Ist wohl auch so eine Alterserscheinung, dass man an gewissen persönlichen Umbrüchen zurückblickt und vor sich hin resümiert.Jetzt da wir mit unserer Band Porter nach über 10 Jahren aus unserem langjährigen Proberaum ausziehen, beenden wir damit auch eine Ära.

Und als wir einmal mehr so darüber raisonierten, dass Porter für alle Bandmitglieder die Band ist, in der wir in unserer Musikerkarriere am längsten gespielt haben, sprangen wir Jahr um Jahr zurück in unserer teils gemeinsamen Vergangenheit. Musiker, Freunde, vergangene Bands, eigene wie fremde, tauchten vor unserem geistigen Auge auf und plötzlich waren sie alle wieder da. Die erlebten Geschichten rund um wahrhaft verrückte Auftritte, legendäre Parties, einmalige Menschen, die man getroffen, mit denen man Musik gemacht, eine Bühne oder einen verwegenen Traum geteilt, die man ins Herz geschlossen und dennoch oftmals so rasch wieder verloren hat.

Das Gute an der Erinnerung an meine musikalische Vergangenheit ist, dass es schlicht nichts gibt, was ich aus heutiger Sicht wirklich bereuen würde. Klar würde man - wenn man denn könnte - an sehr vielen Stellen andere Entscheidungen treffen. Denkt man. Stimmt aber nicht, denn wir haben alles was geschah aus der damaligen Überzeugung heraus gemacht. Und auch wenn der Pathos hier aus den Leerzeichen trieft, ich bin verdammt stolz auf das, was wir geschafft haben. Wäre auch traurig wenn nicht. Schließlich haben wir zeitmusikerlebens immer Herzblut, Arbeitsschweiß und Tränen ins verdammte Feuer des Rock'n'Roll gegossen. Nicht zuletzt all die Jahre an Zeit und Unmengen an Geld, welches wir in barer Münze zurückzubekommen niemals die Erwartung hatten. Selbiges tun wir auch heute noch und werden es wohl immer machen, was mich nicht weniger froh stimmt, als das Erlebte. Bezeichnenderweise erreicht mich inmitten der Arbeit eine Mail meines Weggefährten und Gitarristen Frank, mit dem ich nun seit 23 Jahren Musik mache. Und ohne den Inhalt dieser Mail hier kundzutun darf ich sagen, dass sich seine Gefühle mit denen in den letzten Zeilen hier absolut decken.

Wir sind niemals, mit welcher Band auch immer aus der Independent-Ecke heraus gekommen und vielleicht - so hat Lars es einmal ausgedrückt - sind wir deshalb alle noch am Leben und relativ gesund. Es gab Momente der Weichenstellung, die wir im Bandkollektiv einstimmig treffen mussten, und die wir kurzzeitig beklagt haben, weil es uns einen spannenden Impuls hätte geben können. Die vielen Konjunktive drücken hervorragend meine heutige Sicht auf die damalige Entscheidung aus. Ich bin froh, dass wir da sind, wo wir sind. Dass wir uns in die Augen sehen und miteinander Musik machen können. Und dass wir es wollen. Ab einem gewissen Alter - machen wir uns nichts vor - ist das großes Glück. So viele unserer Weggefährten haben aufgehört, spielen in Top 40-Coverbands oder bedröhnen Schützenfeste mit Bluesklassikern. Das soll nicht überheblich klingen, ich bin einfach nur glücklich. Wir leben gerade jetzt unsere Vision von wirklich unabhängiger Herzblutmusik so aus, wie wir es wollen.

Daran habe ich früher natürlich nie gedacht. Vor 24 Jahren habe ich die Sommerferien auf dem Bau verbracht, um mir endlich ein Schlagzeug zu kaufen. Eigentlich war es ein Schrotthaufen mit Schlagzeughintergrund. Ab es war meins. Heute weiß ich eh: teures Drumkit lohnt sich nicht, wenn man eine gewisse, ich sage mal energetische Art zu spielen hat. Diese Art habe ich heute perfektioniert und weiß einfach, dass alles kaputt geht, auseinanderfällt, zerbröselt. Der Preis spielt keine Rolle. Unserer ersten Band kam diese "Technik" gut zupass. Ein Wavepunk-Kellertrio namens Vanishing Line, welches weder die Absicht noch die Möglichkeit hatte, jemals vor Publikum zu spielen, welches sich nicht in unseren damaligen Proberaum, den Keller meiner Eltern verirrte.

 Unsere Motivation war eigentlich - neben dem Entdecken der Geheimnisse, die sich einem beim Versuch offenbaren mit im Prinzip unbeherrschbaren Instrumenten sinnvolle Klänge zu erzeugen - bei jeder Probe mindestens einen Kasten Weizenbier zu leeren, über Gott und die Welt zu philosophieren und bis in die Nacht Musikvideos von Joy Division, The Cure, Fields Of The Nephilim, AC/DC, Iron Maiden, The Mission, Sisters Of Mercy, Motörhead oder Metallica zu schauen. Wir waren unfassbar schlecht, natürlich. Aber hey, wir waren eine Band!

Die Band zerbrach natürlich. Nach ca. 1 1/2 Jahren. Nicht zuletzt an der kreativen Sackgasse in der wir uns zweifelsfrei befanden. Wir waren ein hermetisches System. Um uns weiterzuentwickeln brauchten wir definitiv Einflüsse von außen, andere Menschen, Musiker, die besser waren als wir und uns herausforderten. Diese fanden wir in der bunt zusammengewürfelten, eigentlich als Abiband gegründeten Truppe, die wir Friday Is Scrapped nannten. Dieser Prozess forderte das erste Opfer. 1 Drittel von Vanishing Line konnte diesen Schritt nicht mitvollziehen. Bis heute ein schmerzlicher Verlust, denn mit dem Ende meiner ersten Band, verlor ich unseren damaligen Basser komplett und unwiderruflich aus den Augen.

Der Bandname kam damals von Lars, neben Frank der Mensch mit dem ich seit Beginn von Friday Is Scrapped bis heute auch bei Porter eine Band - mein selbstgewähltes und geliebtes Schicksal - teile. Lars hatte das Gekritzel bei einem Toilettengang im Irish-Pub auf der Wand entziffert. Frank und Lars waren dann auch die Musiker, die damals bereits so klangen, als hätten sie mit ihren Gitarren schon seit Jahren geschlafen. Bei Lars stimmte dieser Eindruck dann auch. Und entweder man wächst an seinen Mitmusikern, oder man zerbricht und hört auf. Ich darf behaupten, wir sind gewachsen und haben damals das erste Mal zusammen so etwas wie wirkliches Songwriting entwickelt. War ich, der niemals Schlagzeugunterricht genommen hatte, zu Beginn des Waverock lastigen Projektes FIS noch überzeugt, eigentlich gar kein Schlagzeug spielen zu können, war ich schon 3 Monate später sicher, dass ich das, was ich da tat, egal auf welchem Level, mein Leben lang tun will und werde. Ich fand mich grottig, aber es machte einfach nur Spaß und ich bekam den Respekt, den man benötigt, um so etwas wie Selbstbewusstsein zu entwickeln. Und als Musiker ist das noch einmal etwas ganz anderes, denn Du gehst irgendwann auf eine Bühne und jeder der davor steht, ist Dein Richter. Dass mich das niemals, nicht ein einziges Mal belastet hat, ist auch das Verdienst, all derer, die mit mir die Bühne geteilt haben. Denn mit diesen Jungs und bei FIS auch Mädels, waren wir stets eine Einheit und im Prinzip kann uns diesbezüglich auch heute noch keiner was.

 Abgesehen davon, dass man mit 18, 19 Jahren in der Regel als Band ohnehin von einem recht großen, harten Kern an Freunden und Bekannten umgeben ist, der eine offene aber aktive und enthusiastische Clique (das Wort gab es damals) bildet und sowohl Proberaum, als auch jedes spätere Konzert zu einem Event (das Wort gab es damals nicht) werden lässt, kann ich meine Gefühle kaum in Worte fassen, die mich überrollten, durchströmten und für alle Zeiten abhängig machten, als wir unser aller allerersten Auftritt hatten. Nie zuvor stand einer von uns zuvor auf einer Bühne und unsere Sängerin schaffte es auch nur, nach zuvor nervositätsbedingt vollführtem Kotzen, aber als es passierte, war es etwas Magisches. Es war unsere Offenbarung, eine Art nun erst wirklich stattfindende künstlerische Geburt. Ich muss den ganzen Abend nach dem Gig eine Mischung aus ungläubigem Staunen und debilem Dauergrinsen auf dem Gesicht getragen haben. Ich wusste nur, das will ich noch mal, das will ich noch ganz oft, das will ich immer, immer wieder.

Auch diese Zeit hatte seine Höhen und Tiefen und auch diese Band zerbrach. Dieses mal merkten wir zum ersten mal, was diese ominösen musikalischen Differenzen bedeuten und anrichten können. Und auch wenn dieses Mal nicht direkt Menschen verschwanden, sich manche Beziehungen außerhalb der Musik sogar noch vertieften, blieb der harte Kern von FIS zusammen und formierte sich bereits 1992 unter dem Arbeitstitel Preacher Men neu. Musikalisch deutlich härter ausgerichtet, die düster-melancholische Seite jedoch weiter ausbauend, war es abermals Lars, der den dann endgültigen Namen Luzifer Sam - einen Titel auf der ersten Pink Floyd-Scheibe - anschleppte. Dass uns dieser Name natürlich auch Ärger und Vorurteile einbrachte war ja klar. Nach einem legendären, visionären und durchzechten Gründungsbandwochenende im November 1992 war klar, wir waren jung, wir waren willig der Musik den nötigen Platz einzuräumen und wir wollten raus.

Es dauerte nicht lange, da gingen wir wieder auf die Bühne. Und wie. In den Jahren 1993 - 1994 entwickelten wir uns zur professionellen und wahrhaft druckvollen Liveband. Unsere Nebelshows wurden schnell derart extrem, dass es kaum auffiel, wenn unsere Gitarrenmänner vorne von der Bühne zu kippen drohten oder ich während eines minutenlangen psychodelischen Solos nach hinten durch die Bühnentür kurz das WC aufsuchte und dann nahtlos wieder einstieg. Das alles hört sich jetzt vielleicht nach zu viel Alkohol auf der Bühne an. Richtig. Ab wartet Ihr mal 9 Stunden nach dem Soundcheck in einer Kabine auf Euren Auftritt wenn Ihr 22 Jahre alt seid. Ich gestehe, die Qualität der Musik hat in dieser Zeit mit Sicherheit etwas gelitten, aber die Shows haben es glaube ich mehr als wett gemacht. Wobei wir eher eine von den Bands waren, die weniger gesprungen, als vielmehr scheinbar statisch aufgestellt waren. Die Fields Shows haben unseren Sänger Holger (mein alter Freund und Vanishing Line Sänger) geprägt, Pink Floyd meine Gitarristen. 1993 nahmen wir dann in Hagen unser allererstes offizielles Demo "A Failed Effort To Putsch" auf. Und verschickten es auf Kassette. Heute frage ich mich, wie das alles ging ohne Internet. Aber ... es ging.

