Wenn Sandalen sich Ahlen, im Sand sie bezahlen,
Mit Stil den Geschmack, gleich Herthaner Bengalen.
Banalen gefallen sich tumbfein bestrickt,
An bündigst gefallteter Hose in schick.

Die Coolen sich suhlen, in sündigen Pfuhlen,
Samt iPhone in Schalen, in hippen Sandalen,
Der Flip kickt den Flop und beerdigt den Sinn,
Im Sarg liegen Hipster und Spießer drin.

Wenn sie triefend nass schlabbern, am falschen End sabbern,
Sich stolpernd bewegen, auf all ihren Wegen,
Gekröse zertreten, mit ihren Sekreten,
Gar würdelos schlockern, und hemmungslos plockern.

Der König des Unbills, der Götze all jener,
Die Selbstbild verneinen, die Achtung entbeinen,
Sind Treckingsandalen, ein Schurz der Vandalen,
Ein Eid offenbart sich, in übelster Kurzsicht.

So lasst sie sie tragen, die Stummel rausragen,
Den Geist flach entbeinen, am End ihrer Beine,
Dem Spottt sich preisgeben, von jenen, die leben,
Von jenen die Denken, das Feuer ablenken.

Was szeneweit nett ist, denkortens nur Dreck ist,
Die iPads zermalmen, die Fotos gleich Palmen,
Die Szeneblogs toben, auch unter den Roben,
Bis schwitzfüßig hip ist, was denkortens Shit ist.

Sandalen der Qualen, im Sand sie bezahlen,
Mit Stil den Geschmack, gleich Fortunen-Bengalen,
Banalen gefallen sich tumbfein bestrickt,
An kleinstmöglich getacktetem Hirn - schön und schick.
Gefällt mir fav ich nicht.

Es ist eine durch und durch arrogante Haltung, die gestandene Twitterer, gepusht durch das eigene Selbstwertgefühl, gegenüber dem "Jedermann" der sozialen Netzwerke, also dem gemeinen Facebook-User an den Tag legen. Voller abgehobener Eitelkeit, die er den Facebückling jederzeit voller - je nach Ausrichtung - sadistisch oder mitleidig geprägter Verachtung spüren lässt, schaut er auf diesen, wie auf ein zum Durchschnittsdasein verdammten Wesen herab.

Getreu der Überzeugung, dass Facebook, wenn nicht gänzlich von 12-Jährigen dominiert, dann wenigstens von deren RTL-geprägten Geistern beherrscht wird, herrscht auf Twitter ein Standesbewusstsein, als wäre hier eine Art neuen, virtuellen Adels emporgestiegen. Auch wenn das Wort Elite gerade auf Twitter extremst (jaja) kontrovers diskutiert, die sogenannte Twitter-Elite gar belächelt wird, ist man sich hier sehr bewusst, dass man eben nicht zu über 900 Millionen Menschen zählt, sondern einer - gerade in Deutschland durchaus überschaubaren - Gruppe von Schreibwütigen und in der Regel extrem Schreibbegabten angehört, die allesamt zu Anfang ihrer "Karriere" durch ein tiefes Tal schreiten mussten, gekennzeichnet von Unverständnis gegenüber dem System ("Wer liest denn überhaupt, was ich schreibe?" - "Das ist ja wie ein Selbstgespräch." - "Wieso hat der denn jetzt 1000 Follower und ich nur 7?" ), unerklärlichen Followerverlusten oder den Mysterien des Favens, des Retweetens und seltsamen Vorgängen wie Follow Friday, Memes oder gar Listen, ganz zu schweigen von Codierungen a la "hach", "hast Du mich gerade fett genannt", "#" oder "I put the x in y".

Und was soll ich lügen: Ich liebe all das an Twitter!

Nicht, dass Facebook nicht komplex wäre in all seinen verschachtelten Menüführungen, die doch nur verhindern möchten, dass sich das Klientel allzu weit ins Private zurückzieht, so ist es doch nur ein - wenn auch wesentlich - lebendigeres Adress- und Terminbuch, als es beispielsweise Xing darstellt. Man umgibt sich hier vorzugsweise mit - bitte stellen Sie sich fette Anführungszeichen vor - Freunden, hüllt sich also virtuell in Watte, umgibt sich mit vertrauter Sicherheit. Auf Twitter begibt man sich zunächst ganz allein. Mit nichts bewaffnet, als dem eigenen Wort und Sein, dem Denken, dem Intellekt, dem Sprachwitz. Und: einer Meinung!

Wann habt Ihr das letzte Mal - oder überhaupt einmal - jemanden in einem Gespräch voller Stolz sagen hören: "Ich bin Facebooker"? Ich persönlich noch nie. Warum auch. Man meldet sich an, verbindet sich mit den Leuten, die man eben sonst woher kennt und postet sein Leben. Dass das bei vielen auch kunstvoll, sprachgewitzt und niveauvoll von statten geht, stelle ich gar nicht in Frage. Nur es ist eben nicht mit Anstrengung verbunden, nicht mit Risiko oder Gefahr und schon gar nicht mit Durhhaltevermögen. All das erfordert aber Twitter. Twitter ist nicht leicht. Twitter ist schnell, sogar ultraschnell, aber nicht kurzlebig oder gut für die schnelle Befriedigung geeignet. Und das Schönste für einen Twitterer ist dieses unterbewusste Gefühl, dass es auf Twitter eben nicht jeder schaffen kann. Viele, gerade sogar einmal wieder dank der Piraten sehr viele, melden sich an, aber nur wenige von diesen werden ihre ersten sechs Monate Über- und damit VERstehen, wie Twitter funktioniert. Damit wir uns nicht falsch verstehen, hier geht es nicht um eine Auslese des Geistes, das Überleben des Stärkeren oder einen ähnlich faschistoiden Dreck (der dankenswerterweise von der Crowd ziemlich schnell als Spam gemeldet und mundtot gemacht wird). Twitter beherbergt die unterschiedlichsten Strömungen. Hier gibt es natürlich die Politischen, es gibt die Lustigen, die Wortspieler in unendlicher Ausprägung, die Poeten, sowie die Pornographen, die Newsjunkies, Sportfanatiker, Ernährungsfreaks und Musikexperten und TV-Berichterstatter und all die themenbezogenen Kreise, die eine Gesellschaft ausmacht. Aber all jene eint das Gefühl: wir sind Twitter. Ein Gemeinschaftsgefühl, welches sich so in keinem sozialen Netzwerk findet.

Man ist AUF oder BEI Facebook - aber man IST Twitterer. Dieser kleine sprachliche Unterschied sagt eigentlich schon alles.

Ich auf jeden Fall, liebe Freunde, nutze Facebook, Xing, Pinterest und all den schönen Quatsch ... aber ich BIN Twitterer!
Die Wittener Alternative-Rockband Porter, bestehend aus
5 gestandenen Musikern, die sich ihre Sporen allesamt in
den unterschiedlichsten Bands und Genres verdient haben,
geht nach 4 selbstfinanzierten EPs einen neuen, modernen
und noch ungewöhnlichen Weg.

Seit dem 17. April läuft auf der Crowdfunding-Plattform
www.startnext.de das “Wolkenstein”-Projekt von Porter.

Die Idee hinter dem sogenannten “Crowdfunding” ist so
simpel wie genial: Viele Leute setzen einen selbstgewähl-
ten Geldbetrag für ein von Ihnen ausgewähltes Kultur-
projekt ein. Im Gegenzug erhalten alle Spender ein
Dankeschön, das nicht selten aus exklusiven Artikeln und
Preisen besteht, welches man so in dieser Form nirgendwo
kaufen kann.

