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Solange es Frauen gibt, die ihre Handtasche in der Armbeuge tragen, ist die Gleichberechtigung ein fernes, schier unerreichbares Ziel.
Solange es ein kühl kalkuliertes Produkt wie Helene Fischer in die Herzen der Menschen schafft, ist Kunst für die breite Masse der Gesellschaft nur eine Randerscheinung.
Solange es Menschen gibt, die sich in ihrem unwürdigen, auf Angst und augenscheinlicher Bildungsferne fußenden Gebaren, gleich eines präfaschistischen Mobs, nicht einmal der offenbaren Peinlichkeit ihres Tuns bewusst sind und die ernsthaft glauben, man würde sich ihrer nicht erwehren, ist die Evolution des Menschen scheinbar noch nicht abgeschlossen.
Solange unvollendete evolutionäre Prozesse, intellektuelle Randerscheinungen und unerreichbare Ziele den Diskurs des Mainstreams bestimmen, bleibe ich der, der dagegen ist.
Die Evolution hat uns reingelegt. 

Kein halbwegs Vernunft begabter, normal wohlhabender Erwachsener in der westlichen Hemisphere kann sich davon frei sprechen, der Versuchung einer völligen Depression klaglos eine Absage erteilen zu können. Nicht, dass man die Wahl hätte.

Über Jahrtausende hat sich unser Geist - evolutionär unterstützt - heraus gebildet, um besser, schneller und komplexer werden zu können, als der jedes anderen Wesens auf diesem Planeten, nur um uns dann eiskalt in die Bewusstseinsfalle tappen zu lassen.

Ich wage erkennen zu wollen, dass intellektuell herausragend geschulte Geister, an sich selbst zu zerschellen drohten / drohen / drohen werden. Dieses ganze "Wo kommen wir her"-Gedenke führt letztlich immer in eine rangierunfähige Sackgasse, der lediglich ein an sich selbst angeschlossener Kreisverkehr angeschlossen ist.

Künstler aller Epochen, haben sich dem Ursprung, wie dem Sinn des Ganzen, in unendlicher Ausprägung angenähert. Wundervolle Kunst ist entstanden, geniale Zeilen, großartige Bilder, multivers verortet anmutende Meilensteine.

All das immer nur, um das Eine zu erkennen:
Wir ersticken an unseren Möglichkeiten.

Letztlich sind es nicht einmal die großen Themen, an denen Menschen zerbrechen. Es ist der Alltag, der sich ob eines gedachten, gefühlten, weitaus größeren Zusammenhangs als so lächerlich erweisen kann, dass viele den Bezug dazu verlieren. Es ist eine bittere Fußnote der Evolution, dass es die basischen Dinge sind, die Menschen zerstören, nicht die im Detail existierenden immanenten.

Frieden, Gleichheit, Liebe, Freiheit, Empathie, Mitleid, Freundschaft. Diese Dinge sind die Bestandteile, die unserer bloßen Existenz die entscheidende Würze verleihen können. Aber nicht zwangsläufig müssen. Dazu gehört immer die persönliche Geschichte.

Es wäre im Grunde so einfach. Der unumgängliche Pferdefuß bei all dem ist allerdings, dass wir die Fähigkeit haben zu vergleichen, die Gabe zu Denken, was wäre wenn. Eine Entscheidung, ein winziges Rädchen um ein µ anders gedreht und unser gesamtes Leben wäre ein anderes. Und verdammt - was, wenn dieses Leben dann ein "besseres" wäre? Die unglaubliche Krux an diesem Gedanken ist jedoch: es gibt immer ein besseres, vorstellbares Leben.

Und so finden wir allesamt keinen Frieden in unseren Sein. Der Neider sucht Schuldige für seine, für ihn real existierende Misere. Der Zweifelnde macht sich selbst zum keinen Ausweg findenden Unwissenden. Der Tumbe wird als solcher von den Missgünstigen ausgemacht und übervorteilt. Und so weiter. Selbst der Optimist - der ich bin - verortet in seinen düsteren, klaren Stunden, dass es Sinnlosigkeit auszuhalten gibt. Vielleicht hat der - wie auch immer - gläubige Mensch dann doch noch die besten Karten in diesem Spiel, auch wenn es in meiner kleinen Welt lediglich eine eskapistische Nuance von Philosophie darstellt.

Fakt - und alleine das Wort macht hier Spaß - Fakt ist, es gibt weder einen Grund, die Kunst in all ihren Facetten aufzugeben, schließlich stellt sie immer noch den spannendsten Auswuchs an Sinnstiftung dar, noch, sich jeden Morgen von der Evolution, als ausgewiesene Krone der Schöpfung, den Tag versauen zu lassen. Aber meine Gedanken sind vollsten Verständnisses bei jenen, die genau das nicht verhindern können.



Wenn man so krank danieder liegt, hat man Unmengen von Zeit. Zeit, die man im Grunde immer haben wollte, die man so aber nicht dergestalt nutzen kann, wie man sich das im gesunden Zustand vorstellt. Gut, es ist nichts Ernstes und so bekommt man ein paar Tage mit Rumliegen schon ganz gut rum, zumal man inzwischen ja auch auf dem Sofa dank kleinster Geräte mit wirklich allem ausgestattet ist, was der moderne Mensch so braucht.