Das Liebesleben von Frank spülte uns 1994 einen 5. Mann an Bord. Till, der wahrhaft verrückte Till befreite Holger vom Bass, der sich so auf seinen Gesang und auch eine gewisse Theatralik konzentrieren konnte, und sorgte auch menschlich für reichlich Schwung in der Band. Holger wurde so via Metalpresse zum "Pavarotti der deutschen Metalszene" und Till zum unersetzlichen Spaßschwungrad von Luzifer Sam. Wir spielten hier und da und überall und plötzlich stand da ein bekannter Metal-Gitarrist und bot uns an, die Band unter Vertrag zu nehmen und zu produzieren. Und was macht man da als junge Band? Man findet das überirdisch geil und unterschreibt einen Vertrag.

Dieser führt 1995 zu unserem ersten wirklichen Album "Alice Dee", welches uns zum ersten Mal vor Augen führte, dass wir da nun wirklich in dieses Musik Business geraten waren, von dem wir so viel gehört hatten. Verdammt gute Rezensionen in Musikmagazinen folgten und wir begannen zu verstehen, dass da draußen Menschen waren, die das was wir als unsere Profession, als großen Spaß ansahen, wirklich mochten. Wozu es nicht führte war, dass wir vernünftiger, partyuntauglicher oder weiser wurden. Und so gigten wir weiter durch die Clubs und erfolgreiche Headlinernächte wie im Ringlokschuppen in Mülheim oder der Kulturfabrik in Luxemburg, aber auch die wundervollsten Misserfolge im Castrop-Rauxeler Spektrum vor 2 nichtzahlenden Zuschauern von der Presse, genauso wie die wundervollsten Independent-Kontakte zu szenewichtigen Fanzinemachern, prägten diese genialen Jahre, die wiederum uns - vielleicht sogar noch bis heute - prägten.

1997 folgte das Album "Luzidity", welches ebenfalls gigantische Kritiken erntete und uns ebenfalls megastolz machte, jedoch genau wie der Vorgänger "Alice Dee" viel zu sehr von den Vorstellungen unseres Produzenten und Labelchefs geprägt war, als dem nahe zu kommen, was wir live auf die Bühne brachten. Auch diese Erfahrungen leiten uns sogar mich heute bei den Aufnahmen zu Porters "Wolkenstein", wo wir endlich das umsetzen, was wir umsetzen wollen - ohne Produzent und ohne Anleitung zum Erfolg. Man darf nun nicht glauben, dass die Luzifer Sam Alben schlecht oder gar sehr zugänglich und kommerziell waren, im Gegenteil, aber heute machen wir - auch dank der damaligen Erfahrungen - schon zu einem Maximum unser Ding.

1998 machten wir das irgendwie auch, doch kam uns da das in die Quere, was den Meisten zum Verhängnis wird. Das Erwachsenenleben. Holger war als erster fertig mit dem Studium und sah sich nicht mehr in der Lage, derart zu proben, wie wir es hätten tun müssen, um das Ganze auf das nächste Level zu bringen, kurz die nötige Zeit für die Band aufzubringen. Als Holgers bester Freund in der Band traf mich das damals mehr als hart. Immerhin machten wir zu diesem Zeitpunkt bereits seit 10 Jahren Musik zusammen und teilten eine sehr enge private gemeinsame Geschichte. Luzifer Sam zerbrach. Und das hätte es eigentlich sein können damals, was meine musikalische Vita angeht.

Wären da nicht Frank und Lars gewesen, die irgendwie genau wie ich eigentlich nicht aufhören wollten, Musik zu machen. Till entschied sich damals ebenfalls dazu, den Bass an den Nagel zu hängen und so saßen wir da. Zwei Gitarren und ein Schlagzeug. Eines war klar, wir wollten unseren Stil ändern. Weg von dem ganz düsteren und epischen Zeug, hin zu kürzeren rockigeren Songs. Aber wenn man mal ehrlich ist, kann man so etwas eh nie planen. Songs stecken in einem und kommen raus. Punkt.

Dank Nogger, einem Freund von Frank, war der Bass schnell besetzt und auch ein Sänger war per Aushang schnell gefunden. Zack, Demo aufgenommen, uuuund Sänger weg. Neuer Aushang, neuer Sänger, neues Demo aufgenommen, uuuund Sänger weg. Wir schienen gefangen in einer echt bescheuerten Schleife. Immerhin hatten wir einen Namen:

Porter.

Doch dann ging alles ganz schnell, Nogger zog um, und Volker kam. Den bekloppten Basser kannten wir aus Luzifer Sam Tagen noch von vielen gemeinsamen Auftritten und Lars half zeitweise in dessen ehemaligen Band Body Lost Its Size aus. Volker kam und passte! Punkt. Dann schloss sich eine Phase des kaugummiartigen Castings an, um einen Sänger zu finden mit den skurrilsten Erlebnissen, die - ich kürze gaaaanz kurz ab - mit Christian abrupt beendet wurde und uns zu der Formation brachte, die wir heute sind.
Das Irre ist, dass wir alle, die wir heute Porter sind - ich erwähnte das eingangs - bei allem was uns allen in den letzten 20 Jahren passiert ist, noch niemals so lange in einer Band spielten, wie bei Porter. Und auch wenn Volker zur Zeit wieder mit unserem Freund, Mischer und Studiobesitzer Frank, seine Speedmetalband Shurrican reanimiert, wissen wir glaube ich alle, dass wir genau diese Band, dass wir Porter zusammen zu Ende bringen werden.

Das soll nicht mehr und nicht weniger bedeuten, dass wir 5, Christian, Frank, Lars, Volker und ich, das wir auf alle Zeiten Porter sein werden. Sollte hier jemand nicht mehr dabei sein können, wäre das das Ende von Porter. Aber: ich glaube wir stehen seit 2011, seit der EP "Damocles", gerade erst an Anfang unseres wirklichen Lebens mit Porter.

Und wenn das alles eine Moral haben sollte, dann definitiv die, dass Ihr alle dort draußen, die Ihr eine Band habt oder eine Band haben wollt, diese niemals aufgeben solltet. Die Möglichkeit zu haben, Musik zu machen die man liebt, mit Menschen, die man verdammt noch mal auch liebt, ist so verdammt wertvoll. Das merkt man allzu oft erst, wenn es vorbei ist.

Ich liebe das was ich tue.
Und Ihr habt Euch nun durch diesen wirklich langen Text gequält und wahrlich verdient etwas Schönes zu tun.

Ich bedanke mich.
Euer Markus.


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Honigwabernde Nebel
     bedecken die Abflussauen
          gülden geneckter Morgentausendschöns.

Stress. Was ist Stress für Euch?

Seid Ihr gestresst von pausenlosem Dauerfeuer digitaler Medien, welches Ihr in vorauseilendem Gehorsam an tausende digitaler Freunde mit beinahe ebenso digitaler Vehemenz erwidern zu müssen glaubt?

Stresst Euch der im Grunde doch spannende und Euch sicher ernährende Job, mit seinen zyklisch in ähnlicher Weise wiederkehrenden Problemstellungen, für deren Lösung Ihr trotz allen professionellen Engagements dank immer alberner und kürzer werdender Zeitintervalle kaum mehr Energie findet?

Bedeutet Stress für Euch Euer übermotorisiertes Vehikel im Schneckentempo durch zäh wabernde Massen kaum mobil zu nennender urbaner Verkehrsstauseen zu lenken, während Euch der Mann zur linken genauso ankotzt, wie die Frau zur rechten?

Steigt Euer Stresspegel haudenlukasgleich wenn sich musikalisch motivierte Geräuschpegel unaufhaltsam den direkten Weg in Euer Kleinhirn freibohren und dort tropfsteinhöhlenartig auf das Endloseste verhallen?

Könnte der Stress nicht größer sein, wenn die eigentlich von Euch sehr geliebte Familie sich anschickt, heute einfach mal alles anders zu sehen, zu wollen und zu machen, als Ihr?

Übermannt Euch der Stress vielleicht gerade dann, wenn Ihr einmal richtig ausspannen könntet und Ihr Euch vor lauter unglaublich mannigfaltiger Möglichkeiten zur Entspannung einfach nicht entscheiden könnt, welche Option Euch wirkliches Durchatmen verheißen ließe?

In all diesen und wahrscheinlich noch viel mehr Fällen hilft eigentlich nur eins. Hört auf Euren Bauch. Und schreibt niemandem vor, wie er sich am besten zu entspannen hat. Für den einen ist Chilloutmusik beruhigend, der andere mutiert umgehend zum enthemmten Axtmörder. Manche sehen Twitter als tödlichsten aller Zeitkiller, andere schalten gänzlich ab und fühlen sich frei. Viele gehen in ihrer Arbeit erst so richtig auf, andere unweigerlich unter. Manche schauen auf das Meer und sind zuhause, andere bekommen Selbstmordgedanken.

Leben und leben lassen scheint auch hier wieder die einzige Lösung. Dazu gehört aber auch unbedingt, dass man ehrlich, sehr ehrlich zu sich selber ist. Und das kann anfangs auch durchaus hart sein. Aber oftmals bekommt man am Ende von sich selbst die ehrlichsten Antworten und hernach ein streitbares Schutzschild.

Also, Stress. Was ist Stress für Euch?
Vielleicht gar nicht mehr so wichtig ...


Das neue Album von Boysetsfire.
"More than machinery, we need humanity!"

Wie lange musste ich auf dieses neue Werk warten. Alle Voränger haben seit dem Debutalbum immer wieder neuen Appetit geweckt auf mehr, viel mehr Musik von dieser Ausnahmeband. Das letzte erst Recht. Erschien "The Misery Index" immerhin bereits 2006 und mauserte sich recht schnell zu meinem Lieblingsalbum aller Zeiten, musste ich die Zeit der Auflösung, der neuen Projekte und der glücklicherweise geschehenen Wiedervereinigung darben, bis ich gestern am 7.6.2013 endlich das neue BSF-Machwerk in den Händen halten durfte.

Klar gab es hier und da einen Song vorab zu hören und auch dank einiger Interviews legte ich mir bereits meine Erwartungen zurecht. Aber alles kommt ja eh immer anders als man gemeinhin denkt. Und so war ich dann doch nervös wie ein Teeny, dessen Lieblingskünstler etwas Neues herausbringt. Um es der Spannungsvernichtung halber vorweg zu nehmen: ich wurde kein Bisschen enttäuscht.