Im Falle Porter bedeutet das, dass die Band Ihr Ziel, 2.000 €
für die Produktion ihres neuen Albums “Wolkenstein” zu
sammeln, innerhalb von 3 Monaten, also bis zum 17. Juli
2012 erreichen muss.

Sollte das Ziel erreicht werden, kann PORTER mit dem Geld
ins Studio gehen und alle Supporter erhalten ihr garantier-
tes Dankeschön - und die haben es bei Porter, je nach
Unterstützung, durchaus in sich: Vom bloßen Dank auf der
Facebook-Page der Band über die neue handsignierte CD
frei Haus, reicht das Angebot über freien Eintritt zu Porter-
Konzerten auf Lebenszeit und einen Studiobesuch bis hin
zu Kunstwerken aus der Kreativschmiede der Musiker.
Man kann sich die Band sogar für ein Privat-Konzert nach
Hause holen.

Wenn das finanzielle Ziel nicht erreicht wird, bekommen
die Spender Ihren Einsatz zurück und für niemanden ent-
stehen Kosten. Auf diese Weise versuchen Porter nun ihren
Traum vom ersten vollwertigen Album finanzieren und
produzieren zu können.

Porter sind dankbar für jede Art der Unterstützung - sei es
eine aktive Spende auf der Projektseite

www.startnext.de/porterwolkenstein

oder die Verbreitung der Nachricht über das Projekt!

Es ist soweit !!! Die Startphase ist soeben eingeläutet worden !

Bitte helft uns und

• registriert Euch einmal kosten- und folgenlos bei www.startnext.de
• gebt Wolkenstein ins Suchfeld ein und
• klickt auf das Feld "Fan werden"


FERTIG und wir sagen schon mal DANKE !!!!!!!

Wenn Ihr dann noch mögt, wäre es super, wenn Ihr die Seite noch twittern, facebooken, oder sonstwie verbreiten könntet.

Euer Markus
von PORTER

Direkter Link zum Projekt
http://www.startnext.de/porterwolkenstein

Supporterseitehttps://www.facebook.com/PorterWolkenstein

Fragen anderherrgot(at)gmx.net (Markus)

Ladies and gentlemen,

may I introduce you to the incredible "WOLKENSTEIN"-Projekt meiner Alternative-Rockband PORTER!

Es geht um unsere neue CD mit dem Projektnamen "Wolkenstein" - die wir versuchen mittels Crowdfounding in diesem Jahr zu finanzieren.

Und dazu brauche ich EURE HILFE, im Grunde jede Hilfe, die ich bekommen kann. Und das heißt nicht, dass Ihr auch spenden sollt (das dürft Ihr selbstverständlich), denn zunächst geht es nur um Fans und einen möglichst großen Verbreitungskreis der Nachricht, um das Projekt.

Ich versuche hier die Fakten zusammen zu tragen, um möglichst alle Fragen beantworten zu können.

Zu den Fakten:

Ich weiß nicht, ob und was Ihr schon über Crowdfunding wisst. 
Generell kann man sagen, viele, sehr viele geben einen Betrag ihrer Wahl und finanzieren so ein komplettes Projekt. Das kann ein Film sein, ein Buch, eine Performance, ein Kulturprojekt oder eben eine CD. Doch für das Geld erhält man auch ein sogenanntes Dankeschön, und das ist zumeist ein sehr exklusives Präsent, welches - je nach Spendenbeitrag - variiert und welches man sich frei aussuchen kann.

Konkret geht es bei unserem Projekt darum, per Schwarm eine komplette, vollwertige neue CD finanzieren zu lassen, die den Projektnamen „Wolkenstein“ trägt.

Schaut Euch mal - wenn es denn nächste Woche freigeschaltet ist - folgendes Projekt an, ich habe schon etliche Stunden investiert, um das den Regeln enstprechend an den Start zu bringen:

Es geht darum, per Crowd die Summe von 1.500 Euro zusammen zu sammeln und das innerhalb von 3 Monaten. Je nach dem wieviel Geld der Spender dem Projekt geben mag, erhält er – nur nach Erreichen der Gesamtsumme – ein zuvor für seine Spendensumme definiertes „Dankeschön“, das kann ideeller oder materieller Natur sein. Schaut einfach mal, was wir da so definiert haben. Ich gehe von einer 1000er Auflage aus und habe daher 1500 Euro kalkuliert, wohlwissend, dass wir dennoch den ein oder anderen Euro werden drauflegen müssen. Aber mehr halte ich nicht für sammelbar … mir fehlöen halt die Erfahrungswerte. Schön, wenn ich durch die Endsumme Lügen gestraft würde ;-)

Und nun zum GANZ WICHTIGEN: Das Alles kann nur funktionieren, wenn Ihr mir helft und ALLEN, die Ihr kennt auf ALLEN Kanälen von diesem Projekt erzählt … keine Sorge, Ihr müsst fast nichts tun, ich bereite alle Info diesbezüglich vor. Aber Ihr könntet dann die Werbetrommel mit mir rühren.

Es existiert eine eigene Facebook-Seite zum Projekt, die dort eingebunden wird, ich würde mich also freuen, wenn Ihr die hier alle liken würdet, so Ihr denn auf Facebook seid:


AKTUELL:

Soeben haben wir die Startphase für unser „Wolkenstein“-Projekt beantragt,
das bedeutet, wir haben bei Freigabe 30 Tage Zeit, mindestens 25 Fans auf
zu bekommen. Erst wenn das passiert ist, wird die Finanzierungsphase, also das eigentlich Projekt gestartet, in der wir versuchen müssen, die avisierten 1500 Euro zusammen zu bekommen.

Das mit den 25 Leuten sollte kein Problem sein, wenn Ihr bitte ALLE in Eurem Freundeskreis (Eltern, Vereine, Kollegen) fragt, mailt, facebookt egal was, und sie bittet sich auf Startnext.de einmalig anzumelden und sich auf unserer Startnext-Seite (siehe oben) als Fan einzutragen.
Ganz wichtig: Niemand der hier Fan wird, muss etwas spenden!

Das soll nur beweisen, dass wir genügend Leute kennen, die unsere Botschaft in die Welt tragen und das Projekt eine Chance auf Erfolg hat.
Wenn man sich hier anmeldet und FAN wird, verpflichtet das zu nichts und ist absolut kosten- und folgefrei!

WICHTIG ist auch, dass IHR alle Euch selber möglichst schnell hier anmeldet und als Fan eintragt! Und sagt bitte ALLEN Bescheid, die Ihr kennt, echt jetzt, alleine packe ich das nicht!

Näheres demnächst, wenn ich positiven Bescheid zur Startphase habe.

Euer Markus
von PORTER



Ausgehend von tiefsitzendem Ansporn, das nasse Grau des zwangbefreiten Tages zu nutzen, der Seele - was immer diese auch darstellen mag - etwas Muße und die nötige Teppichstange zum Baumeln zu schenken, ziehen wir an jenen Ort, der genau das in Perfektion ermöglicht. Das kleine Refugium der Leichtigkeit, die Oase der Kreativität inmitten einer Wüste von Auflagen, Bedürfnissen und Erwartungen. Als wäre es nicht ein unbedingtes Grundbedürfnis, der Entfaltung jenen Platz einzuräumen, den sie ohnehin täglich einfordert, nur leider allzu selten auch besetzen darf.

