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(M)Eine kurze Chronik (m)einer langen Woche in den Kölner Konzert-Clubs im etwas monothematischen Namen des gepflegten, politischen Hardcores.  

Montag, Tag 1 von 4Der Beginn und eine große Liebe!

Was habe ich mich auf dieses Konzert gefreut und inzwischen auch festgestellt, dass ich schlauer Impulsiv-Fuchs sehr weise daran getan habe, mir die Tickets direkt zu besorgen, als Fjort ihre Tour angekündigt haben, denn alle Termine waren in rasend schneller Zeit ausverkauft. Das liegt natürlich auch daran, dass ihr neues Album "Couleur" ein absoluter Hammer und jetzt schon ein Referenz-Album, nicht nur für die deutsche Posthhardcore-Szene geworden ist. Allerdings ist es auch ganz eindeutig  - und das macht es so gut - die konsequente Entwicklung eines Weges, den die Band schon seit der ersten EP "Demontage" beschreitet. Ein energetischer und sehr eigener, fesselnder Weg. 


Die Aussicht Fjort zuerst hier und heute zuerst im tollen Gebäude 9 und dann am Freitag beim #FamilyFirstFestival vor Boysetsfire sehen zu dürfen, beflügelt die Anfahrt und erhöht die Vorfreude. 

Die unglaublich großartigen #Fjort schreien einen (sehr oberflächlich gesehen) im Grunde 2 Stunden am Stück an, und das mit einer Intensität, dass man um die Stimmen von Chris Hell und David Frings bangt, und doch steht man da grinsend oder wahlweise mit offenem Mund, und man denkt Dinge wie: diese gottverdammten Schöngeister! Die Ansagen zwischen den Songs unterstreichen nicht nur, was die Lyrics versprechen, sondern offenbaren auch wirklich sympathische Menschen, die das Herz am rechten (oder in diesem Falle eher am linken) Fleck tragen.

Eine unfassbare Lautstärke, und ein Bass, der sogar Mogwai und die Deftones 
in der Disziplin Nierensteinzertrümmerung per Schall in die Schranken weist, gepaart mit einer großen (sowie großherzigen) politischen Haltung gegen Rechts, gegen Rassismus und den ganzen Kleinherzenkram, verpackt in geschichtsbewusste Lyrik fernab stumpfer Parolen, lässt das gesamte Konzert anmuten wie ein infernalisch wärmendes, körperlich wie geistiges Wannenbad. Ich weiß, das klingt irre, trifft es aber in meinem Fall sehr gut. 

Kurzum: meine Tanks sind wieder voll – und das an einem Montag! Und Fjort, das bestätigt sich hier und heute einmal mehr, sind inzwischen eine eigene Klasse für sich geworden, quer über viele Stile und Szenen. Danke!



Mittwoch, Tag 2 von 4 "WITH YOUR ANGER – WITH YOUR FUCKING RAGE!"
Tag 2 der wundervollen #Konzertwoche in #Köln.
Endich ist es wieder soweit! Meine Lieblingsband tut es wieder! Die einzigartigen @boysetsfireofficial treten heute mit ihrem "Family First Festival Secret Gig" vor dem eigentlichen "Family First Festival Warming-Up-Gig" vor dem eigentlichen #FamilyFirstFestival im ebenso einzigartigen #gebäude9 auf. Gott, was bin ich froh, dass ich auch diese Karten (2 von 300) geistesgegenwärtig gekauft habe!

Gott, war DAS geil, Jungs!!! Danke für diesen geilen Abend! Das ist Liebe!
Ich glaube, man kann viele Bands geil finden und lieben, aber ich für mich kann sagen, dass es für mich eifach diese eine hier ist! Hier passt (für mich ganz persönlich) einfach alles zusammen. Musik, Energie, Texte, Haltung, persönliche Sympathie und sogar die Fans – eine großartige, liebenswerte Einheit und alles was ich will! Daher, dieses #familyfirst Dingen passt unglaublich gut. Und auch wenn ich heute den kleinsten und vielleicht sogar schon besten Gig unglaublich genossen habe, freue ich mich auf Donnerstag Abend in der Live Music Hall!
Ach und die heimische Supportband #Giver hat ebenfalls eine echt guten Job gemacht und ebenfalls Haltung bewiesen, Respekt! 
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Und scheinbar war ich 2012 der gleichen begeisterten Meinung 
http://www.visions.de/…/k…/1831/boysetsfire/koeln-09-08-2012