Bereits im ersten Song schreit mich Herr Gray an, als müsste er nur noch diesen Song singen und seine Stimme danach wegwerfen. Ich bin sofort drin. Die Nervosität ist weg, dafür strahlen meine Augen, die Härchen auf meinen Armen stellen sich auf, ich greife zum Booklet und grinse wahrscheinlich reichlich debil.
Während sich die durch George Bushs reaktionäre Gesetzgebung nach 9/11 kurzzeitig politisierte Spaßpunkszene um Green Day und Konsorten inzwischen wieder auf Liebeslieder zurückgezogen hat, prangt nicht nur auf der Boysetsfire Website der Zusatz "Political Post-Harcore". Nein, dieser Anspruch trieft aus jedem der 13 neuen Songs, Nathan Gray schreit seine, leider immer noch aktuelle Forderung nach freier Meinungsäußerung und der Gleichberechtigung aller, dem geneigten Hörer wie eine wütende Vernichtungsmaschine entgegen. Nicht hinnehmen wollend, dass sich die vermeidlich freien Gesellschaften eben dieser Freiheit Schritt für Schritt berauben lassen, dass sich religiöse Eiferer gleich welcher Couleur missionarisch in der Mitte der Gesellschaft breit machen, anstatt ihre Neigung für sich auszuleben, dass Rechtsstaaten Menschenrechte mit Füßen treten und damit ihre eigene Überzeugung verraten und ihre Legitimation aufs Spiel setzen, schafft er es, dass sogar die ruhigeren Songs in ein Fahrwasser geraten, dass von wütender Rebellion und durch Aufklärung genährter Aufruhr durchdrungen sind.

Boysetsfire 2013 sind nach wie vor eine Macht. Die Musik wird wie seit den ersten Songs getragen von der explosiven Mischung aus Melancholie und Aggression, wirft einen in eine oftmals nicht zu gewinnende Schlacht gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit, jedoch ohne jemals die in jedem Fall mitschwingende Hoffnung zu verlieren. Die Parole ist glasklar. Wir werden vielleicht verlieren, vielleicht sogar alles, aber das bekommen sie nicht kampflos. Und wer weiß, vielleicht, wenn wir doch einfach mal alle zusammenhalten würden, vielleicht können wir ja doch alles zum Guten ändern. Und so werden sie wieder hochgehalten, die klassischen Tugenden des politischen Hardcore, an Werte wie Gleichheit, Menschenrechte und Zusammenhalt und vor allem an die Möglichkeit zur Selbstbestimmung zu glauben und diese unter keinen Umständen zu verraten. Dem kleinen Mann, dem Unterdrückten eine Stimme zu geben.

Flirtete das 2006er Album noch offen mit Kitsch und Popappeal, machte sogar Trompeten und Streicher für den Hardcore salonfähig, so geht "While a nation sleeps" wieder ein paar Schritte vorwärts im Härtegrad. Speziell der Gesang dürfte auf keinem BSF-Album so schungslos an die Grenzen gehen. Es gibt aber auch einfach Zeilen, die müssen voller Verzweiflung geschrien werden. Und so ist auch das neue Werk der Hardcoreurgesteine voller noch immer gültiger und wichtiger Arschtritte für alle Zufriedenen und Sedierten.

"This is where I will stand, and here is where I will stay until my last breath, until my dying Day, cause we have nothing to lose, no reason to hide, no hope for tomorrow, if not for tonight, hold your ground and fight, let this moment never fade away, I believe our lives are still worth fighting for, we are free as long as we demand to be."

Hier ist eine Band am Werk, die es kurzzeitig und sogar auf dem Höhepunkt ihres Schaffens zerrissen hatte. Eine Band die sich wiederzusammenfand, weil es eben doch noch etwas zu sagen gibt. Und die gemerkt hat, dass man es auch mit einer Institution wie BSF locker angehen lassen kann, zuerst kommt das Leben dann die Kunst. Aber was wäre das Leben ohne Kunst. Und selbst, wenn Kunst das Leben vielleicht nicht ändern kann, so kann, so muss sie es wenigstens versuchen.

"Your Symbols are stolen, your words are nothing new, bleed with pride for your masters, you weak pathetic fool, fuck your prophets, fuck your holy war, fuck your laws, fuck what you kill for!"

Boysetsfire sind zurück und ich bin glücklich!

Und hier findet Ihr ein wunderbares "Track-by-Track"-Video in dem BSF jeden Song besprechen.



Offizielle Boysetsfire-Homepage
Ihr Lieben,

heute ist ein Feiertag und wir alle haben frei. Und nicht ganz zufällig - so denke ich - fällt dieser Feiertag auf den 41. Geburtstag eines einzigartigen Menschen, den ich kennenzulernen vor einigen Jahren dank Twitter die Ehre hatte. Ein Mensch, der gewiss ein Päckchen zu tragen hat, mit dem die meisten von uns arg überladen wären, und der dennoch eine derart offensive, positive Ausstrahlung besitzt und diese zum Wohle eines an Leukämie erkrankten Mädchens einsetzt.

Die meisten meiner Leser wissen, dass es sich bei dem Geburtstagskind um Ulf Hundeiker handelt, ebenso wie sie wissen, dass das lebensbedrohlich erkrankte Kind im Kosovo Aurela Haliti ist. Mir fehlen ohnehin die Worte, um Ulf - der sich selber Ulf der Freak nennt - adäquat zu beschreiben, Euch, die Ihr ihn noch nicht persönlich getroffen habt nahe zu bringen, was für ein besondere Mensch er ist - abgesehen davon hat er es mir sowieso verboten ihn zum Helden zu stilisieren (der er in meinen Marvel geschulten Augen jedoch absolut ist!). Und inzwischen muss ich gestehen, kotzt es mich auch langsam an, dass ich immer wieder Leuten, die ein Foto von Ulf sehen, erklären muss, was für ein grandioser Mensch hinter dieser archaischen Fassade steckt. Äußerlichkeiten und stereotype Vorurteile erschweren uns allen scheinbar noch immer das Zusammenleben.



Ich habe eine große Bitte an Euch alle! Der Zustand der kleinen Aurela, die am 29. Juli ihren zweiten Geburtstag Feiern darf, ist nach wie vor kritisch und Zeit haben wir eigentlich keine. Wenn nicht heute an Ulfs Geburtstag, an einem christlichen Feiertag, einem Tag, an dem wir alle Zeit und Muße haben sollten, wenn nicht heute, wann sollten wir dann diese Botschaft verbreiten, dass Ulf und die Organisation World Life Vision e.V. die Seite www.aurela-darf-nicht-sterben.de betreiben. Und wann sonst sollten wir unsere Lippenbekenntnissedurch tatkräftiges handeln ersetzen.

Meine größte und tief aus meinem Herzen kommende Bitte an Euch alle ist, so Ihr es denn könnt, bitte bitte bitte spendet etwas für Aurela, damit die unabdingbar notwendige medizinische Behandlung erfolgen kann und wir alle zusammen vielleicht doch nicht verlieren in diesem so schwierigen Kampf gegen den verdammten Goliath, der sich Krebs nennt.  

Ich denke, das ist das größte Geburtstagsgeschenk, das wir Ulf machen können. 

Ich schließe mit einem Zitat von Boysetsfire:
"How do we find a little piece of heaven
In our time before we find acceptance
When no one understands at this point
That a handful of redemption's all we need"


Happy Birthday Ulf - ich mag Dich!

Helfen via Favebook: https://www.facebook.com/aurela.darf.nicht.sterben






Spendenkonto

World Life Vision e. V.
Kontonummer 4740084
Bankleitzahl 830 654 10
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Aktueller Spendenstand: 29.05.2013 - 13393,58 Euro

Spannend. Je älter man wird, desto ähnlicher wird man sich im Idealfall selber.

Wenn man als 20-jähriger vielleicht noch Idolen hinterherjagt, wird man im Laufe seines Lebens zunehmend gelassener, die eigene Persönlichkeit betreffend. Das kann gut sein oder schlecht. Hängt ganz davon ab, wie viel Raum man seinem Selbst in der Zwischenzeit gegeben hat und was man alles erlebt hat. Hängt auch enorm davon ab, mit welchen Personen man sich umgibt und in welcher Gesellschaft man sich bewegt.

Um wirklich gelassener zu werden, muss man jedoch auch gelassen werden. Wenn Ihr versteht was ich meine. Auch das hängt wieder von so vielen Faktoren ab, am meisten jedoch von einem selbst. Doch um das zu erkennen, muss man wiederum die ein oder andere Erfahrung gemacht haben. Gute wie schlechte. Und so ist es nur zum Teil Glück - das gehört natürlich auch dazu - ob man sich wirklich ähnlicher wird oder nicht. Den größten Teil hat man doch immer selbst in der Hand, auch wenn man es manchmal weder merkt, noch wahr haben will.

Ich bin mir auf jeden Fall schon recht ähnlich. Das wünsche ich Euch auch von Herzen.

Wenn Ihr Peter kennt, könnt Ihr jetzt und hier aufhören zu lesen, denn Ihr könnt Euch glücklich schätzen. Wenn nicht, seid gewiss, diesen Peter zu kenne, wäre eine Bereicherung für Euer Leben. Peter ist einer von diesen Menschen, die Du gerne um Dich hast. Nicht weil Du ohnehin aus irgendeinem Grund musst, sondern weil Du ganz einfach willst. Und wenn Du nicht mehr kannst, bist einfach traurig, weil Dir etwas fehlt.

Peter scheint kein Alter zu haben. Peter ist einfach da. Diesen - meinen - Peter empfinde ich nach all den Jahren, als meinen geistigen Mentor, als denjenigen der mich einst als unerfahrenen aber ambitionierten Jungspund eingestellt hat, der mir die Chance gegeben hat das zu sein was ich sein möchte. Der mir die Chance gegeben hat zu sein was ich kann. Er würde es natürlich nicht so sehen oder gar sagen, aber er bleibt ein Fixpunkt in meiner Biografie. Ein naher Verwandter im Geiste.

Peter ist derjenige, der einen zu immer neuen Ideen treibt, der erfrischend ist, der immer weiter macht, wenn man selber schon lange verzweifelt. Ein Jungbrunnen gegen allzu Ernstes, ein Feuerwerk gegen allzu Dröges, eine Guilloutine gegen allzu Simples, ein Kreativpool für einfach alle, die er mag und die ihn mögen. Einer von jenen freien Geistern, die weiterspinnen, wenn bereits alles an Vernunft geäußert wurde, wenn alle Anzugträger - auch die geistigen - ihren Senf verschossen haben.

Peter ist einfach er selber. Ein Freund. Und beides ist gut so.
Wenn Ihr keinen Peter habt, sucht Euch einen.
Enteignet.
So seht Ihr Euch.
Ihr, die Ihr Euch die Welt kreieren lasst.
Ihr, die konsumiert.
Ihr, die - bewusst oder bewusstlos - anderen zuseht, wie sie leben.

Enteignet.
So fühlt es sich an.
Für Euch, die Ihr meint, Ihr könntet nichts ausrichten.
Für Euch, die Ihr glaubt, es stünde Euch nicht zu.
Für Euch, die Ihr klagt, dass andere für Euch entscheiden.