Die unzähligen Möglichkeiten vor Augen, verzweifle ich für den einen Moment glücklich in einem Taumel aus Inspirationen - stelle meine Muße auf die Probe und mir die Frage nach der einen Sache, der ich meine ungeteilte Aufmerksamkeit nun in egoistisch motivierter Absicht schenken möchte. Oft sind es die Optionen, die in ihrer existenten Vielzahl zu einer Art Lähmung, ja dem völligen Ausbleiben jeglicher Befriedigung führen können. Doch dann ist es hier ein Blick auf den Kalender, dort das Bewusstmachen von wahrgenommener Zeit, wieder ein anderes Mal, das schlichte Besinnen auf sich selbst in dem Augenblick, den man wohl "jetzt" nennt.

Und schon ist es klar.

Es gibt keine Agenda, nichts, das abzuarbeiten wäre. Jegliche Liste - die natürlich in vielfacher Ausfertigung existiert - hat in diesem "Jetzt" Gewicht. Es ist ein bisschen so, als hätte ein Junkie tatsächlich die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl an Drogen, um seine Sucht zu befriedigen. Es ist schlicht das spontane, intuitive, gedankenverlorene, vernunftnegierende, reaktionenverleugnende, komplett auf sich selbst bezogene Gefühl, etwas zu erschaffen, das einen mit Wärme, Erhabenheit und Glück erfüllt. Und das dankenswerterweise ohne jede negative, zerstörerische Nachwirkung. Ohne den Verlust von Würde, Menschlichkeit oder gar seiner selbst.

Es ist - und das vergisst man leider allzu schnell in jenem zwangsähnlichen Zustand, etwas Neues schaffen zu wollen, vermutlich zu müssen - das reine, pure Glück! Es ist so unfassbar schön und ausfüllend, die einzige Beschränkung in der Wahl der Mittel zu verorten, dass man es im Grunde herausschreien müsste, auf dass alle Welt es mitbekomme, wie befreiend es ist, man selber und niemandem Rechenschaft über das eigene Tun (und Lassen) schuldig sein zu können.

Man vergisst leider ebenso oft, dass es für viele eben keine Selbstverständlichkeit ist, sich selbst frei zu entfesseln, seine Gedanken und Gefühle ungehemmt zu Papier, Leinwand, Blog oder Sonstwas zu bringen, sich die positivste, und lebenspendendste Droge überhaupt zu verabreichen, frei zu denken, frei zu handeln, frei zu sein. Man vergisst mitunter im Wohlstand der Vielzahl, ja der Unendlichkeiten seiner Möglichkeiten, dass Menschen für genau diese geistige Freiheit ihre persönliche Freiheit riskieren, ja, ihr Leben geben.

Was für mich der selbstverständliche Sauerstoff meines Seins, die Frischzellenkur meines täglichen Lebens darstellt, wird weltweit Millionen von Menschen vorenthalten. Ausgewiesene Diktaturen, wie auch von schwachsinnigen Despoten unter demokratischen Mäntelchen regimierte und versklavte Länder, derer es im Jahr 2012 zu Hauf gibt, halten ihre Bürger, denkende und kreative Menschen mit psychologischer, gesellschaftlicher, wie ganz realer Waffengewalt davon ab, ihre Meinung, ihre Gefühle, ihr Selbst künstlerisch auszuleben.

Aus purer Angst!

Ist es da nicht unsere verdammte Pflicht, die uns zur Verfügung stehenden Freiheiten, gleich welcher Ausprägung zu nutzen, um zu zeigen, dass Menschen frei sein wollen, dass Menschen frei sein müssen, dass Menschen frei sind? Müssen wir diesen Menschen nicht bei stehen, auch auf diesem scheinbar simplen Gebiet der Kunst? Müssen wir unser Nein zu jeglicher Freiheitsberaubung nicht auch kundtun in Ausstellungen, Konzerten, Artikeln und Blogs?

Wenn wir, die wir die Gnade der absoluten freien Meinungsäußerung besitzen, diese nicht nutzen, verraten wir all jene, die für dieses Recht bereit sind zu sterben!

Also malt, singt, schreibt, tanzt meinetwegen, macht was immer Euch gefällt, aber seid Euch stets bewusst, dass Ihr es könnt ist so selbstverständlich, wie leider (noch) nicht normal. 

Ich habe nie wieder Angst!

Natürlich kann man sich verzehren, mittels religiös esoterisch motivierter Weltuntergangsszenarien die eigene Endlichkeit ins Blickfeld seines Denkens schieben - die tragischen, einen mitunter ereilenden, Krankheiten beseufzen - die kriselnde Wirtschaft als Armutsgarantie für die eigene Existenz heranziehen - scheiternde Beziehungen als ewigen Kreislauf der Einsamkeit begreifen - fehlenden Elan durch stumpfes Aufsaugen debiler Ausgeburten inpirationsferner Programmdirektoren zu bestärken - die vermutete Chancenlosigkeit der eigenen Ideen sedierend ertränken - aus Angst vor geistig wie optisch hässlichen, parolenschwingenden Rechtsalkoholikern nicht mehr unter Leute gehen - das alles kann man tun.

Aber ich, ich habe nie wieder Angst!

Derweil wir entkommen
wie wir einst ersonnen
      der Diskussionen fruchtend Schall
      zum allesbessernd Donnerhall.

Der Schein des Bedenkens
soll Augenmerk schenken
      dem Manne dessen Arsenal
      besteht nur noch aus Tropfen, schal

Es muss um Gefahr geh`n
Um das was wir wahrneh`m
      und nicht um greises Newsgeheische
      nicht um Millionen, die dann kreischen

Das Blendwerk zerreißen
auf Berühmtheit scheißen
      damit die Welt sich wieder schert
      um das was ihr die Furcht beschert

Nicht dieses Gedicht ist
was unserntags Mist ist
      es ist das Plappern von all jenen
      die sich nicht ums Zerreißen scheren

Geht vor gegen Waffen
ganz gleich welche Affen
      Raketen und Bomben auf uns richten
      bereit unter Geilheit uns zu vernichten

Lasst Plapperer plappern
lasst Handwerker klappern
      und kehrt zurück zum Ding der Dinge
      hier ist das Wort mal nicht die Klinge

Zenhtausende sterben
durch Bomben und Schergen
      während wir uns um Gedichte kümmern
      anstatt die Bosheit zu zertrümmern

So egal wie nur etwas
ist mir dieser Fettnapf
      es geht um mehr in dieser Welt
      um das was uns den Tag erhellt

Ein Fanal für den Frieden
der so oft gemieden
      ein Wort für Vernunft und Menschen einlegen
      anstatt sich über Grass aufzuregen.

Verdammt!
     

Wenn Sorgen sich gen Morgen norden,
Wo Prokrast Deine Gottheit ist,
Die Kreativen überborden,
Der Alltag sich durch`s Dasein disst.

Dann tobt der Tollheit wahre Blüte,
ins Übermorgen schieb den Rest,
Solange sich der eine Schub nur,
aufrechterhalten lässt.
Ich hadere nun beinahe jahrelang damit, mich endlich dazu durchzuringen, mich zu meinem definitiven zweitliebsten Album "ever" zu bekennen. Und das einzig aus der Scham heraus, es nicht zur Nummer Eins erheben zu können. Nicht, weil es das nicht verdient hätte, sondern weil ich mich bereits kurz zuvor, auf ein durchaus verwandtes Werk - "The Misery Index - Notes From The Plague Years" von Boysetsfire - festgelegt hatte. Und auch das völlig zu Recht und, natürlich, mit Herz und Hirn.
Ladies`n`Gentlemen, wer dieses Album nicht kennt, ist kein Banause, aber definitiv ärmer als ich, am geistigen Reichtum schmelzender Herzen aufgrund poetischer Texte, hart an der Kante gesellschaftlicher Narben und mitreißender, emotional beinahe zersetzender aber auch im Angesicht brachialster Zerstörungsanmutung immer positiver und konstruktiver Musik, die in der Tradition des Posthardcores, dessen ohnehin seit Jahren ausgeweitete Kampfzonen, mühelos in so vielfältiger Weise zerstäubt:

"Vheissu" von Thrice - erschienen am 17. Oktober 2005.