Und so stöberte ich heute einfach mal im Netz herum, durch Foren, Online-Artikel, Blogs und derlei. Nicht, dass mir Trolle unbekannt wären. Besuchen sie mich doch auch recht regelmäßig immer dann, wenn ich etwas Eigenes auf die Beine gestellt, und so ganz der Kommunikations-Evolution folgend, die Neider auf den Plan gerufen habe. Aber beim Surfen ist mir da ein ganz neuer Trend aufgefallen.

Man ist heute nicht mehr einfach nur dagegen, inklusive unterirdischer Beleidigungkaskaden, ohne jedoch einen konkreten Gegenvorschlag auf der Pfanne zu haben. Nein. Man scheißt klug und führt kurz die Menschen und ihre Fehler vor (zumeist simple Flüchtigkeitsfehler, die des laschen Umgangs mit der Autokorrektur zuzuschreiben sind) auf dass alle sich über diesen Trottel lustig machen können und ... verpisst sich dann. Hier wird dann oftmals der ganz große Abgang gewählt, von wegen: "Ihr seid hier alle so dermaßen ungebildet und doof, ICH bin ja der größte Käse in diesem Kühlregal, ICH bin vom Fach, mein beruf ist irgendwas mit Schreiben und das seit mindestens 100 Jahren, das mache ICH nicht länger mit. ICH haue ab." 

Wenn man sich jedoch dann einmal den Spaß erlaubt - und hey, ich habe heute die Zeit - und surft den Klugscheißern hinterher, stalkt ihre eigene Homepage, oder liest die Beiträge dieser Leuchten, die sie nicht selten nach ihrer Flucht schnell noch löschen, sieht man zumeist, warum diese Trolle 3.0 so schnell Fersengeld geben. Die Texte dieser Luftblasen sind derart gespickt von Fehlern, dass man sich wünscht, alle Server stünden in Glashäusern und die digitalen Steinewerfer ganz schnell im Freien.

Bleibt zu überlegen, was die Motivation dieser Nachfahren reisender Scharlatane ist, arglose Menschen vorführen zu wollen. Ich denke, es ist - wie im Grunde immer - das eigene Ego. Wenn man selber nichts kann, fühlt man sich scheinbar schlicht besser, wenn man anderen einredet, dass sie auch nichts können. Wenn das Netz in Schubladen aufgeteilt wäre, befänden wir uns hier gerade in einer der unteren Abteilungen.

Ich kann nur sagen, lasst Euch niemals von solchen Pfosten die Lust am Schreiben, Malen, Musikmachen oder sonst was verderben. Zeigt Ihnen die kalte Schulter - oder übergießt sie hier und da einfach mal wieder mit siedendem Öl.




77 Prozent der Schallgeschwindigkeit, sagt der Pilot. Was sonst auch sollte man fremden Menschen sagen, die man weder kennt, noch bewussten Auges jemals wieder sehen wird. Es kann sein, dass der ein oder andere seinen, einem Nerdinteresse geschuldeten, Nutzen aus dieser Information ziehen kann. Ich kann es nicht. Mich wirft es zurück in meinen Gedanken, Echos aus einer Zeit, die ich selber nicht erlebt habe, als kollektiver, durch Wissen vermittelter Nachhall der Menschheit.

77 Prozent der Schallgeschwindigkeit sind mein Portal in eine Welt der Konfrontationen mit wahrhaft Fremden. Als Menschen andere Menschen in anderen, für sie nur mühevoll erreichbaren Regionen, überfallen, getötet, vergewaltigt und versklavt haben. Aus keinem anderen Grunde als Reichtum und Macht. Diese Menschen hatten keine 77 Prozent Schallgeschwindigkeit zur Verfügung für ihre Raubzüge. Nicht einmal 50 oder 30 oder … diese Menschen waren zu Fuß oder zu Pferd unterwegs und konnten vielleicht gerade deshalb so perfide und skrupellos morden. Sie konnten „die anderen“ gar nicht kennen. Es gab, jenseits einzelner Versuche, kaum einen Austausch zwischen den Kulturen.

Dann kommt irgendwann ein Kaltgetränk und ein Sandwich. Ich verneine den Einkauf von Düften und Schals und gehe zurück in der Geschichte. Hier kam irgendwann die Aufklärung. Und sind seit dem auch noch so unvorstellbare Gräueltaten begangen worden - ja, auch von aufgeklärten Menschen - muss man dem Menschen und seiner kollektiven Fähigkeit an sich dennoch eine Art intellektuellen Fortschritt bescheinigen. Wir haben das Wissen um unsere Nachbarn, wir kennen Hintergründe vermeidlich fremder Kulturen, wir haben gelernt, Konflikte ohne Gewalt zumindest lösen zu wollen. Ob wir von all dem Gebrauch machen, ist eine ganz andere Frage. Aber zumindest könnten wir es nun.

Mein Sandwich nagend und aus dem Fenster den endlosen weißen Wolken ins friedliche Wohnzimmer schauend, weiß ich gar nicht, was schlimmer ist. Dass Menschen früher aus Unwissenheit Unheil in die Welt gebracht haben, oder dass sie es heute trotz besseren Wissens noch immer tun.

77 Prozent der Schallgeschwindigkeit gemahnen mich daran, dass wir heutzutage eine Chance haben, eine riesengroße Chance, die unsere Vorfahren allesamt nicht hatten. Wir können uns informieren, wir können uns umsehen, wir können blitzschnell Ozeane und Kontinente überwinden und uns in der Sprache der anderen verständigen.

Und es erinnert mich daran, dass sogar diese - für mich im Grunde nutzlose Information - ihren Sinn haben kann.