Enteignet.
Das seid Ihr.
Ihr, die Ihr voller Hohn auf andere zeigt.
Ihr, die Ihr Muße mit Faulheit verwechselt.
Ihr, die aufgebt.

Freunde, ich bin da gestern durch reinen Zufall aktiv in eine Diskussion auf Facebook geraten, die wieder einmal auf wunderbare Art und Weise zeigt, wie unterschiedlich doch manche Positionen und das (mitunter nicht vorhandene) Geschichtsverständnis unsere Gesellschaft spalten. Auch wird hier wiederum auf sehr dramatische Art deutlich, dass die Bildung ein hohes Gut ist, dessen jedoch nicht jeder habhaft ist. Zudem wird dramatisch klar, mit welchen wirklich immer gleichen "Argumenten" verkappte Rassisten ihr eigenes Handeln rechtfertigen und sich somit selbst entlarven. 

Da ich jedoch niemanden diskriminieren möchte, stelle ich den Thread teilanonymisiert dar.
Es ging eigentlich "relativ" harmlos los und dann entwickelte sich der Thread so, wie derlei Diskussionen leider allzu oft im Sinne der Geschichtsrelativierung seitens der Deutschen verlaufen. Lest es und Ihr werdet verstehen, was mich so aufreibt. Ging dann auch noch wesentlich weiter, ohne jedoch wirklich Sinn zu machen.

Das Bild ist leider zu lang für meinen Blog, daher habe ich es hier auf Pinterest hinterlegt.
Einfach das Bild groß klicken, dann solltet Ihr alles lesen können.


http://pinterest.com/pin/107804984803047372/http://pinterest.com/pin/107804984803047372/

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Werber und Beworbene, verehrte Arbeitgeber und Arbeitnehmende, geneigte Bloggererererererer, Twitterer und sonstig sozial Mediale.

Lenkt Euer Augenmerk doch bitte ein paar Sekunden auf mein Anliegen und helft mir gerne es weiter zu verbreiten. Ich habe mich da neulich arg in meiner Jobwahl vertan und orientiere mich nun definitiv neu.

Mit den vorzüglichsten Grüßen und dem von Herzen kommenden Dank für Eure Hilfe,
Euer Markus: http://einzugsermaechtigung.wordpress.com


Ich glaube, sie ist wieder im Lot.

Meine Menschenkenntnis. Ihr kennt das. Man sitzt einem fremden Menschen gegenüber und erlebt diesen einen Moment, hervorgerufen durch ein Grinsen oder einen Blick, und weiß, dass man diesem Menschen vertraut, ja, dass man ihn sogar mag ohne ihn zu kennen.

Oder eben nicht.

Kann beides vorkommen, muss es auch, wichtig ist nur, dass man sich selber trauen kann. Und so ein "Oder eben nicht" hätte mich unlängst retten können. Hat es aber nicht, weil ich die mannigfaltigen Zeichen schlicht ungedeutet ließ, aus dem alleinigen Grund, dass ich schlicht ein bestimmtes Ergebnis sehen wollte. Ich ging bewaffnet mit meinem freien Geist und leider gefesseltem Herzen los und konnte nur verlieren.

Anders heute. Mein Herz hat sich befreit und führte heute wieder die Feder. Mein Magen wird es ihm ebenso danken.

Und sie ist wieder im Lot. Meine Menschenkenntnis.

Klar, es ist nicht fein, es schickt sich nicht und es stört aktiv die Mitmenschen in der jeweils recht kurz durchfahrenen Umgebung. Und meistens schämt man sich ohnehin selber, unangenehme Erinnerungen an ellenbogengebräunte und Schnuppi tragende Mantafahrer der Wendezeit im Kopf bekämpfend, es zu tun. Zu gut die Erziehung, zu stark das Gefühl, ein soziales Miteinander bis Wanken zu bringen, ja gar selber unwiederruflich jene unsichtbare und dennoch existente Grenze zu überschreiten, die einen auf die böse, die tumbe, die prollige, die RTL2-Seite bringt, wenn man sich hier gehen lässt. Zumeist spricht eh auch im eigenen, ganz persönlichen Wertekosmos zu viel dagegen, und man sieht weder eine Veranlassung, noch spürt man das Verlangen danach.

Doch dann, es entspringt - bei mir auf jeden Fall - oft einem Gefühl des innerlichen Friedens, des spontanen Glücklichseins, der plötzlich ins Bewusstsein tretenden Gewissheit im Grunde frei zu sein, dann geht es mit einem durch. Kein innerpsychischer Diskurs geht dieser Eruption voraus, kein Abwägen des Für und Widers, nicht einmal ein bewusstes Handeln würde ich hier unterstellen. Alle Mechanismen, die einen ansonsten davon abhalten scheinen sediert, abgelenkt, ausgeschaltet zu sein. Die schiere Emotion bringt einen Kantersieg zustande und lässt es uns einfach tun. Wir kurbeln - unabhängig von Ort, Wetter oder Tageszeit - das Autofenster herunter bis es nicht offener sein könnte, spüren unwillkürlich unsere Mundwinkel, die sich zum breitesten Grinsen aufraffen, zu dem sie fähig sind, drehen den Lautstärkeregler des Autoradios nach ganz rechts und beschallen die Welt mit "Clenching The Fists Of Dissent" von Machine Head, "Reigning Blood" von Slayer, "Chopsuey" von System Of A Down oder "Knife Party" von den Deftones. Oder irgendetwas anderes. Ganz egal. Hauptsache wir lieben es!

Und für den Moment ist alles egal und sind wir frei.

Was geht eigentlich in Menschern vor, die jeglichen Respekt vor anderen Menschen vermissen lassen? Die sich benehmen wie die rasende Axt im Walde und sich dann auch noch wundern, dass es aus eben diesem mit gleichem Ton zurück schallt. Wahrscheinlich nicht all zu viel Sinnvolles. Zumindest nicht im Sinne eines friedfertigen und produktiven Zusammenlebens und -arbeitens.

Das ist leider alleine mit Egozentrik nicht zu erklären, denn gerade diese Menschen erwarten von ihren Mitmenschen oftmals eine Art seltsamen Respekt, eine wie auch immer geartete Aufmerksamkeit - und sei es im Sinne von Angst, die sie zur Erreichung des anerkennenden Klopfens auf die eigene Schulter schüren. Wie spannend ist es dann doch, derart gepolten Charakteren gegenüber zu treten und sie mit ihren eigenen Verhaltensweisen (ein schönes, leider falsch geschriebenes Wort im Übrigen, da dieses Verhalten in der Tat Vollwaise zu sein scheint) zu konfrontieren, Ihnen vor Augen zu führen, was für arme und einsame Würstchen sie im Grunde doch sind. Dieses völlige Unverständnis in ihren Augen lodern zu sehen, immer bereit voller Aggressivität einen Abwehrangriff in Richtung des die Frechheit des Aufbegehrens aufweisenden Gegenübers zu starten.

In diesem Moment hat das Respektlose bereits immer verloren, zeigt es sich doch nun unverhohlen und ohne die ansonsten stets kaschierende Maske der vermuteten Überlegenheit. Der Wald hat die Axt recht mühelos besiegt, welche ihre Niederlage jedoch nur selten eingesteht oder gar wahrnimmt. Sie flüchtet sich vielmehr noch tiefer in ihre ureigendsten Verhaltensweisen des Entziehens von Respekt und Wertschätzung seines Gegenübers. Diese sich selbst antreibende Abwärtsspirale führt dazu, dass der respektlose Mensch am Ende eigentlich nur noch mit rückgratlosen Speichelleckern oder -im Idealfall - masochistisch veranlagten Menschen umgeben ist, die teils aus Schwäche, teils aus sozialer Not die Nähe solch unangenehmer Zeitgenossen ertragen müssen.

Eine Erkenntnis hingegen sollte allen denkenden Menschen gemein sein: Das Leben ist nicht all zu lang und definitv zu kurz und zu wertvoll, um sich mit dieser unangenehmen Art von Gesellschaft abzugeben.

Befreit Euch von den Respektlosen!

 
Und da sind sie wieder. Die gewohnt glücklichen Gefühle, die den Körper, an den Ohren ihren Siegeszug beginnend, durchfluten wie das wärmende Gefühl nach Hause zu kommen. Da ich dieses Gefühl bereits bei der letzten Deftones-Rezension ähnlich beschrieb, muss es wohl eines meiner ureigenen Gefühle sein, die mich erfüllen, wenn ich Musik höre, die mich wiederum erfüllt.

Sie sind endlich wieder zurü;ck. Dabei waren sie nie weg: Turbostaat, eine der sympathischsten, menschlichsten, nahbarsten und im Grunde ihres ganzen Handelns gute und positive Band. Ganz abgesehen vom gelebten Wir und dem bedingungslosen Bekenntnis zum DIY, hauen uns die freundlichen Nordlichter diesesmal Ihr musikalisch komplexestes Album um und in die Ohren. Und das, ohne - ich würde beruflich jetzt wohl von Markenkern schwallern - ihre Herkunft, Ihr bisheriges Werk zu verwässern.

Als Turbostaat-Fan der ersten Stunde, gewöhnt an das Benennen der Alben nach ulkigen wie edlenVögeln, fühle ich mich von der ersten bis zur letzten Sekunde willkommen, ernst genommen und abermals entführt in eine reale Welt der Außenseiter und Freaks, der Loser und Besonderen, die wir alle jedoch jederzeit werden könnten, vielleicht sogar gerne wären. Es sind die ganz kleinen Geschichten, die die Band in teils minimale, teils aufrührend anarchische Epen verpackt. Kleine und auf den ersten Blick angenehm unaufdringliche Geschichten von den wirklich nebensächlichen Nebenschauplätzen aus der großen, zunehmend für ihre eigentlichen Bewohner, unbewohnbar werdenden Stadt.

Es ist der große Verdienst dieser großen kleinen Band, dem willigen Hörer genau diese Perspektive von ganz unten - oder vielleicht sogar von ganz von der Seite - derart nahe zu bringen, dass man mitfühlt mit diesem Soldaten in Kandahar, der keine Ausbildungsstelle gefunden hat, mit diesem seit Ewigkeiten ans Bett gefesselten, beinlosen Mann, der dennoch aus irgendeinen Grunde lächelt, als stünde er über all dem. Mit so vielen wundervollen, in wie immer surreal angekratzten Texten scharf, aber immer immer liebevoll skizzierten Charakteren, dass man bereits nach dem ersten Durchgang meint, sie persönlich zu kennen, sie zumindest dringend kennen lernen zu wollen.

Die Musik schichtet Stimmung um Stimmung zu einer melancholisch-dringlichen Dichte auf, dass man am Ende, welches mit "Sohnemann Zwei" das Kriegsthema der Albummitte, als gesellschaftlichen Diskurs wieder aufnimmt, einfach sofort wieder von vorne starten muss. Es ist nicht ganz so extrem wie bei den Die Ärzte, aber ganz egal ob das nun noch Punkrock oder Postpunk oder wasauchimmer ist. Es ist eines auf jeden Fall: Es ist wichtig! Für die Fans sowieso, für die denkende Gesellschaft, und verdammt noch mal für mich!