Das Album soll spaßigen Gerüchten zu Folge - und das würde so perfekt in den humanistischen Kontext der gesamten Platte passen - nach der Aussprache-Wahrnehmung der Band der deutschen Frage "Wie heißt Du?" benannt sein. In der Tat zitiert es jedoch die Novelle "V" von Thomas Pynchon. Textzeilen wie "We are the named and we are known" drücken das Gefühl einer zutiefst menschenliebenden, lebensbejaenden und stets latent technokratiefeindlichen Ausrichtung direkt im ersten Song aus und fordern mit einem geschrieenen "We are the image of the invisible" zum gemeinschaftlichen, bewussten Blick in die Schatten auf.

Technisch sind Thrice ohnehin brillant, weswegen ich eigentlich kaum weiter auf die musikalischen Fähigkeiten dieses, den Mainstream immer gekonnt umschiffenden, Quartetts eingehen muss. Die vier Ausnahmemusiker Dustin Kensrue (Voc/Git), Teppei Teranishi (Git) und die Brüder Eddie Breckenridge (Bass) und Riley Breckenridge (Drums) eint zum einen vielmehr der Glaube an das eigene Können, die Vision eines menschlicheren Zusammenlebens und der Wille mit jeder Platte etwas Besonderes mit Inhalt zu erschaffen, ohne Rücksichten auf die Genrepolizei oder aktuelle Strömungen. Beim ersten Hören vermeindlich sperrig, reiht "Vheissu" einen absoluten Ohrwurm an den nächsten. Vertrackte Takte versüßen das Vergnügen, die Songs auch bei mehrmaligem Hören nicht sofort in Gänze zu durchschauen, jedoch von Anfang an zu fühlen. So ist dies auch der beste Zugang zum Album: Kopfhörer auf und erst einmal versonnen lauschen und sich immer tiefer in den Sog der intensiven Kompositionen ziehen lassen. Erst bei den nächsten Durchgängen sollte man sich mit den exzellenten Texten von Kensrue beschäftigen, den hier macht die Band eine weitere, tiefere Ebene auf. Beides, Musikgewalt wie auch die niemals überambitionierten, aber stets äußerts gehaltvollen Texte, verschmelzen in den 11 Songs, die einem nicht zuletzt durch das geschickte Arrangement zwischen den einzelnen Stücken vorkommen können, wie dreimal so viele, zu einem Erlebnis der Extraklasse.

Einer meiner Höhepunkte eskaliert bereits bei Song Nummer 5, dem intensiven "For Miles". Während sich die ersten Zweidrittel des Songs in wahrhaften Emotionsstürmen der eher ruhigen Art suhlen und den Hörer auf eine fantastische Reise mitnehmen, bricht im letzten Drittel die Hölle los. Kensrue, der zudem über eine brillante Singstimme verfügt, schreit aus vollem Herzen los und das in einer Intensität, die zu Tränen rühren kann. Das Ende des Songs ist so aufgewühlt, dass Thrice es nicht einmal versuchen ihn wieder in die ruhigen Gefilde des Anfangs zurückzuführen, sondern ihn stattdessen - für sie äußerst ungewöhnlich - ausblenden. Nicht jedoch ohne ihn mit dem darauf folgenden "Hold Fast Hope" in Sachen Härte und Kompromisslosigkeit wieder zu zitieren. Auf "Vheissu" reihen sich Glockenspiele an Moshparts, zarte Obertöne werden von heftigen Grunts hinweggefegt, nur um sogleich von wärmenden Sounds voller Hall umspült und getröstet zu werden.

Diese Platte berührt mein Herz - die Musik, die Lyrics, die Produktion, das Artwork. Hier passt einfach alles zusammen. Und obschon jedes der bislang 8 kompletten Thrice-Alben ein Genuss für sich ist und war, setzt das vieret, eben "Vheissu" für mich den Meilenstein ihrer Karriere, der alles beinhaltet wofür diese Band steht.

Und ich schließe mit einem Zitat aus "For Miles", welches beinahe kitschig klingen mag, aber im Kontext dieses Songs einfach nur Gänsehaut hervorruft:

" ... and as long as we live, every scar is a bridge to someone's broken heart
and there's no greater love, than that one shed his blood for his friends ..."

Ich ramm Dir meinen Blog ins Herz,
Nicht voller Grahm, nicht voller Schmerz.
Ich werfe ihn mit Leinen los,
   Bis meine Rinde liegt gar bloß.
Von Bäumen lernen sei der Sinn,
Viel weiter oben, bis ins Hirn,
Treib ich des Wortes eitle Klinge,
   Auf dass es stetig neu beginne.
Das messerscharfe Stahlgeflecht,
Aus Verben, Jamben - immer echt.
Dem Lug und Trug vors Knie getreten,
   Von hier an könnt Ihr gerne beten.
Zu Götzen, Göttern und dem Glanze,
Und kommt nur, wenn Ihr geht aufs Ganze.
Ansonsten lasst es Lügen regnen,
  Damit ein jeder kann begegnen,
Der Wirklichkeit, gebeugt, versklavt,
Hinaus kommt niemand ungestraft.
Und kennt Dein Herz das Eine, Reine,
   Dann sei die Eine, sei die meine.

Für @Konsonaut

SO geht Netzwerken heute:

http://weblog.hundeiker.de/item-6278.html#10669

Grüße von Blog zu Blog!
Ausgehende Eingangsbestätigungen treiben mich mit Hochdruck in einen ähnlich verwahnsinnigten Zustand, wie abgehende Aufgänge es vermögen, die man gerade in den komplexen Gebäuden des Spätkapitalismus zu Hauf zu finden vermag. Den Umgang mit den Bewohnern derselben, vermeide ich nach Möglichkeit.
Und das geht!

Welche Firmen sollten Ihrer Meinung nach überhaupt in Sozialen Netzwerken tätig werden und warum?
Im Prinzip alle Unternehmen, die sich einem Service- und Informationsgedanken an ihre Kundschaft verpflichtet fühlen und sowohl transparent als auch kundenorientiert auftreten wollen. Das betrifft natürlich konsumorientierte Unternehmen in anderer Hinsicht, als, sagen wir  einmal, Zulieferfirmen oder Businesskunden, da hier die Kommunikationsumschlagsrate generell erheblich geringer ausfällt.

Ist ein Social Media-Engagement Pflicht für ein modernes Unternehmen 2012?
Nein. Nicht wirklich. Man sollte zuvor für sich selbst entscheiden, was die eigenen Ziele sind und ob man bereit ist eine gewisse Offenheit an den Tag legen zu wollen. Das bedeutet auch, dass Sie als Unternehmen bereit sein sollten, ein klein wenig von dem an die Community abzugeben, was Sie bisher „Kontrolle“ genannt haben. Dabei sollten Sie aber nie vergessen, dass die Öffentlichkeit ohnehin über Sie als Unternehmen redet, vor allem, und auch oft, um Kritik zu üben – auch und gerade im Internet. Und ist es nicht viel besser, wenn das auf der von Ihnen moderierten Seite geschieht, auf der Sie selber regulierend eingreifen können, als irgendwo im Netz, wobei Sie dann nur zuschauen, respektive kommentieren können? Und ich gebe auch zu bedenken, dass die meisten Ihrer Fans auf einer Facebook-Fanseite ja bereits den Like-Button geklickt haben, also Ihrem Unternehmen sehr wohlwollend gegenüberstehen. Wenn nun also jemand daher kommt und unberechtigte Kritik oder gar üble Nachrede übt, können Sie relativ sicher sein, dass die Gemeinschaft Ihrer Fans hier bereits regulierend eingreift. Auf Ihre Frage bezogen, kann man aber schon sagen, dass mittelfristig die meisten Unternehmen ihre Dependance auf Facebook und Co. eröffnen werden.