 


Donnerstag, Tag 3 von 4

... in der wundervollen #Konzertwoche. Tag 2 von 3 mit den unvergleichlichen @boysetsfireofficial und Gottchen, was soll ich sagen. Das Gebäude 9 hat mich gestern doch arg verwöhnt, was die intime Atmosphäre angeht, und obschon die Live Music Hall auch noch eine echt okaye Größe hat, war ich bei der Ankunft angesichts der vermeintlichen Menschenmassen doch etwas überfordert. Coldburn habe ich durch den Stau leider verpasst, aber der gute Matze Rossi hat einen verdammt guten Job gemacht - kommt mir immer mehr ein wenig so vor, wie ein deutscher Chuck Regan.

Aber als dann die ersten Töne erklangen und (heute mal direkt zu Beginn) "Rise, Rise, Rise" aus allen Kehlen die Halle erfüllte, war alles sofort wieder, wie es sein sollte. Sehr höfliche, nette, brüllende Menschen machen das Konzert, wie immer, zu einem Erlebnis! Auch wenn ich finde, dass #boysetsfire im kleinen Club noch immer am charmantesten rüber kommen, diese Jungs und diese Songs, packen jede Halle (was ich dann, wie auch schon drei Jahre zuvor, sehr eindrucksvoll einen Tag später im Palladium bestätigt finden sollte).
Auch wenn mir das Palladium generell schon zu viel groß ist, ich freue mich wie blöde auf morgen, und dass diese größte kleine Band der Welt so einen Laden ausverkauft. Und beim nächsten #bsf Dreier in Köln, nehme ich mir definitiv frei und ein Hotelzimmer, ich werd` ja auch nicht jünger!



Freitag, Tag 4 von 4

Tag 4 meiner abnorm schönen #Konzertwoche: Das große und laute und geile Finale der diesjährigen #boysetsfire #Festspiele in Köln!
"With your anger, with your fucking rage" - oder: "Take care of each other, we're all brothers and sisters!"
Ich habe es bereits nach dem Boysetsfire Gig im Gebäude 9 prognostiziert, dass ich das Gefühl habe, das wohl geilste  der drei Konzerte in Folge bereits gesehen zu haben. Das liegt aber zum einen daran, dass ich lieber Konzerte mit 300 als mit 4000 Leuten sehe, und zum anderen daran dass es immer wieder genial ist, die Jungs, pardon, inzwischen darf man ja auch die Herren sagen, nach langer Pause zum ersten Mal wieder live vor sich zu haben - das darf dann auch ruhig 3 mal am Stück sein!

Andererseits kann man die 3 Konzerte gar nicht wirklich vergleichen. Sympathisch sind sie immer, gut drauf auch und ich habe keinen Gig von BSF bisher gesehen, den ich bereut hätte und bei dem sie nicht Vollgas gegeben hätten. 

Musikalisch waren Boysetsfire in diesem Jahr allerdings wesentlich besser, um nicht zu sagen perfekt eingespielt, wenn man die Jubiläumsgigs mit einigen, alerdings sympathisch, verspielten Songs von vor drei Jahren zugrunde legt, die wiederum ihre ganz eigene Dynamik hatten und jetzt schon als legendär gelten. Das Gebäude 9 ist einfach perfekt für harte Gitarrenmusik im intimen Rahmen. Die Live Music Hall ist an mir emotional in diesem Jahr ein wenig vorbei gegangen aber das Palladium dagegen, eigentlich so gar nicht mein Laden, auch schon von der Größe her, hat gezeigt, dass Boysetsfire inzwischen in der Szene eine derartige Ausnahmestellung genießen (wie übrigens die unglaubliche geil abliefernden Fjort in der deutschen Szene auch, die diesen riesigen Laden mit der ihnen eigenen Urgewalt im Sturm erobert haben), dass sogar hier der komplette (!!!) Laden zum Tollhaus wird und alle, wirklich alle jede Zeile mitsingen! Ein Erlebnis!