Vor 20 Monaten lernte ich den mittelalterlichen Oswald von Wolkenstein auf einer Burg in Südtirol kennen. Seitdem ließ mich der so eigenwillige wie im besten Wortsinne ungewöhnliche Ritter, Minnesänger, Politiker, Freigeist und so vieles mehr nicht mehr los.

Texte über ihn, aber noch viel mehr im Geiste von Oswald, beziehungsweise im Wissen, in ihm einen Verwandten im Geiste gefunden zu haben, entstehen, die die Introvertiertheit von “Damocles” durch energetische Forderungen nach aktiver Veränderung ablösen. Zeitgleich entstehen Songs, die sich wieder mehr öffnen, aggressiver zu Werke und nach vorne gehen.

Das spontane und unerwartet erfolgreiche Crowdfunding zwischen April und Juli 2012 setzt in uns neue Energien, ob der sagenhaften Unterstützung und des großen Vertrauens seitens der Fans, aber auch der Twitter- und Bloggerszene frei, und markiert zugleich ein ungefähres Zeitfenster, in dem die neuen Songs – erstmalig in Albumlänge – produziert werden möchten.

Danach verstrichen so einige Monate, aber irgendwie ging es dann doch verdammt schnell. Wir planen den ungefähren Studiotermin, der unbeschreibliche und wahrlich grundgute Ulf Hundeiker folgt uns seit August 2012 auf Schritt und tritt, filmt uns bei Gigs, im Proberaum und an diversen Locations für seine Doku “Porter – Wolkenstein”, wir pfeilen was die knappe Zeit her gibt, an den Songs, nur um im März 2013 festzustellen, dass wir nicht nur eingeübte Songs neu strukturieren, sondern auch noch den ein oder anderen Song neu komponieren.

Und nun, gerade heute, gerade jetzt, es ist 22:55, sitzen wir im alphasound Studio unseres alten Weggefährten Frank Wernitz und spielen zusammen mit seinem genialen Freund Lars die Songs für eben jenes Album “Wolkenstein” ein. Irre. Wir machen das ja nun auch schon ein paar Tage und sind nicht das erste mal im Studio. Irgendwie ist das alles irre. Aber eben irre schön.

Wie auch immer “Wolkenstein” klingen wird, ich weiß nur, jetzt gerade bin ich sehr glücklich und verdammt – ja – stolz, ein Teil dieser Band, ein Teil dieses so unglaublich kreativen Haufens hier zu sein. Wir spielen gerade das dichteste, inhaltlich musikalisch wie textlich massivste Stück Musik ein, zu dem wir anno 2013 fähig sind.Noch sind wir nicht fertig, noch ist Wolkenstein nicht am Ziel, doch kann ich bereits jetzt ganz klar sagen: alle Mühe, jede Arbeit, jegliche Anstrengung bisher hat sich gelohnt und es wird nichts zu bereuen geben. Aber dafür eine Menge zu hören! Und zu sehen! Und alle Zweifel, die ich durchaus mehrfach hegte, sind vergessen und als Erfahrung verbucht.

Ich bin schlicht nur noch froh, dass es uns, dass es diese Band, dass es Porter gibt! Urteilt selbst. Irgendwann im Spätsommer/Frühherbst stellen wir Euch das Ergebnis unserer – und natürlich Ulfs – ambitionierten Arbeit live und in Bild und Ton in Witten vor. Näheres demnächst. Wir freuen uns von Herzen auf jeden einzelnen von Euch!

Euer Markus von Porter

Liebe Werbeinteressierten, liebe Werbeinvolvierten, liebe Werbeverwirrten. Ich möchte Euch heute in einfachen und plastischen Worten erklären, was ein Pitch ist. 

Geht einfach mal zu ALDI, EDEKA und real,- in die Weinabteilung. Hier sucht Ihr Euch - ganz nach Eurem Gusto - alle Euch angenehm auffallenden Spätburgunder, Rieslinge oder auch Müller-Thurgaus aus, lasst sie Euch, so Ihr des Personals dazu fündig werdet, zunächst ausgibigst präsentieren, hernach einpacken, am Besten aber liefern.
Ohne zu zahlen versteht sich. Dann verkostet Ihr alle Weine in angenehmer Atmosphäre und im Kreise Euch genehmer Gäste und vergleicht sie in aller Ruhe und Entspanntheit.

Seid Ihr Euch nach der ersten Verkostungsrunde noch uneins, lasst Ihr Euch einfach noch einmal alle Sorten, und eventuell zusätzliche Kandidaten kostenlos ins Haus liefern und versucht erneut. 

Der Wein, der Euch schließlich am Allerbesten mundet hat gewonnen und wird - wenn Ihr nun überhaupt noch Durst habt - geordert. Natürlich aber erst nach gründlichen Verhandlungen über einen großzügigen Preisnachlass. Schließlich könntet Ihr den Gewinnerwein ja auch jederzeit bei einem anderen Geschäft nachordern.

Das, meine Lieben, das ist ein Pitch.

Immer gerne, Euer M. G. Sänger

Geht

Während der stehenden Fußes dezentralisierten Mitte des links drehenden Joghurts der per vorbestimmter Richtung rotierende Sinn abhanden kommt, genießt ein gründlich ersonnenes Werbeversprechen nach wie vor den unerschütterlichen Ruf eines weltverbessernden Geschenks an die verdatterte Menschheit. Ein Glanzstück in Verbindung mit Tumbheit.


Habt Ihr sie noch alle?

Eure Ideen, die Euch antrieben, damals, als Ihr dachtet, Euch gehöre die Zukunft? Als Verantwortung noch keine Last sondern ein Versprechen war, als Ihr mehr Zeit als Geld hattet und trotz dieses Umstandes noch weitaus mehr Einfälle als die Euch so reichhaltig zur Verfügung stehende Zeit.

Habt Ihr sie noch alle?

Eure Träume, die Euch den ganzen Tag auch im Wachzustand begleitet haben und nicht nur in den Nächten, die im Übrigen - genau wie die Träume - nicht schweißnass und sorgenschwer alle paar Momente unterbrochen wurden. Als Ihr Eure Träume noch so greifbar nah vor Euch saht, dass Ihr eher gegen eine Laterne gelaufen wärt, als Ihnen nicht zu folgen. Als Ihr dachtet, Ihr würdet lieber sterben, als sie zu verraten. Als Ihr im Zweifel genau das getan hättet.

Habt Ihr sie noch alle?

Eure Ideale, die Euch dazu befähigten, Euch mit der ganzen Welt anzulegen, dem noch so übermächtigen Gegner die Stirn zu bieten und sogar in hoffnungsloser Unterlegenheit das Gefühl der sicheren Unsterblichkeit zu verspüren? Und genau daraus Eure Energie zu ziehen.

Habt Ihr sie noch alle?

Eure ganz eigene Wahrheit? Eine Wahrheit, die nicht auf bloßer Hybris, latentem Altersstarrsinn oder hart erworbener wirtschaftlicher Überlegenheit fußt, sondern genährt wird aus einer eigenen, beneidenswert unangepassten Sicht der Dinge, die nicht überzeugen will, weil sie Wohlstand, einen individuellen Vorteil oder gesellschaftlichen Rang verspricht, sondern den schlichten Glauben an das Gute, das Verbessern von Lebensumständen für viele, den Anspruch an erfüllenden Altruismus als die wahre regenerative Energie auserkoren hat.

Habt Ihr sie noch alle?

Die Fähigkeiten das Kleine als ein großes Glück, als Quelle der Inspiration wahrzunehmen? Die Fähigkeit, das ganz ganz Kleine überhaupt noch wahrzumehmen? Die Fähigkeit etwas Unkäufliches als Luxus zu empfinden.

Habt Ihr sie noch alle?

Dir Freiheiten, die Euch in dieser Zeit, in dieser Welt gegeben wurden? Freiheiten, die viele nur all zu gerne und leichtfertig aufgeben. Und das in einer völlig unrentablen Rechnung: viel, unermeßlich viel für wenig, für sehr, sehr wenig. Aber auch das ist ja Freiheit. Nur eben schade.

Vielleicht könnt Ihr eine der Fragen mit ja beantworten. Vielleicht mehr. Vielleicht auch - ehrlicherweise - keine. Manchmal hilft es bereits, sich die ein oder andere Frage zu stellen. Aber man muss sich bewusst sein, das die Antwort, die ungeschönte, auch bitter sein kann. Und vielleicht ist sogar diese Bitterniss wiederum der Ansporn, sich die erste Frage noch einmal bewusst zur Brust zu nehmen. Also ...

Habt Ihr sie eigentlich noch alle?













Ich bin ein diplomierter Kommunikations-Designer und arbeite seit über 15 Jahren als Team leitender Art Director und Creative Director für verschiedene Werbeagenturen und hole Kunden wie Olympus, Krombacher, Coca-Cola, Lancia, AGFA, duschdas, Gardena, Goodyear und viele mehr das kommunikative Optimum heraus. 

Ich suche ab sofort eine spannende, kreative Position als Art Director oder Creative Director
- im Großraum Essen, Ruhrgebiet, Düsseldorf –

in der ich meine Leidenschaft für kreative Ideen, kommunikative Konzepte, schönes Design, ansprechende Texte, Corporate Communications und crossmediale Kommunikation ausleben kann. Das Wichtigste ist mir dabei eine gute Arbeitsatmosphäre und ein nettes Team. Ich habe Spaß an (und Erfahrung mit) Online- wie Offline-Kommunikation, und mehr als ein Steckenpferd ist dabei das Social Media Marketing.

Sehen Sie dazu bitte auch meinen Bewerbungsblog unter:

einzugsermaechtigung.wordpress.com

mit vielen Referenzen und allen wichtigen Punkten zu meiner Person. meinem Werdegang und meinen Qualifikationen.

Aus rechtlichen Gründen kann ich hier leider nicht alle Referenzen zeigen. Wenn Sie mehr sehen mögen, bitte einfach eine Mail an mich, dann bekommen Sie mein PDF umgehend zugeschickt.

Sie können auch gerne meine About.me-Seite besuchen. Hier finden sich nun wirklich (fast) alle wichtigen Links zu meiner Person. Viel Spaß beim Surfen.














Ich würde mich über eine Kontaktaufnahme sehr freuen!

Herzlichst, Ihr
Markus Sänger



Eine Rezension zu "Wie wir leben wollen".

