Zwiegespräch führen kann.

Es ist viel mehr die Erkenntnis, dass es zum einen nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Und zum anderen, ist mir gerade mehr als klar, dass es beim Empfinden, beim Genießen von Glück im Grunde nie um einen selbst geht. Ich bin fest überzeugt davon, dass ein Egoist niemals pures Glück empfinde kann.  Ja gut, vielleicht wünsche ich mir auch ein wenig, und das natürlich in boshafter Absicht, dass all die Egomanen da draußen niemals glücklich werden, mit ihrer „Ich-zuerst-Nummer“. Aber im Grunde – und zum Glück – ist das auch gerade scheißegal.

Ich denke, ich trage – und so simpel ist es vielleicht wirklich – das Erbe meines Vaters in mir, eines Mannes, der auch immer dann am Glücklichsten wirkte, wenn er etwas für seine Lieben tun konnte. Wie oft habe ich als Kind gedacht, „warum macht er das denn jetzt, da davon hat er doch gar nichts.“. Heute weiß ich, doch, er hatte etwas davon. Es machte ihn glücklich. Er war kein reiner Altruist, natürlich nicht. Aber es ging ihm immer dann gut, wenn es uns gut ging. Heute weiß ich, ich bin scheinbar genauso.


Ich bin glücklich. Mehr ist es nicht. Aber es ist viel mehr, als man erwarten darf.


































Der Vorteil von Entschleunigung? Den gibt es eigentlich nur, wenn man ansonsten ständig beschleunigt lebt. Kein Mensch muss abschalten, wenn er niemals angeschaltet war. Genauso macht Vollgas geben nur so richtig Spaß, wenn man sich im Alltag an alle Verkehrsregeln hält. Ausbrechen ist das Stichwort. Ausbrechen aus dem Gewohnten ist immer eine großartige und auch notwendige Erfahrung. Dabei ist es völlig egal, ob man als auf allen Ebenen feuernder Tausendsassa einfach mal die Füße, samt Geist und Hirn hoch legt, oder ob man sich als tranige Tüte eine Stoß gibt, und in irgendeiner Art aktiv wird.

Es ist relativ unspektakulär, wenn ein Hochleistungssportler, der sich sein Leben lang dem intensiven Gebrauch seines Körpers hingegeben hat, nach dem er Tennis, Golf und Marathon durchgespielt hat, auch noch das Downhillfahren für sich entdeckt. Das ist genau das, was alle von ihm und erst recht er selbst von sich erwartet. Ähnlich spannend ist es, wenn der Serienjunkie, der „Game Of Thrones“ neben sämtlichen Folgen von „Big Bang Theorie“ am Stück durchguckt, nun auch noch „World of Warcraft“, Chips und Pizza vernichtend vom Sofa aus erledigt, als wäre es der Marathon des Spitzensportlers.

Langeweile pur ist, sich ständig zu wiederholen. Immer. Für Außenstehende ist dies oft wesentlich schneller zu erkennen, als für einen selbst. Allerdings ist das auch genau die Sicht, die völlig ohne Belang ist. Wer sich für seine eigene Außenwirkung aus Gründen der Reputationssteigerung interessiert, hat bereits verloren. Es ist wie mit politischen Ansichten, wie mit Religion. Extreme sind immer scheiße. Die Regel bestätigenden Ausnahmen findet man in der Kunst oder der Kultur.

Daher lasst den Speedjunkie chillen, den Hänger ausrasten, den Extrovertierten Gedichte schreiben und den Metalfreak wandern gehen. Vernagelt Eure alles erstickenden Schubladen. Verbrennt Eure Manuals für Menschen. Entschleunigen kann ebenso geil wie tödlich wirken. Kommt immer ganz drauf an, wen es trifft.