Welche Infrastrukturen, Voraussetzungen muss man im Unternehmen aufbauen, bevor man sich in die Sozialen Netzwerke begibt?
Vom Brandmanagement wie vom Marketing müssen hier gewisse Zugeständnisse dahingehend gemacht werden, dass man sich davon lösen muss, alles was hier passieren wird generalstabsmäßig durchplanen zu wollen. Das bedeutet nicht, dass man ohne einen vorher abgestimmten Jahresplan durch die Community navigiert, lässt aber einen Spielraum, um möglichst schnell und spontan auf Ereignisse, Kommentare und Sonstiges seitens der User reagieren zu können. Um hier das nötige Vertrauen zwischen den Markenverantwortlichen und den Social Media-Moderatoren zu schaffen, sind ausgiebige Schulungen und Gespräche eine unabdingbare Voraussetzung. Es muss vor allem allen klar sein, dass nicht jedes zu postende Bild, nicht jeder Kommentar der Abstimmung und Freigabe bedarf, sondern von den Moderatoren eigenverantwortlich geleistet werden muss. Um das, und auch eine schnelle Reaktion zu gewährleisten, muss eine möglichst barrierefreie, offene Kommunikation innerhalb des Unternehmens die Bereitstellung von Informationen und Neuigkeiten ermöglichen.

Gilt hier überhaupt noch das gleiche Zielgruppenverständnis wie in der konventionellen Unternehmenskommunikation?
Nun zunächst einmal muss das Unternehmen wissen, wer genau die Zielgruppe ist und wie diese wirklich tickt. Was sind ihre realen Wünsche, ihre Interessen, worüber unterhält sie sich. Es ist amüsant wie erschreckend gleichermaßen, wie wenig einige Unternehmen tatsächlich über ihre Zielgruppe Bescheid wissen. Im Gegensatz zur klassischen Werbung hat man es hier plötzlich nicht mit standardisierten Zielgruppen von Menschen zwischen 18 und 69 zu tun, sondern mit Individuen. Eine Tatsache, mit der viele Unternehmen kommunikativ zunächst überfordert sind.

Müssen die Social Media-Moderatoren zwangsläufig aus dem Unternehmen kommen?
Absolut nicht. In den Sozialen Netzwerken ist den meisten Usern ohnehin klar, dass diejenigen, die da twittern oder auf facebook aktiv sind, nicht unbedingt die klassischen Angestellten sind, die sich dann plötzlich zu Netzberufenen aufschwingen. Es ist natürlich absolut nichts dagegen zu sagen, wenn es im Unternehmen jemanden gibt, der sich beruflich zu derlei Dingen hingezogen fühlt. Aber dabei kommt dann bei den Personalverantwortlichen schnell der Gedanke auf, dass der betreffende Mitarbeiter den ein oder anderen Social Media-Kanal noch neben seiner eigentlichen Arbeit betreuen könnte. Und genau hier liegt der Denkfehler, der vielen unterläuft. Das Betreuen von Social Media-Accounts ist ein Fulltime-Job! Was wiederum nicht heißt, dass man die Timelines ohne Unterlass mit Postings zubombt. Der größte Teil der Zeit muss dabei für das Lesen, das Beobachten, das Verstehen eingeplant werden. Und natürlich muss jederzeit die Bereitschaft und die nötige Aufmerksamkeit gegeben sein, um spontan, schnell und persönlich einzugreifen, wenn es nötig ist.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Social Media-Moderator mitbringen muss?
Entgegen der landläufigen Meinung, ist es nicht unbedingt notwendig, einen Germanistik-Absolventen mit fehlerfreier Orthografie auf die Community loszulassen. Viel wichtiger sind Dinge wie eine natürliche Gabe zur zwischenmenschlichen Kommunikation, Einfühlungsvermögen, diplomatisches Geschick, oder auch mal – wenn es hart auf hart kommt – die Fähigkeit zum souveränen Krisenmanagement. Der Moderator muss begreifen, dass er auf Augenhöhe mit der Community redet. Er ist nicht der Vorsitzende eines elitären „Gefällt Mir-Clubs“ oder der Stellvertreter eines Konzernchefs, sondern im besten Sinne ein Vermittler, der gleichermaßen informieren wie unterhalten, aber auch schlichten können muss. Das Wichtigste ist wohl, dass er die zu betreuenden Kanäle und deren Wirkungsweisen verstanden hat, was am besten dadurch gewährleistet – aber kein Muss – ist, wenn er bereits privat über einen eigenen Account in den relevanten Netzwerken verfügt und über diese seine Erfahrungen gemacht hat. Gerade bei twitter zum Beispiel ist es geradezu völlig unmöglich einem Novizen diesen Kanal theoretisch ernsthaft nahezubringen, ohne praktische Erfahrung. Hier ist das Scheitern dann schlicht vorprogrammiert. Für facebook wie auch twitter gilt jedoch gleichermaßen: der Output sollte nicht so groß sein, dass man als Spam wahrgenommen wird, aber ebenso ist hier keine journalistische Feinarbeit gefragt, die 1 Tweet oder Post pro Tag zur Folge hat.

Wo liegt der gravierendste Unterschied zwischen klassischer Werbung und dem Social Media-Auftritt?
Das Klientel auf facebook, twitter und Co. ist nicht länger nur rezipierendes Publikum, bloßer Zuschauer einer von Werbeagenturen durchgestylten Inszenierung, sondern mischt sich aktiv in alles ein, wo es sich einmischen möchte. Das Spannende an den Netz-Communities und somit auch die besondere Herausforderung für die Social Media-Moderatoren ist es nun, die User, die im Prinzip ja bereits Fans einer Marke sind, in die eigene Kommunikation mit einzubinden. Und zwar nicht als die eigene Markenbotschaft wiederholende Lautsprecher, sondern als Anstoßgeber mit äußerst kreativen Multiplikatoren. Wenn man das nicht versteht, passieren solche Kommunikations-Super-GAUs wie kürzlich bei McDonald´s, die dachten per Twitter-Hashtag #McDStories eine virale Kampagne fahren zu könnten und von der Twitter-Community sofort „gekapert“ wurden, oder – als anderes Beispiel – die Marke Pril, die über Soziale Medien die User über selbstentworfene Etiketten für eine Sonderaktion abstimmen ließ und mit dem Ergebnis so unzufrieden war, dass sie kurzerhand eine Jury dazwischen schaltete, was wiederum einen so gewaltigen sogenannten „Shit-Storm“ auf der Pril-Seite auslöste, dass hier die Kommentarfunktion abgeschaltet werden musste.