Ich habe sie geliebt, die Parolen, das Geschrammel, den schiefen Gesang, die gewaltige, ja gewalttätige Energie, den mitreißenden Dilettantismus der frühen Tocotronic-Alben. Mit "KOOK" haben sie mich, jung, wild, hungrig vor den Kopf gestoßen und beinahe verloren. Gut so. Ansonsten wüsste ich das neue Werk bestimmt nicht so zu schätzen. Wäre ich heute 20 würde ich das 70-Minuten-Epos bestimmt ebenso verpassen. Bin ich aber nicht und ich bin mit der Band Album um Album gewachsen.

Nichts gegen Slayer, Slipknot und natürlich Boysetsfire, aber Tocotronic haben das geschafft, was kaum einer Band vergönnt ist. Sie haben sich just mit dem neuen Album von sich selbst emanzipiert und sich damit einen auf Unsterblichkeit ausgerichteten Freiraum erspielt. "Wie wir leben wollen" ist ihr erstes erwachsenes Album. Und das im ausschließlich positiven Sinne. Dass diese Scheibe zugleich ihr bislang düsterstes,abseitigstes Schaffen ist, ist nur konsequent.

Die Songs bewegen sich in einer Verstiegenheit zwischen vornehmlicher Schönheit und der steten Bedrohung des allgegenwärtigen und unaufhaltsamen Verfalls, geistiger wie körperlicher Natur. Der Geist und die morbid - hypnotisietende Wirkung von Twinpeaks scheint hier hinter mehr als einem Baum hervor. Wer meint, die Tocotronic von 2013 seien softer, gar seichter geworden, hat sich vermutlich vom perfiden Trick der Band, das Album mit scheinbar leichten musikalischen Themen zu beginnen, blenden lassen. Das Gewicht der Songs nimmt ab Track 7, 8, 9, rapide zu und eine schleichende Sogwirkung setzt ein, der man sich - lässt man sich darauf ein - nicht entziehen kann.

Nein, 70 Minuten sind nicht zu lang. Ja, dieses Album ist etwas für Menschen, die Musik UND Text schätzen und in einer Einheit wahrnehmen. Und vor allem ist es keine Platte für Feiglinge, führt es uns doch das vor Augen, was wir, sind wir ehrlich und empfindsam, jeden Tag erleben, so wir schon ein paar Jahre gelebt und erlebt haben. Verfall, Vergehen, Wahrnehmen. Aber, und vielleicht ist das die Sichtweise der Dichter, auf eine schlussendlich beflügelnde Art.

"Wie wir leben wollen" ist das für mich beste Tocotronic-Album. Verkopft, verklemmt, durchdacht und dadurch unendlich frei!














Ihr Lieben,

ab sofort gibt es HIER aus Amazon mein neues Buch "Jenseits der Schrottgrenze", mit einer Auslese der besten Texte aus diesem Blog zwischen 2010 und 2012 für kleines Geld für Euren Kindle zu kaufen.

Es wäre mir eine Ehre, wenn Ihr mich lesen und vielleicht sogar weiter empfehlen würdet.
Lieben Dank,
Euer Markus



Liebe Freunde,

Ihr alle kennt das Herzensprojekt, das ich Euch immer wieder kommunikativ um die Ohren haue. Es geht noch immer um Aurela, das kleine Mädchen, welches mit Blutkrebs im Kosovo auf eine so dringend medizinische Behandlung wartet!

Trotz so zahlreicher Bemühungen von sehr vielen Menschen, die sich bisher in unglaublicher Weise engagiert haben, bewegen sich die Spendengelder bislang leider noch lange nicht in den Bereichen, die Aurela ein Überleben ermöglichen könnten. Und das Problem hierbei ist: Die Zeit spielt immens gegen uns!

Spendenstand: 28.12.2012 - 7810,29 Euro

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal dazu aufrufen, dass Ihr, so es Euch denn möglich ist, Euren Euch möglichen Beitrag vielleicht hier leistet, damit wir die kleine Chance, die wir haben, nutzen können!

Und bitte an alle: Teilt diesen Aufruf, verlinkt die Spendenseite, helft uns das publik zu machen - bitte!

Ich danke Euch sehr !!!

Euer Markus

Aurela darf nicht sterben!

P.S.:
Zusätzlich könnt Ihr auch die CD unserer Band PORTER für 5,- Euro erwerben, oder das Unterstützer Shirt für Aurela kaufen oder das wahrlich tolle Buch "50 kleine Morde" des Westsidebloggers auf Amazon für kleines Geld erwerben. Mit all diesen Aktionen unterstützt Ihr die kleine Aurela!

Ich mache ernst - heute habe ich den ersten SelbstSportVersuch unternommen: Lest selbst.

Lest das Original hier nach und verfolgt meine selbstverleugnenden Versuche in Sachen Extremsport:
http://selbstsportversuch.wordpress.com/

EXTREME PUMPING


8. JANUAR 2013
Ich unternehme den ersten SelbstSportVersuch noch während eines laufenden Tages und unter strengster kollegialer Beobachtung. Ohne weitere Hilfsmittel packe ich ungeschützt einen nach frischem Schlauchboot stinkende Verpackung, vermutlich chinesischen Ursprungs aus und beginne das zusammengeklebte Gummi langsam zu entfalten.

Eine Art blauer aber platter Ball legt sich mir zu Füßen und fordert mich per beiliegender Fußpumpe auf, ihn zu einer voller Größe von 70 Zentimetern Durchmesser aufzupumpen. Ich bin nicht sicher, ob ich mich umziehen soll oder in welcher Körperhaltung ich mich dieser Herausforderung stellen soll. Doch dann setzt sich mein innerer Reinold Messner durch und ich schiebe das beiliegende Pumpgerät zur Seite und bediene mich eines Profigerätes (mit einer Tretleistung von bis zu 7 bar, sowie 100 lbf/in² (was auch immer dieser Scheiß bedeuten soll)) – wenn schon, denn schon, welches mir eine beinahe aufrechte Pumphaltung ermöglicht – dachte ich. Mutig schiebe ich das Schlauchventil in die intimste Öffnung des Balles und beginne mit rythmischen Tritten die umliegend eingesaugte Luft in das blaue Etwas zu schießen. Schon nach 10 Tritten wird mir klar, das wird keine leichte Aufgabe.

Ich trete und trete, die ersten Schweißperlen setzen sich mir unbedacht auf die Stirn und der Ball zu meinen Füßen rührt sich nicht die Bohne. Ich begreife recht schnell, dass mein abschließendes Urteil kaum zu Gunsten dieser seltsamen Sportart ausfallen wird, zumal ich keinen Schimmer habe, wo ich diese ganzen Bälle hernehmen sollte, aber dazu auch nicht später. Nach gefühlten 100 Tritten mache ich eine schöpferische Pause – von ca. 2 Stunden. Nach einen ausreichenden Pide basierten Mahl nach streng wissenschaftlichen Kriterien und einer mentalen Enstpannungsphase, setze ich das Experiment fort und trete abermals die Mühlen des Leistungssports. Der Ball, das blaue Ungetüm beult sich nun sichtbar aus, die zusammengeklebten, faltigen Gummiseiten – die ein irgendwie mal rund werdender Ball ja kaum haben kann  (ich wundere mich) – falten sich zusehends auseinander. Dennoch gebe ich dem Ding die Chance, es langsam angehen zu lassen und pausiere abermals, dieses mal aber lediglich eine sportliche Stunde.

Nun gebe ich ihm den Rest. Selbst die einsetzenden Rückenschmerzen und die sich anbahnenden Wadenkrämpfe halten mich, den Messner des Gesundheitsballes, nicht mehr davon ab, mein – zugegeben hochgestecktes – Ziel zu erreichen. Ich gebe alles und dem Ball den Rest an Luft, die er benötigt, um mir hernach als rückenschonende Sitzfläche zu dienen. Schlussendlich triumphiere ich glücklich und ermattet über chinesische Hüpfballkampfkunst.

Mein abschließendes Urteil nach Schulnoten:Spaßfaktor: 6
Gesundheitsaspket (GA): 5-
Körperinterne Kalorienverbrennung (KiKav): 5
Weizenausgleichsfaktor (WAF): 6
Bock per Minute (BpM): 6


Ergo – lasst mich mit DEM Scheiß schon mal in Ruhe -
den nächste Selbstsportversuch starte ich übermorgen – diesmal: Badminton

Extremballpumping


War 2012 denn nun ein gutes oder ein schlechtes Jahr. Die meisten scheinen das ja stets ganz genau bestimmen zu können, was mich in der Tat fasziniert zurück lässt, und ich habe das latent schwelende Gefühl, dass sie jedes Jahr mehr werden auf der "Schlecht-Seite". Also bekenne ich mich aus purer Bockigkeit und meinem fatalen aber zum Glück wieder erstarkten Hang zum Optimismus natürlich dazu, dass ich das in ein paar Stunden zurückliegende Jahr als gutes Jahr abheften werde. Liegt vielleicht auch ein wenig daran, dass unendlich viele Leute ein neues Jahr mit noch viel unendlicheren Erwartungen belegen. Da ich mir das in Gänze abgewöhnt habe und Silvester generell nicht als DEN Tag für Schwüre, Vorsätze und die ganz großen Gefühle betrachte, sondern als den Tag an dem ich als Kind irre lang aufbleiben und diese grünen und roten bengalischen Feuer zünden durfte, kann ich diesen Tag recht locker genießend angehen. Was war denn eigentlich so richtig gut in meinem Jahre 2012?
Ich startete das Jahr - bis auf den obligatorischen Sekt - komplett nüchtern im Kreise derer, die mir alles bedeuten, und war derjenige der als erster müde war.
Ich habe mich laaaaaange  überreden lassen, mir ein Galaxy Tab zu kaufen, was im Nachhinein in Sachen Konsum die beste Entscheidung überhaupt war.
Ich habe einen Blogpost geschrieben mit der Aussage, dass ich Sätze hasse, die mit "ich" beginnen, nur um genau das am letzten Tag des Jahres mit dem letzten Blogpost ad absurdum zu führen.
Ich - da ist es wieder - feierte den Geburtstag meiner Liebsten mit einem erquickenden Wochenende in der Hauptstadt, die mir vor Augen führte, wie inspirationslos der technischen brillante Gerhard Richter ist, wie gut mir die Ramones noch immer tun, wie verraucht eine Schwulenkneipe sein kann und was ein richtig gutes Tartar kann.
Ich war mir meinen Lieben auf über 2000 Metern und schaute ins Land und die Schluchten hinab, habe das Burmiwasser kennen gelernt, 40 Grad ertragen, fantastische Ausblicke auf Berge und Teller (ja, ich meine Teller) genossen und den Geschwindigkeitsrekord auf der Sommerrodelbahn gebrochen.
Ich habe abermals auf Twitter wundervolle Menschen kennen und lieben gelernt, erfahren dürfen, dass es viel mehr Solidarität dort draußen gibt, als man gemeinhin vermuten würde und die Distanz zu einigen auf das kleinste verringert.
Ich habe mit meiner Band Porter das Wunder des gemeinschaftlichen Projekts "Wolkenstein" erleben dürfen, dessen Auswirkungen noch weit ins Jahr 2013 hinein reichen, bzw. dann erst richtig spürbar sein werden. Der Moment an dem wir unser Ziel erreichten war so befreiend und wundervoll, dass ich ihn lange in meinem Herzen tragen werde.
Ich habe tolle und seltsame Konzerte gespielt, welche im Nachhinein aber auch wieder toll waren, denn jeder Moment davon ist auf seine Weise einzigartig und ich bin dankbar, jeden einzelnen erlebt zu haben.
Ich wurde von einem Freund mit der Kamera in sehr unterschiedlichen Situationen gefilmt, ja verfolgt und habe nicht erst durch seine wahre Manie wieder einmal voller Hochachtung gelernt, was es heißt, für eine Sache zu brennen. Dieser innere Brand hat mich auch für ein kleines Mädchen entzündet, die im Kosovo auf unser aller Hilfe angewiesen ist und die wir auch 2013 gewiss nicht vergessen werden.
Ich wehrte mich das gesamte Jahr gegen Anfeindungen, was den drohenden, von irgendwelchen Spacken vorausgesagten Weltuntergang angeht - und behielt recht.
Ich wunderte mich über mich selbst, als ich mich mehr als einmal vor dem Fernseher für den BvB fiebernd wiederfand.
Ich lernte, das manche Schmerzen niemals vergehen, aber dass genau das okay ist.
Ich erlebte wie ein junger Kugelfisch eine lebensbedrohliche Krise durchstand und plötzlich schneller schwamm als je zuvor.
Ich stellte fest, dass es Bad Westernkotten wirklich gibt. Ich war sogar in Bielefeld.
Ich war auf meinem allerersten Twittertreffen, instagramte 600 Fotos, baute meine Pinterestboards beachtlich aus und finde Facebook noch immer doof.
Ich kenne nun endlich die Vorgeschichte zu House of M. und weiß, warum die Scharlachhexe die Realität zusammenbrechen ließ.
Ich wurde weggefegt vom neuen Album der Deftones und weiß, warum neue Musik immer eine große Rolle in meinem Leben spielen wird und ich durfte die einzigartigen Boysetsfire endlich live erleben.
Ich könnte hier ewig weitermachen, aber das will eh niemand lesen. Und ich... Will ich das lesen. Ich denke, ich bereite mich lieber darauf vor, etwas Neues zu erleben. Und das ab sofort.
Ich wünsche Euch allen ein wenig Milde mit dem Leben und vor allem Ruhe, Glück und Gesundheit. Schön, so viele von Euch zu kennen.