Nur der Vollständigkeit halber, AYS habe ich komplett verpasst, Great Collaps waren fast fertig, als ich verspätet eintraf, machten aber ganz gut Dampf und Dave Hause dagegen war mir persönlich zu sehr Amirock der Art, die mich nicht wirklich packt und die Art der Bühnenpräsenz ist wohl auch nicht wirklich meine. Naja.  


Was ich wirklich genial und absolut geil finde ist, dass Boysetsfire inzwischen alles dürfen. In der einen Minute noch brüllt sich Nathan Gray - im Grunde die ganzen 2 Stunden über beide Ohren glücklich grinsend in die Menge schauend wie ein Honigkuchenpferd – zum herrlichsten Hardcore Gebolze seiner Freunde, seiner Familie (hier passt das mal) die Seele aus dem Leib, in der nächsten Minute spielt er mit Chad inmitten des gerade noch moshenden Pulks mal eben ein herzerweichend zartes und emotional aufwühlendes Akustikset, nicht ohne die lieb gewonnenen Rededuelle untereinander auszulassen. Der abschließende Übergang von der Akustik, zurück zu amplifizierter Hardcoregewalt gelang dann dementsprechend überraschend für alle. Aber eben überraschend gut. 

Großartig übrigens zu sehen, dass die, ich nenne sie mal Präsidentschaft, von Donald Trump sowie der braune Politmob in Deutschland und ganz Europa, eine wirkliche Repolitisierung der gesamten Szene befeuert. Wirklich jeder Künstler an diesem Abend, sei es Dave Hause oder die in dieser Hinsicht derzeit sehr klar und scharf formulierenden 
#Fjort, sowie natürlich Boysetsfire höchstselbst, haben ausführliche und deutliche Statements gegen sämtliche Nazibrut an die Menge gerichtet. Angesichts vieler junger Menschen im Publikum, die vielleicht zum ersten Mal Boysetsfire live sehen, ist das keine linke Folklore sondern absolut wichtig! Danke für die klaren und tief zu Herzen gehenden, klaren Worte!
Das Fazit ist, die Woche war durchaus anstrengend, aber es hat sich absolut gelohnt. Ihr Lieben, gerne alle 3 Jahre wieder, aber dann mit Hotelzimmer!

Danke auch an die sage und schreibe 5 Leute die mich nach dem Gig umarmt und mir auf englisch zu meinem großartigen Auftritt gratuliert haben, ähm ... ja, weil sie mich im Halbdunklen für @nathangraymusic gehalten haben. Sehr schmeichelhaft aber es lag dann wohl am schwarzen Hemd und dem grauen Bart. Wir sind halt inzwischen beide alte Säcke 
 Jederzeit gerne wieder! 






Ach und ... kleiner Nachtrag ... bleibt mir noch den Typen, die mir während des Konzerts den Wagen aufgebrochen haben, viel Spaß mit meinem Mac zu wünschen! IHR ARSCHLÖCHER!

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Frühere Posts zu Boysetsfire:







Die Musik ist der Religion nicht ganz unähnlich – und doch komplett anders. Musik will Dich nicht bevormunden – Musik will  Dich befreien. Musik will nicht Deine ungeteilte Liebe – und bekommt sie am Ende doch. Musik erwartet nicht, dass Du Dein Leben nach Ihr ausrichtest – und doch schenkst Du Ihr Deine Seele. Musik will nicht Deinen Gehorsam – sie schärft Deinen Verstand, Deine Aufmerksamkeit, Deinen Widerstand, Deinen Enthusiasmus, Deine Hingabe.

Die Musik die all das in mir auslöst, und das ungeteilt zu jeder Zeit, in jeder Situation, in jeder Lebenslage, die mir ihre Energieschübe direkt ins Herz schießt, die mich zuverlässig aus jedem Tief herausholt oder die mir auch schon mal kräftig in den Arsch tritt, wenn ich mich in Selbstmitleid suhle ist ganz real, bodenständig, geerdet, voll von anarchistischer Wut, poetischer Wucht, wärmender Liebe, beißender Kritik, glühender Energie, ergreifender Schutzlosigkeit - schlicht von einer Ehrlichkeit, die, von einem Menschen zu verlangen, beinahe zu viel verlangt wäre. Diese Musik, die mich antreibt, mich inspiriert, die mir anstelle beschissener Produkt-Versprechen, wie etwa der stinkenden Red Bull-Flügel, verlässlich die Erhabenheit verleiht, das was ich tue, mit genau dem kleinen Bisschen mehr an Energie und Liebe zu tun, damit es besonders wird, diese Musik kommt von boysetsfire.