Hat der Auftritt in Sozialen Netzwerken noch immer den Sonderstatus, außerhalb der klassischen Kommunikations-Maßnahmen.
Ja und nein. In den Kindertagen der Social Media gab es immer diese, von vielen Werbeagenturen postulierte Vision, hier ließe sich mit verschwindend geringem Budget auf viralem Wege ein Hype auslösen, der ein Produkt quasi über nach wie von selbst bekannt macht. Inzwischen hat sich wohl herumgesprochen, dass es dann doch einiger Arbeit – und sehr wohl auch des entsprechenden Budgets - bedarf, um derart effizient zu arbeiten, dass es nicht bei einem Strohfeuer bleibt. Denn man darf niemals vergessen, dass hinter erfolgreicher Social Media-Aktivität immer Manpower steckt, und Aufmerksamkeit rund um die Uhr erfordert. So gesehen ist der Sonderstatus noch immer gegeben, besonders weil in den Marketingabteilungen das Verständnis für diesen Kanal noch nicht wirklich angekommen ist. Dabei gibt es nirgendwo direktere Response-Zahlen und eindeutigeres Feedback auf Kommunikationsmaßnahmen als hier.  

Kann man über Social Media-Kanäle etwas verkaufen?
Etwas verkaufen zu wollen, muss das absolut letzte Ziel sein, wenn man sein Unternehmen via Social Media in Stellung bringt, um nicht zu sagen, es spielt in dieser direkten Kommunikation keine Rolle. Ein Erkenntnis, die in Unternehmen noch immer für viele Missverständnisse sorgt. Es geht hier um wirkliche Kommunikation mit Sendern und Empfängern, wobei jeder der Kommunikationsteilnehmer alle Positionen einnehmen kann. Auch wenn es den klassisch geschulten Marketingmanagern oft schwer zu vermitteln ist, ernsthafte Social Media zu betreiben bedeutet, Emotionen aufzubauen, und zwar ernst gemeinte Emotionen.

Ist die Ansprache auf facebook und twitter dieselbe, wenn man doch ohnehin für das gleiche Unternehmen schreibt?
Absolut nein. Auch wenn es nicht mehr unbedingt die Trennung gibt, die noch vor ein paar Jahren galt, dass die politisch eher Interessierten auf Twitter zu finden sind, während sie die Smalltalk-Fraktion auf Facebook tummelt, ist die Kommunikation auf beiden Plattformen komplett unterschiedlich. Das noch weitaus bildorientiertere Facebook bietet Usern ein öffentlich sichtbares Dazugehörigkeitsgefühl, wenn sie einer bestimmten Marke folgen, quasi eine Profilierung über die Werte der bevorzugten Marke, während ein werblicher Account auf Twitter nach wie vor eher verpönt ist und abgelehnt wird. Daher muss man hier noch viel mehr darauf achten, auf einer persönlichen Ebene zu schreiben und glaubwürdig zu sein. Infos werden hier eher unterschwellig eingestreut, in Gesprächen oder Diskussionen. Auf Facebook dagegen  kann man mit entsprechend exklusiven Informationen ziemlich sicher mit einer recht automatischen Weiterverbreitung rechnen. Twitterer definieren sich noch immer eher individuell und sehen sich als eine Art elitärerer Community an, was – wenn man die reinen Userzahlen vergleicht – in Deutschland auch definitiv zutrifft. Und da lässt man eben keinen so schnell in die eigene Wohnung ein, Werbung schon gar nicht.

Was erwarten Fans und Follower von einem Unternehmen, dass sich in Social Networks den Fragen und Meinungen der User stellt?
Aus langer Erfahrung kann man diese Frage mit drei Worten beantworten: Geschenke, Unterhaltung, Informationen. Und das in genau dieser Reihenfolge. Natürlich wollen alle, die eine Marke und deren Produkte mögen stets auf dem neuesten Stand sein, was Entwicklungen und Veröffentlichungen neuer Produkte angeht, aber es ist nicht zu verleugnen, dass es einen absoluten Anstieg an Kommunikationsanteilnahme gibt, wenn es um Gewinne geht. Dabei steht spannenderweise nicht einmal so sehr das persönliche Gewinnen im Vordergrund, sondern die reine Tatsache, dass jemand etwas gewonnen hat. Die Gemeinschaft freut sich durchaus über den Gewinn anderer, und hält mit dieser Freude auch nicht hinter dem Berg. Dabei mag natürlich die Transparenz eine Rolle spielen, also die Gewissheit, dass hier die Gewinner öffentlich bekannt gegeben werden, dass es sie auch wirklich gibt und der Gewinn nicht in irgendwelchen obskuren Kanälen versickert, sowie selbstverständlich auch die Hoffnung, selber eines Tages hier genannt zu werden. Einen anderen wichtigen Aspekt stellt natürlich die schnelle und ausführliche, eben offene Beantwortung von Konsumentenfragen dar. Nichts ist überzeugender als schwierige, oft auch heikle Fragen, ehrlich und öffentlich zu beantworten.

Kann ein Social Media-Kanal die Distanz zwischen Marke und Kunde verringern, gar abbauen?
Auf jeden Fall. Je nach Produkt kann hier eine Emotionalität, eine Bindung zur Marke aufgebaut werden, die das Produkt in keiner anderen Präsentationsform sonst jemals erreichen würde. Ob man es glaubt oder nicht, in den Sozialen Netzwerken können Marken in der Tat Vertrauen im ureigendsten Wortsinn aufbauen – vorausgesetzt, sie sind ehrlich und verdienen sich dieses Vertrauen auch.

Was sind die wichtigsten Voraussetzung für einen Social Media Kanal?
Absolute Glaubwürdigkeit. Man muss den Betreuern des Kanals abnehmen, dass sie es ernst meinen, dass sie echt sind und sich wirklich um die Belange, Fragen und auch Sorgen der User kümmern. Und ob das dann nun Firmenvertreter oder Angestellte einer Werbeagentur sind, ist dann letztendlich zweitrangig. Agenturen haben jedoch den unschätzbaren Vorteil, dass sie zum einen ein  wesentlich entspannteres Verhältnis zur Marke haben, als die eigenen Angestellten und zum anderen die so wichtigen Kleinigkeiten, wie Grafiken, Bilder, Filmchen selber in Windeseile herstellen können. Denn Schnelligkeit ist die beste Antwort auf die Kurzlebigkeit mancher Trending Topics in den einzelnen Kanälen.