Silvester, Wolkenstein und der Stand der Dinge

Es gibt Musik, die ist mehr als der Soundtrack zum eigenen Leben, was an sich schon angenehm und berührend genug wäre. Musik, die vielmehr wie ein guter, alter, vielleicht lang nicht gesehener aber unersetzlicher Freund daherkommt. Musik die sich einem der vom ersten Ton an wie ein wärmender Mantel um die Schultern legt, die einen wohlig umschließt wie ein randvolles Wannenbad mit einzigartigen Duftnoten, Musik, die einen schlicht zuhause sein lässt. Ich bin mir natürlich sehr wohl bewusst, dass ein solches Gefühl für jeden von anderer Musik ausgelöst wird, nur sehr zum Glück für mich bin ich kein anderer und die Deftones geben mir genau das, was ich zur musikalischen Seligkeit zu brauchen scheine. Doch von vorne.

Was hatte ich mich auf das neue Album der großartigen Deftones gefreut. Monatelang angekündigt, habe ich das vermutet fesselnde Werk natürlich sofort vorbestellt und - was nicht so oft vorkommt - die Tage bis zur Veröffentlichung gezählt. Und anders als bei anderen Lieblingsbands, hatte ich hier keine Sekunde auch nur die Befürchtung ob meiner endlos hohen Ansprüche enttäuscht zu werden.

Ich packte das wie immer verdammt stilvoll designte Album aus und von der ersten Sekunde an, schossen mir die Glückshormone von den Ohren durchs Herz in den Bauch und - ja, ich wiederhole mich - ich war Zuhause. Unfassbar tiefe Bässe wummerten mir die Riffs unter die Haut, Chino schrie sich mit seiner markanten Stimme zum ersten melancholisch einnehmenden Melodiehöhepunkt und sofort verschwommen die energetisch epischen Songs zu einem großen Kunstwerk voller Melancholie und Aggression. Einzig die Frage, ob das Album ein kunstvolles Monster ohne erkennbare Hits ist, oder ob nicht jeder Song ein unschlagbarer Hit für sich ist, bleibt unbeantwortbar. Nach jedem erneuten Hördurchgang tendiere ich jedoch weiter zur letzten These.

Dieses Album ist der perfekte Soundtrack für alle, die sich in die Musik fallen lassen können, als würden sie voller Vertrauen von einem Berggipfel in unbekannte Tiefen springen und weder vor brutalen Gitarren- und Schreiattacken Angst haben, noch vor Ambientteppichen und sphärischen Welten voller Wärme und Fantasie.

Die Deftones sind zum 7. mal zuhause, ich bin es auch - diese Scheibe macht (mich) glücklich.

Warum ich Twitter unter anderem auch liebe?

Nun, ich werde hier schlicht behudelt und behandelt, wie sonst nur elitöse Privatpatienten, die mit der schwarzen American Express wedeln, Mitglieder des Spizzelspazzel-Clubs oder Porter-Musiker bei MTV: Erstklassig!

Und unser gloreicher, behandelnder Arzt, Dr.Dicht, kümmert sich rührend um unser Wohlergehen. Soeben wieder überlebte ich seine neueste Therapieverformung, das prophylaktische Tragen eines Edelstahlnudelsiebes. Und was soll ich sagen, mir geht`s schon viel besser. Seit über 7 Tagen bin ich nicht mehr von Außerirdischen entführt worden und meine Gedanken scheinen viel fokussierter in die Twumlaufbahn geschossen zu werden. Und das ist schließlich zum Wohle aller!

Danke, Dr. Dicht!

Die einstweiligen Ergebnisse der Therapie können Sie übrigens HIER im Original einsehen.




Adrenalin in reinster Form, fein gewoben als wärmendes, Leben rettendes Netz, ohne Gestalt und doch purer Energie so nah. Das Gefühl zu Hause zu sein, ganz egal wo man sich befindet. Eingehüllt in einen alles mit sich reißenden Tornado aus Millionen feinster Melodien, ausgespien, das Tote hinfort zu tragen, dem Lebenden mit brachialer Gewalt die Ehre zu erweisen. Eine Katharsis aus Berechnung und entfesselter Emotion, eine Läuterung aus Schmerz und Glück, ein Fest für diejenigen, die noch Sinne haben, die archaisch genug empfinden, um den Kopf hinter den Bauch zu stellen, nur um herauszufinden, dass hier beide zusammen arbeiten. Ein Hochamt für die Sekunde zwischen Aggression und Melancholie.
Deftones - Koi No Yokan - 2012

Ich weiß nicht, ob es nur mir derzeit so eklatant auffällt, aber zumindest die Service-Mitarbeiter von ARAL und SHELL sind derzeit wohl strikt angewiesen, mir, also ihrem Tank-Kunden, der hier auch durchaus schon einmal gerne die knusprige Geflügelrolle mitnimmt, beim Kassieren unbedingt noch etwas aufzuschwatzen.

Neulich bei SHELL: "Möchten Sie noch einen Cofee to go?" - "Nein, danke." - "Ich hätte auch extra für Sie zwei Snickers zum Sonderpreis." - "Auch nicht, danke." - "Wenn Sie einen Kaffee nehmen, bekommen Sie für einen kleinen Aufpreis ein Croissant dazu ..." - "Ich möchte nur zahlen!"

Heute bei ARAL: "Kann ich Ihnen noch einen Kaffee mitgeben?" - "Gegen Geld?" - "Ja." - "Nein." - "Möchten Sie vielleicht 2 Berliner für 99 Cent haben?" - "Eigentlich nicht." - "Sonst etwas aus unserem Backshop?" - "Kann ich bitte einfach zahlen?" - "Natürlich, haben Sie eine ..." - "Nein! Keine Payback-Karte ... und ich möchte auch keine." - "... Payback-Karte ..." - "Auf Wiedersehen!"

Liebe Tankstellen, Geschäftssinn und Kundenservice in Ehren, aber Ihr geht mir derart auf den Sack mit Eurer Drückermentalität, dass ich Euch künftig meiden werde!

Tankeschön, für Euer stetes Bemühen.

Woher kommt Politikverdrossenheit und warum herrscht sie auf beiden Seiten?

Politiker, Parteien, alle im Politikbetrieb müssen sich wieder ein scharfkantiges Profil zulegen. Die Ununterscheidbarkeit macht Euch derzeit alle so unattraktiv für den normalen Bürger. Jeder bedient irgendwie alles und jeden ein wenig, um auch ja niemanden vom Wahl Volk auszuklammern. Ein verkniffenes Schielen auf derzeitige oder prospektive Koalitionspartner, und die fahrlässige Offenheit des eigenen verwaschenen Parteiprogrammes in Richtung der anderen, macht Euch nur schwammiger. Gebt Euch ein Gesicht, steht für etwas ein, bekennt Euch klar und ohne doppelten Boden. Das macht Euch wählbar und lässt die Wahlbeteiligung steigen. Demokratie braucht Leben.

Und Ihr, liebe Wähler, gebt der Demokratie eine Waffe in die Hand. Eine scharfe Waffe. Gebt der Demokratie Eure Stimme. Wartet nicht, bis "die" Politiker zufällig in Eurem Sinne handeln. Geht wählen und beauftragt Eure Volksvertreter. Nutzt diese Eure Waffe. Hört auf Euch zu beschweren, fordert von Euren Angeordnten eine Meinung, eine Aussage und messt sie daran. Das Meckern bringt niemanden voran. Noch nie. Jeder kann in diesem Land etwas tun. Politisch wie sozial. Lasst den Stammtischen und Privatsendern das plumpe Meckern, kehrt ihnen den Rücken und schmeißt Eure eigene Meinung in die Wagschale. Nutzt die Freiheit für die andere Völker sterben.

Seid anders, als Euer Image und legt los. Beide!

Ich erwarte keine Wunder und bin auch nicht verletzt. Ich bin enttäuscht. Vielleicht zum ersten mal, seit ich mich im Web bewege. Ich erwarte auch keine falsche Höflichkeit aber ich erwarte Ehrlichkeit. Doof. Ja. Ich weiß. Aber ich erwarte Ehrlichkeit. Auch im Netz. Und gerade von jemandem, der sich selber als Netzwerker bezeichnet.

