Vom Sahnehäubchen zum Sturzhelm

Die Verleihung der Doktorwürde -

zum einen klingt`s schon nach Konjunktiv, zum anderen muss man alles Geliehene irgendwann zurückgeben.

Muss es denn immer Kaviar sein? Nö. Aber schön ist`s schon. Und so braucht auch ein adeliger Krösus den Doktor-Titel wie die Sahne ihre Haube. Ob er den nun besitzt oder nicht schert letztendlich nur sein Ego und das besitzlose Gesindel, welches, devotes Wahlvolk abgebend, zu ihrer sinnstiftenden Lichtgestalt aufschaut, als lodere in der Bayowarischen Union das C plötzlich heller als die beiden anderen Buchstaben. Als wäre der – womöglich heilige – Geist, dem Phoenix gleich, emporgestiegen und hätte diesen faltenfrei gebügelten Körper mitsamt seines Matthäus-Antlitzes bezogen, wie der Papst den heiligen Stuhl oder der Investment-Banker sein neues Penthouse.

Fakt ist: er hat seinen Doktor gemacht.
Gut, es ist vielleicht enttäuschend, dass er es wie jeder andere auch gemacht hat, mit Kopieren und Abschreiben. Das ist aber eben auch so egal wie die Eingangs erwähnte Sinnlosigkeit dieser Tatsache an sich. Während die nun so gewöhnlich vor den Kopf Gestoßenen, zumeist genetisch determinierten Stammwähler zu Recht den Verrat des Erlösungsversprechens durch das profane Beweinen müssten – würden sie nicht durch die Reststrahlkraft noch immer ausreichend ihrer politischen Sehkraft beraubt – müsste die versammelte Opposition in dem das ganze Jahr über Namenstag feiernden K. T. doch spätestens jetzt einen der ihren erkennen: den Menschen mit Fehlern, Makeln und Haargel-Schaden.

Doch weil eben jeder die ihm zugedachte Rolle zu spielen hat und dieses Los auch dankbar annimmt, fordern die Linken nun alle erwartungsgemäß seinen Rücktritt – für eine ebensolche Randnotiz, wie jene, die er scheinbar vergessen zu haben vergessen wollte – wählen ihn Rechten in den nächsten 40 Jahren treu ergeben, wie ein geprügelter Hund die Hand des Herrchens leckt und wird K.T. unweigerlich Kanzler.

Mit oder ohne Doktor.





Exklusiver Gast-Kommentar von Konsonaut:
18. Februar 2011


Es gibt noch Dinge im Leben, die man nicht kaufen kann. Oder?

Aber es gibt Dinge, die man sich erschleichen kann, kopieren. Unter falscher Flagge. Oder man kann sich einfach mit fremden Federn schmücken und diese dann genetisch manipulieren, sodass ein jedweder glauben muss, sie seien aus dem eigenen Blute gewachsen. Es grenzt an eine nicht zu fassende Erbärmlichkeit, wenn es denn auffliegt. 

Doch eines geht immer: Abstreiten. Im Zweifel doch wohl für den Angeklagten. Auch wenn dieser eine zweifelhaften Schein des Heiligen trägt. Wenn er doch nur Gutes will, wie sein Name ja schon fast sagt? Traurig. Eine Träne für die Gutgläubigkeit der Wählerschaft, eine Träne für das eigene Erwachen aus der vorgegaukelten heilen Welt. Aus dem Koma erwacht, die blaue Pille geschluckt. Der Heilige verliert seinen Schein und zurück bleibt die Erkenntnis, dass der Mensch ein Mensch ist und bleibt. Auch ein zu Guttenberg, der nun seine Federn unter fremden Mikroskopen sieht und weiß, dass er nun auch die Hose runterziehen muss beim Kacken.



Konsonaut, auf Twitter unter @Konsonaut 

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