Und eben jenen zu Ehren pilgern wir am 9. August 2012 wieder alle nach Köln. Die einzige Angst, die sich vorab in mir auf den kleinen Hocker neben Sofas voller Vorfreude und grundgut gelaunter Stimmung setzt, gibt sich tumb dem befürchteten Dämpfer hin, dass ich schlicht zu viel erwarten könnte, von dieser im Jahre 2007 in großer Freundschaft und in herzzerreißenden Abschiedsshows aufgelösten Ausnahmeband, dessen unausweichliche Rückkehr nicht nur ich mit Erleichterung bejubelt habe. Vorweg: Die Angst was nicht nur unbegründet, die Angst war dumm – aber so ist es immer mit der Angst – sie ist dumm! Diese Band ist und bleibt ein Bollwerk des Hardcore, eine Institution des Wir-Gefühls. Das Sprachrohr inzwischen mehrerer Generationen von Freigeistern, von Menschen, die Politik nicht schlicht als Übel wahrnehmen, sondern, als eine Herausforderung begreifen, der es sich zu stellen gilt. Jeder auf seinem Gebiet, jeder wie er kann, nichts muss, aber alles, alles geht – und Du bist niemals alleine dabei! Du hast Verbündete. Und von diesen Verbündeten ist die Kölner Essigfabrik am diesem heutigen Abend bis zum Bersten gefüllt. Zunächst sogar unangenehm gefüllt.

Nichts gegen die Vorbands dieses Abends, wer wäre ich, diese abzukanzeln, zu vergleichen oder gar schlecht zu reden. Viel zu oft hat man Top-Acts erlebt, die den Bands, die für sie eröffnen entweder nur einen schrecklichen Sound zubilligen, oder sich sonstwie diesbezüglich als Ekel erweisen. Nicht so boysetsfire. Und das nicht nur, weil sie es nicht nötig haben, sondern viel mehr, weil es gegen alles ginge, für das diese Band steht. Aber Fakt ist leider auch: Gegen diese Band hat niemand wirklich eine Chance. So gesehen ist es eine Ehre, aber auch eine ebensolche Bürde, für sie zu eröffnen. An dieser Stelle also noch einmal einen großen Respekt an Red Tape Parade und Off With Their Heads.   

Als schließlich das BSF-Backdrop-Banner mit dem Slogan „While a nation sleeps“ über der Bühne thront, kann man die allgemeine Vorfreude bei wirklich jedem im Saal spüren. Übrigens sind die Leute hier – wie eigentlich bei allen Hardcore-Konzerten mal wieder einfach nur nett, kommunikativ und hilfsbereit – was sich nicht nur im kollektiven Abgeben einer im Tumult gefundenen Brille beim boysetsfire-Sänger Nathan Gray und dessen akribischer Suche nach dem Besitzer zeigte. An dieser Stelle einen unbekannten Gruß, an den halbnackten jungen Mann, der sich mit mir vor der Bühne verbrüdern wollte, die Augen tränennass vor Emotionalität beim finalen Ruf „Redemption`s all we need!“. Doch ich greife vor. Schon vor dem ersten Ton ist plötzlich alles klar. Ich habe keine Ahnung warum, aber jeglicher Zweifel zu viel zu erwarten, erstirbt und macht Platz für dieses wohlig-warme, aber angenehm aufgeregte Bauchgefühl, dass man verspürt, wenn man urplötzlich genau weiß, dass man jetzt genau, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle ist. 