Man muss sich die Frage an sich selber zu stellen gestatten, ob es denn wirklich sein muss, seine ohnehin arg fragmentierte Zeit, mit Dingen zu verhöhnen, die einem im Endeffekt weder Befriedigung, noch existenzsichernde Elemente versprechen. Ich antworte von nun an mit einem glasklaren Nein in dreidimensionalen Versal-Lettern aus Acryl - der Transparenz wegen.
Liebes Feuilleton, liebe Klatschpresse, liebe Politiker, liebe Wirtschafstführer, verehrte Nation. Es ist an der Zeit für Euch alle, zwei Dinge zu verstehen und zu akzeptieren:
Erstens, ...
... es gibt nicht DIE Netz-Gemeinde.
Ich kann es nicht mehr ertragen, dass mediale Offliner mir Leute wie Sascha Lobo, Julian Assange oder Kim Schmitz als Gallionsfiguren einer ganzen Szene, schlimmer noch als Wortführer aller online Aktiven vorsetzen. Ich teile weder die politische, noch die gesellschaftliche Weltanschauung von schnurbarttragenden und in sich selbst verliebten Altpunkclowns, wie ich auch auf keinen Fall mit pekuniär überversorgten Vollprolls in einen Topf geschmissen werden möchte, mit denen ich nicht einmal ein Bier trinken gehen würde.
Die Gesamtheit des Internets, ist die Summe aller Gesellschaften, aller denkbaren Charaktere. Ich würde selber gerne glauben, dass sich hier eher die verantwortungsbewussten und gebildeten Menschen tummeln, denen es um eine bessere Gesellschaft geht. Dem ist aber nicht so. Wir hier im Netz sind "Viele" - wie es Tocotronic ausdrücken würden und wo viele sind gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Und das ist gut so.
Ich selber umgebe mich auf Twitter mit Menschen, deren Gedanken ich gerne lese, die ich mit der Zeit sogar schätze, die sogar zu guten Freunden werden. Ich suche mir meine Gesellschaft nicht anders aus, als in meinem sonstigen Leben. Und das macht jeder so, und jeder hat seine eigene kleine Welt von Persönlichkeiten, Meinungen und Ansichten. Und keiner von uns braucht hier irgendeinen prominenten An- oder Wortführer. Die sogenannte Netz-Gemeinde ist so bunt und vielfältig, wie die ganze Welt, mit einem entscheidenden Vorteil: Sie ist frei und so demokratisch, wie sonst nichts. Wer könnte sich wirklich anmaßen, diese Vielfalt mit seiner eigenen Meinung vertreten zu wollen.
Und noch etwas sehr wichtiges. Viele meiner Freunde sind, wie ich selbst, seit Anfang der 90er Jahre Nutzer und Gestalter des Internets. Der eine mehr, der andere weniger. Andere haben es dank Twitter oder Blogs erst seit Kurzem für sich entdeckt. Niemand den ich kenne, würde nach jemandem Rufen, der sich in seinem Namen als Vertreter der Netz-Gemeinde äußert und aufspielt. Schön, wenn es auch hier Nutznießer gibt, die von ihrer Stilisierung zur Ikone mehr als gut und egostreichelnd leben können, aber ich möchte bitte nicht als Teil ihrer Inszenierung verstanden werden. Ich liebe die Vielfalt meiner Timeline, genau wie ich die Vielfalt des Netzes im Allgemeinen liebe. Und die kann man nicht mit einem praktischen Begriff klammern - und in den Griff bekommen.
Zweitens, ...
... wir, die wir das Internet leben und als realen Teil des Lebens verstanden haben, sind ein ebenso ganz realer Teil der Gesellschaft.
Wir leben nicht nur in Eurer Mitte, wir sind ganz normale Bürger, mit ganz normalen Bürgerinteressen. Es ist so leicht für Leute wie Guttenberg oder Wulff sich als Opfer einer außergesellschaftlichen Antibewegung zu wähnen und den hier besonders starken politischen Protest als antidemokratisches Gebahren der ominösen Netz Gemeinde abzutun. Was diese Leute leider in, es sich all zu leicht machender, Manier von Machtmenschen vergessen: Es gibt uns alle wirklich. Wir sind lebendige, interessierte, informierte und vernetzte Bürger dieses Landes. Denkende Bürger, die das Internet für freie Meinungsäußerungen, mehr (gewagte) Demokratie, den gelebten Diskurs nutzen. Wir bedienen uns unserer interaktiver Netzwerke für die Verbreitung unserer Meinung, wie der Geld und Machtadel seit jeher seine Seilschaften einsetzte, für seine solitären Interessen.
In keinem Fall brauche ich irgendeinen Prominenten, der sich in unseren Anliegen stellvertretend äußert - weder um uns anzugreifen und anzuzweifeln, noch um uns vorgegeben zu verteidigen und zu vertreten. Auch schon aus dem Grund heraus, dass sich die Notwendigkeit der bloßen Existenz von Prominenten im Netz überholt hat. Wenn Ihr Prominente braucht, kauft Euch die Gala. Bei "uns" geht es um Meinungen und Haltungen, nicht um Frisuren und Hochzeiten.
Also, liebe Adressaten, versucht noch einmal zu überdenken, wen Ihr mit Netz-Gemeinde verallgemeinern wollt.

Markus G. Sänger

Tegel10 - Werbung | Kommunikation | Design

    Ich bin ein äußerst diplomierter, dennoch in vieler Hinsicht passioniert autodidaktischer Kommunikations-Designer, langjährig (bis heute) aktiver Art-Director bei Kugelfisch Kommunikation für regional, national und international operierende Brands, schreibe sogar Briefe in Photoshop, träume bunt und laut, kann eine große Erfahrung im Ersinnen und Umsetzen kreativer Ideen vorweisen, besitze große Erfahrung und Kompetenz IN und ein definitives Faible FÜR Social-Media, bin ein passionierter Wortspieler, Schlagzeuger, Schriftsteller, Maler, Lautsprecher, bekennend süchtiger Twitterer, Blogger. Dennoch scheine ich nicht ausgelast. *lufthol*

   Tegel 10 ist der Solo-Präsentations-Flug des Grafik-Designers Markus G. Sänger.
Ich möchte Ihnen einen kurzen Überblick über das Spektrum meiner Leistungen geben und Ihnen die Möglichkeiten einer - von meiner Seite sehr gerne gewollten - Zusammenarbeit aufzeigen. Mit anderen Worten, schauen Sie sich in Ruhe an, was ich für Sie tun kann.

   Nationale Kampagnen, Corporate Communications für weltweit operierende Konzerne - habe ich alles schon mit sehr viel Spaß und Herzblut gemacht, aber was am Ende wirklich zählt, ist die eine Idee, die alle Seiten - den Auftraggeber und den Kreativen - glücklich macht. Und die kann sich ebenso gut in einem Flyer für den Nachtclub nebenan oder das Cover für den Debut-Roman manifestieren.

   Was immer Sie umtreibt, bei dem ich Sie unterstützen kann, lassen Sie uns gemeinsam darüber nachdenken, und das Projekt nach vorne bringen.

Ich freue mich auf Sie, willkommen an Bord,
Markus Sänger
 
Na toll!
Im Moment arbeite ich recht üppig, womit ich mich nicht fett genannt wissen möchte - auch wenn ich das hier seit heute Mittag ungekühlt herum stehende Eiermayonnaisendings lieber nicht mehr hätte mit den Restbrötchen aufstippen sollen - da freue ich mich über jedwede Ablenkung. Aber dann passiert mir das ...

Verdammt, der Herr Kanzler, der einzige wahre Mann mit Stil, der Bügeln kann wie ein junger ich, hat mich erwischt, da lese ich voller Interesse seinen Blog und denke, "didumm didummsel ... das ist aber ein zauberhaftes Anliegen mir einen Tweet zu schicken mit einem Link zu seiner regierungsherrlichen Seite" und schon hat er mich am Wickel. Nicht, dass ich Locken hätte um sie zu benutzen, aber vielleicht ist genau das der perfide Plan. Meine nicht vorhandenen Locken mit seinem Wickel zu tunen ... aber zurück zum Stock! Heikooooo, was sind denn das für Fragen - denke ich bei mir, denn bei anderen zu denken wäre so vermessen, wie es mir mein Zollstock versprach, bevor er brach. Aber das ist eine verdammt noch mal ganz andere Geschichte!

Also *räusper* - die Rache ist mein, sprach ich einst - und ich muss wohl mal wieder härter durchgreifen. Was also möchte mein Kanzler von seinem Herrgott wissen, mal sehen:


Kannst Du Dich noch an Dein erstes mal erinnern? Beschreibe es mit EINEM Satz. Ausführlich natürlich. Kommata und Klammern sind erlaubt. Gedankenstriche sind erlaubt. 
Es war ein dunkler Tag, der vom Fehlen jeglichen Lichts dominiert wurde (ich erinnere mich, als wäre es erst vor ein paar Millionen Jahren gewesen) und ich fühlte mich leer, einsam aber derart kreativ, dass ich um einen Akt nicht herum kam und so sprach ich voller Erregung und Tatendrang jene Worte der Lichtwerdung, die seitdem ein gevögeltes in aller Munde Wort darstellen - aber ob ich es jemals wieder tun würde?!  
  