Man muss nicht alle Erwartungen erfüllen. Man darf und soll nein sagen. Aber wenn ich etwas nicht leiden, ertragen, tolerieren kann, ist es jemanden in der Luft hängen zu lassen. Ein eisiges Schweigen zu verbreiten wo Sekunden vorher noch ... ich wage nicht mehr von Freundschaft zu reden ... wo vorher Normalität herrschte. Grundlos? Eben das vermag ich nicht zu sagen. Von meiner Seite aus grundlos. Von seiner Seite aus sollte es einen geben. Und den zu erfahren maße ich mir als Recht an. Andernfalls war alles zuvor nichts wert. Gespielt. Eitelkeit. Scharade. Trug.

Das ist kein Netzwerk, mein Freund. Das ist unendlich traurig. Und so geht es mir. Du kannst mir entfolgen. Mich blocken. Das macht es nicht ungeschehen. Ich bin ohne Greuel. Aber wir haben noch etwas offen. Du bist am Zug und ich werde warten. Wenn Du überfordert bist, kein Problem. Wer hätte mehr Verständnis als ich ... sag es doch einfach. Kein Problem ... aber etwas von Dissen in die Welt zu rufen ist scheiße! Vielleicht habe ich zu wenig gelobt und gestreichelt? Kindergarten.

Ich bin an dem Tag für immer ruhig, an dem ich erfahre, was Dein Problem ist. Vorher wirst Du mich nicht los.

Entscheide selbst.

Wenn möglich bitte ... individualisierte Navigations-Modi.

Du bist müde.

Unendlich müde vom Tagewerk. Du hast nur noch diesen einen Drang. Nach Hause. Sofort nach Hause und die Augen schließen. Doch Du hast diese Karten. Seit Wochen hast Du sie und freust Dich darüber, dass Du sie hast. Du schaust sie an und für eine Sekunde überlegst Du ... aber nein. Du verwirfst diesen albernen Gedanken. Du raffst Dich auf. Du schleppst Dich hin. Du gähnst. Du hoffst, es möge früh beginnen, auf dass es früh enden möge. Du willst ins Bett. Doch kaum bist Du dort, verwandelt sich Dein Bewusstsein. Du wirst wacher. Langsam aber stetig. Du spürst es plötzlich. Es kribbelt, es wärmt. Wolltest Du eben noch schlafen? Du kannst es nicht mehr verstehen. Du schaust Dich um und siehst in die Gesichter der anderen. Du überlegst, ob sie alle vielleicht auch eben noch so müde waren. Du siehst, dass sie voller Vorfreude sind. Genau wie Du. Eine Energie, die sich immer so lange unscheinbar in Dir aufstaut, verlangt hinaus gelassen zu werden. Und dann gehst Du rein und es beginnt. Du wirst von der ersten Sekunde mitgerissen. Du hast keine Ahnung mehr, wie Du Dich selber beinahe um das hier betrogen hättest. Und das ist auch schon Dein letzter rationaler Gedanke. Eine Explosion entzündet die Kettenreaktion. Du bewegst Dich, wirst bewegt, bist bewegt. Alle Sinne sind scharf gemacht, der Kopf hat Pause, der Bauch hat Showtime. Bis in die Haarspitzen spürst Du die Energie, die Dich nun durchfließt. Du wirst beschossen, schießt zurück, nimmst auf, gibst ab. Du erwachst immer wieder für kurze Sekunden der Klarheit, schaust Dich und merkst, wie Du über das ganze Gesicht grinst. Du schaust Dich um und alle grinsen. Du erlebst pures Glück in Form von reiner Energie. Du willst, dass es niemals mehr endet. Du bist endlich wieder da. Du bist endlich wieder angekommen.

Und aus Du wird wir!

Danke an ... And You Will Know Us By The Trail Of Dead für das energetischste Konzerte, welches ich je von ihnen miterleben durfte. So geschehen am 18. Oktober 2012 im Kölner Gebäude 9. Mein Dank gilt auch dem superben Support Maybeshewill aus Leicester. Chapeau! 
Ich mag den Hauch vom Seil am Hochbett. Ich erkenne den Wunsch nach dem Sturz der Regierung an. Ich liebe das Gefühl, mich auf fremdem Terrain zu bewegen. Ich bekenne mich dazu, mich zu bekennen. Ich lehne Sätze ab, die mit ich beginnen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, nach Hause zu kommen. Ich schätze Menschen, die lieben was sie tun und umgekehrt. Ich finde Saunen rundum grauenhaft. Ich toleriere viel zu viel. Ich hasse den Hass. Ich liebe die Leidenschaft. Ich bewundere Menschen, die leben. Ich höhle Phrasen, wie jeder andere, doch ich meine es ernst. Ich trauere ernsthaft. Ich gestehe, ich bin Gott. Ich schätze, Ihr wisst das. Ich denke, ich werde einst dafür von Euch umgebracht werden. Ich schätze, ich will es so. Ich fordere alles - von Euch. Ich erinnere mich an Menschen, die mich auslachten - und die gewiss Recht hatten. Ich brauche Widerstand. Ich kulminiere Dinge, die andere nicht einmal wahrnehmen (möchten). Ich brenne. Ich brenne oft. Ich brauche Brennstoff. Ich weiß, ich bin ehrlich zu Euch aber nicht zu mir. Ich gestehe - aber nicht alles. Ich bin bereit, mich zu stellen - jedem und allem - ernsthaft. Ich kaufe viel zu viel. Ich bereue viel zu viel. Ich bin einer von Euch. Ich fühle mich einsam unter Euch. Ich bin ein unverwüstliches Denkmal. Ich bin unsterblich. Ich bin ein Idol von meinerseitig fragwürdiger Gestalt. Ich vergehe - aber noch nicht jetzt. Ich habe mein Versprechen gegeben da zu sein. Ich werde es erfüllen. Ich liebe genau das. Ich explodiere ständig - wenige merken es. Ich brauche das auch nicht. Ich brauche Ruhe ... Gelassenheit. Ich denke, ich bin ich. Ich werde das sein, was ich kann, was ich bin - und auch was ich soll. Ich danke Euch und ich fordere Euch heraus. Ich will Euch. Ich will Eure Ehrlichkeit. Ich egozentriere mich - ich altruisiere mich. Ich finde keinen Widerspruch. Ich liebe!

Ihr Lieben, dir Ihr mir und meiner lustigen Band Porter einen Gefallen tun wollt, stimmt doch bitte hier
http://doodle.com/y4ztmke7qaqusbu4
für uns ab.

Es geht darum, einen Stammplatz in der Rotation vom Berliner Web-Radio Karow-fm zu bekommen. Die Abstimmung läuft - so ich selber richtig informiert bin - bis zum Sonntag, den 14.10.2012.

Danke vielmals!



Und zur Erinnerung:
Wer uns helfen möchte, der kleinen Aurela zu helfen, kann unsere aktuelle CD "Wolkenstein" immer noch für 5,- € frei Haus bestellen (einfach eine Nachricht an uns) oder sich das T-Shirt "Weil nichts egal ist" hier bestellen. Der komplette Erlös geht in das Projekt Aurela-darf-nicht-sterben.

Alle Infos und der Link zur direkten Spende hier.

Lieben Dank!

Die freundlichen PORTERs von nebenan.
Wenn einer eine Reise reist, dann kann er was erleben.
Wenn der dabei noch Meilen reißt, Entfernung wird`s ergeben.
Wenn`s dann auch noch verweilen heißt, wird es zumeist erhebend.
Der eine – der hier reist – den heißt, man Ulf und er soll schweben,
auf unser aller Wohlgeheiß, denn hier geht es ums Leben.
Bring all Dein Licht zum Kosovo, Du wirst Dich nie ergeben.

Energie, Ulf, Energie!

Wenn Ihr meinen Blog aufmerksam verfolgt, wird Euch nicht entgangen sein, dass Ulf Hundeiker gerade zusammen mit der Organisation World Life Vision versucht das Unmögliche möglich zu machen.

Er versucht das Leben der 1-jährigen Aurela zu retten, die an Leukämie erkrankt ist und dringend eine Stammzellentransplantation benötigt. Aurela lebt mit Ihren Eltern im Kosovo wo eine derartige Behandlung nicht möglich ist. Dort zu bleiben wäre also Aurelas Todesurteil.

Ulf Hundeiker setzt sein vielen Wochen alle ihm zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung, fährt am kommenden Wochenende auf eigene Kosten vor Ort in den Kosovo, und hat jede Art von Hilfe nicht nur verdient, sondern auch bitter nötig, da das Erreichen der nötigen Mindestsumme von 80.000 Euro, trotz zahlreicher Kleinsthilfsaktionen der unterschiedlichsten Menschen, noch in unerreichbar weiter Ferne zu sein scheint.

Ich möchte Euch heute einen weiteren Tropfen auf den heißen Stein ans Herz legen: Das "Weil nichts egal ist"-T-Shirt, welches Ihr in meinem Spreadshirt-Shop "Der Herrgott`s Ablass-Shop" für 19,40 € in den verschiedensten Farben und Größen, für Männer, Frauen und auch Kinder erwerben könnt.

Alles was ich daran verdiene (auf Spreadshirt selber habe ich natürlich keinen Einfluss), also 10,- € pro Shirt, geht garantiert direkt und zu 100% in Ulf`s Hilfsaktion! 

Ihr Lieben, es ist für die meisten von Euch kleines Geld und keine Sorge, auf dem T-Shirt selber ist nur der Spruch drauf, keine Werbung, kein Link, keine Betroffenheit. Ihr tut etwas Gutes und könnt es sogar anziehen. Spreadshirt steht zudem für eine wirklich hohe Produktionsqualität.

Lieben Dank für Eure Hilfe und so Ihr direkt und ohne Umwege spenden wollt, so könnt Ihr das selbstverständlich auch tun und zwar hier: www.aurela-darf-nicht-sterben.de  - hier findet Ihr auch alle Infos zum Hilfsprojekt und zu Aurela. 

Danke an alle, denen es NICHT egal ist!

Sollten mir Menschen egal sein, die einen angesichts des zumindest guten Willens bezichtigen, man würde genau das Elend, welches man zu bekämpfen sucht, dazu ausnutzen, um selber Werbung zu machen? Sollten mir diese Widerlinge nicht einfach egal sein? Oder sollte ich mich im tiefsten Grunde meines Herzens darüber aufregen, so wie ich es gerade tue? Aufregen über das schiere Meckertum dieser dummdreisten Nichtstuer, die andere mit Vorliebe dafür kritisieren, dass sie zu wenig tun, oder dass sie etwas falsch machen, einfach, DASS sie etwas machen. Wollen sie nur darüber hinwegtäuschen, dass sie selber nicht gewillt sind sich zu engagieren? Wollen sie einem die Kompetenz absprechen, weil man lediglich im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten tätig wird? Wollen Sie sich schlicht als die Miesmacher und Pessimisten gebärden, die sie sind? Ich habe mich entschieden. Mir sind diese Menschen nicht egal. Ich werde ihnen meinen Standpunkt erklären, wieder und wieder und wieder. Bis sie zu Staub zerfallen – oder wenigstens andere Menschen in Ruhe und ihr Werk verrichten lassen.