Und dann geht es nicht nur los, es wird entfesselt. Von der ersten Textzeile an, singen, schreien nahezu alle Anwesenden jedes einzelne Wort, das von der Bühne schallt, synchron und unfassbar textsicher zur, ob dieser Tatsache, sichtlich gerührten und enthusiastisch aufspielenden Band zurück – obwohl sie es eigentlich gewöhnt sein müssten. Das ganze Konzert ist von Anfang an eine Familienzusammenführung – man kennt sich nicht, aber fühlt sich zu Hause. Es ist ein Hochamt derjenigen, die nicht nur die unfassbare Energie der Band zu schätzen wissen, sondern, die jeder einzelnen Zeile den Respekt geben, die sie verdient. Sogar das vom Band eingespielte, pathetische Intro zu „Walk Astray“ wird derart laut und mit Leidenschaft mitgesungen, dass der 1000-köpfige Chor mit „I don`t wanna sing about freedom anymore“ jedes einzelne Haar auf dem Arm senkrecht zu Berge stehen lässt.  

Bei großen, bekannten Bands würde man wohl von einem Hitfeuerwerk reden. Aber bei dieser in unseren Herzen wahrhaft großen Band, ist schlicht jeder Song ein Höhepunkt voller Erinnerungen, voller Emotionen, voller Kampfgeist. Und das Schönste zwischen diesen so lieb gewonnenen Songs ist, dass sich die neuen hier nahtlos einreihen und sofort in die Familie aufgenommen werden, was vielleicht auch daran liegt, dass BSF die Lyrics zu „Bring Back The Fight“, „Until Nothing Remains“ und „Let It Go“ bereits als Download auf boysetsfire.org zur Verfügung stehen. Auch wenn ich nach wie vor nicht hinter das Geheimnis von Nathan Grays Stimme komme und warum dieser Mann nicht nach jedem Song für mehrere Wochen heiser ist, gibt es kaum einen schöneren Anlass, um angeschrien zu werden (und die Möglichkeit zurück zu brüllen), als die großartigen Kampfrufe „With your anger! - With your fucking rage!“ und das legendäre „Rise“. Und so könnte ich hier nahtlos an die hundert Gänsehautmomente aufzählen, die mich irgendwann nur noch debil grinsend in diesem Tumult stehen ließen, mir bewusst werdend, dass ich genau das hier nicht nur gerade jetzt, sondern für immer brauchen werde. Es ist eine Sucht, ein Sog, der einen niemals mehr loslassen wird, aber eben eine Sucht, die Dich nicht lähmt und tötet, sondern die Dir die positivste Energie Deines Lebens gibt und Dich spüren lässt, dass Du am leben bist.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber für mich sind diese Songs – natürlich gerade live – das Lebenselexier, was mich auf der Stelle dazu ermuntert, kreativ zu werden, etwas zu erschaffen, auf das ich stolz sein kann, mich nicht in Selbstmitleid oder Agonie zu versenken, sondern nach vorne zu blicken und loszurennen! 

Und gleichzeitig bin ich an diesem Abend mal wieder unsagbar stolz auf diese Jungs, diese eine Band auf Augenhöhe, obwohl ich niemanden von ihnen privat kenne. Ja, das geht. Eine Band, die derart lange und auf so hohem Niveau ihr Herzblut in eine Sache steckt, die anderen soviel Mut macht, die ihre Kunst mit derart hochwertigen, wie poetischen, einfach mitreißenden Texten krönt, hat mehr als meinen Respekt verdient! Ich wünsche uns allen ein wundervolles, neues Album und ich wünsche boysetsfire, dass sie ihren Weg unbeirrt weitergehen, aber auch, dass sie weiterhin nicht zur Stadionband mutieren, denn an diesem Abend wird es wieder sehr deutlich: so schwer es mitunter ist an Bier zu kommen, und es – ohne die Hälfte über andere Menschen zu kippen – irgendwie zu trinken, so genial und wichtig ist diese schwüle Hitze, dieser enge, unfassbar laute Kessel für den Hardcore, eine der ehrlichsten Musikrichtungen überhaupt. Hier wird gearbeitet, schwer gearbeitet. Und das seitens der Band, als auch vom Publikum. Hier werden Energien zu gleichen Teilen ausgetauscht, es gibt kein „Ihr da oben – wir hier unten“, es gibt nur Menschen, die sich gegenseitig ihre Leidenschaft schenken. Und genau so will ich das haben! 

Wer so brennt wir BSF, wird niemals ausbrennen.
Für immer!   

Und hier gibt`s ein paar schicke Fotos vom Gig:
http://www.musicheadquarter.de/live/fotos/fotos-von-boysetsfire-tour-2012-am-09-08-in-der-essigfabrik-in-koeln/