Beruf oder Berufung? Ist das die Aufgabe mit der Du Dein restliches Leben füllen willst?
Ich denke, ich bin einer der wenigen, denen es eine Berufung ist - und das betrifft sowohl meinen verdammten Schicksalsjob des Weltenerschaffers, als auch den in meiner irdischen Tarnung als Mensch, in al seinen Facetten. Es muss nicht die Werbung sein, aber Grafik, Kreativ sein, eben ... *grins* ... Erschaffen liegt mir wohl im Blut. Und das auf vielen Gebieten. Berufung!

Du sitzt mit 70 in Deinem Haus am See. Nenne mir DEN EINEN Satz den Du Deinen Enkeln mitgeben willst?
Verschwendet keinerlei Zeit an Hass, Missgunst oder Neid, und macht etwas Euch glücklich macht!

 Natürlich ist Dir nie was peinliches passiert. Aber mal angenommen, es wäre doch passiert: was könnte das peinlichste sein, das Dir, rein hypothetisch gesehen, je widerfahren ist? 
Ich denke, das wäre der Fall, dass mir beim Schnellnocheinentweetabsetzen das Smarttphone (natürlich Android ;-) ins Klo fällt. Nicht auszudenken ...

Romantik wird überbewertet, oder? Was würdest Du als romantisch bezeichnen? Also wenn Du romantisch sein würdest.
Auf einem Gipfel mit meiner Liebsten sitzen, einfach nur schauen, glücklich sein und schweigen. 


So - wer ist denn nun dran? 
Gedankenhalde
Ulf_Hundeiker
Suppenspucker
Worte wie Wogen
Pan Pagan


Eure 5 Fragen:
Was war das Bekloppteste, das Ihr bislang träumen durftet?
Welche Temperatur sollte Euer Essen im Idealfall haben?
Welches Thema interessiert Euch weltweit von allen Nachrichten am Allerwenigsten und warum?
Wen würdet Ihr zum Weltpräsidenten ernennen (mit Begründung)?
Wenn Ihr ohne Einschränkungen finanzieller oder zeitlicher Natur ein Hobby ausüben künntet, was wäre das?


Regeln für das Stöckchen
• Verlinke die Person, die Dir das Stöckchen zugeworfen hat
• Beantworte die Fragen, die gestellt wurden
• Bewerfe anschließend 5 Leute mit dem Stöckchen
• Gib den Personen Bescheid, dass Du sie ausgewählt hast
• Stelle 5 Fragen, die beantwortet werden müssen

Uff - ich denke, ich danke ... und zwar ab ... sofort zurück zur Arbeit ;-)

Meine neuen Seiten www.tegel10.de (Kommunikation | Werbung | Design) und www.tegel11.de (bildende und freie Kunst) sind online! Schaut doch mal rein und gebt mir gerne Feedback!
Was man als künstlerisch veranlagter Mensch in den mittleren Jahren für sich verinnerlichen muss, ist die Ruhe, dass man nicht binnen der nächsten 5 Jahre sein gesamtes Lebenswerk erschaffen haben muss. Selbst wenn man das sich selbst Vorgenommene nicht vollenden können würde ... der Welt wäre es doch leidlich egal, liebes Ego. Du machst das alles nur für Dich. Vergiss das bitte nicht.
Liebe Freunde der alternativen Musik - vom Schreiben kann ich natürlich genauso wenig leben, wie vom Musik machen, (oder Malen, oder ... :-) aber auch hier offenbart sich mir und meiner "kleinsten Big-Band der Welt" ein innerlicher Zwang zum unaufhaltsamen Weitermachen. Und so kommt es, dass gerade die nagelneuen Band-Shirts, Longsleeves und Co. zur aktuellen CD "Damocles" meiner wundervollen und heißgeliebten Alternative-Rockband PORTER erschienen sind.

Einfach mal stöbern, Größe auswählen und stolz damit angeben, dem Underground ein kennerisches Ohr geliehen zu haben.



Mehr Infos zu PORTER gibt`s auf http://www.porter-online.de/ - www.derherrgott.de/bands oder https://www.facebook.com/porter.rockt

Am anderen Ende der Welt sitzt ein sich selbst wiederholender Schriftsteller und weiß genau, dass es mich auch gibt. Ich reiche Dir die Hand, mein Bruder.

Einen Zugang zum eigenen Ich zu bekommen, einer gesättigten Masse gerecht werden wollend, angesichts auf einen hereinströmender Fluten, ist nahezu unmöglich - nimmt man das ursprüngliche Unterfangen aus Zeile eins derart ernst, wie man das zweitgenannte zu hassen bereit ist. Gab es auch zu allen Zeiten jene Gedanken, opferbereiten, ja im Wortsinne selbstlosen Menschen eine Art oberflächliches Denkmal zu setzen, vergas man bei aller Heldenverehrung mit einiger Zuverlässigkeit stets, die Frage nach dem Kern des Wesens des so Verehrten, dergestalt zu stellen, ob nicht auch genau jener Handlung ohne scheinbar eigenen Profit, ein individuelles Belohnungssystem innewohnt, welches den vermeidlichen Helden erst befähigt, seinen Dienst am Allgemeinwohl zu verrichten.

Keinesfalls die wohltätige Tat in Abrede stellend oder in die Nähe egoistischen Denkens rückend, gebe ich schlicht zu Bedenken, das sogar der reinste und viel zu selten auftretende Altruismus sein ganz eigenes psychologisches Motivationsprogramm mitbringt. Das Helfen an sich kann für dementsprechend emotional Determinierte ein Suchtpotential sondergleichen darstellen, welches des schlichte, von Gier angetriebene Streben nach dem "Mehr" nicht nur die ebenbürtige Stirn bieten kann, sondern einen so mächtigen Schatten erzeugt, der das Restglimmen der Raffgier leicht erstickt. Und das ist auch gut so. Denn schafft man es, die eingangs bemühte Masse, sich in einer so selbstlosen Form aufopfernd, komplett zu ignorieren, dass es derselben wie der pure Dienst an ihr erscheinen muss, ist man auf einem guten, emanzipatorischen Weg, dem eigenen Weg wohlgemerkt, sich eine Enklave des Ichs zu erschaffen.

Die Möglichkeiten der Freiheit, die sich nun seltsamerweise auftun, sind protegiert durch das staunende, aber auch weitestgehend desinteressierte Wohlwollen der Masse, da man als "Nicht Begriffener", plötzlich so unendlich viel mehr Raum zum Atmen erhält, dass es einen zunächst erschrecken mag.

Der Helfer ist in dieser sich kreativ ausweitenden Blase dem Künstler, der das Ansehen der Masse am Besten nicht nur weitgehend, sondern, um der Freiheit der Kunst und seiner selbst, in Gänze ausblendet, ganz nah. Näher, als man es vermuten könnte. Näher, als jeder der beiden es zugeben würde. Und dennoch schaffen beide auf ihre Weise etwas Relevantes, ja Gemeinnütziges, weitab der gängigen Verhaltensweisen, fernab des gesellschaftlich geförderten, per Dividende belohnten Raubtiersystems. Und im Kern, im Idealfall finden beide das, was so viele verloren glauben: Ihre Bestimmung, ihr Ich. Und ... die Wahrheit.

Was Hähme war wird Mitleid sein.

Was haben wir nicht alles über „den“ Amerikaner an sich, als Klischee und Archetyp des egozentrierten, eher mindergebildeten und in jedem Falle bis an die Zähne waffenstarrenden Menschen nachgedacht, gerätselt, geurteilt, gelacht. Wie haben wir die Cowboy-Mentalität republikanischer Präsidenten wie Reagan und der Mitglieder des Bush-Clans geschimpft. Wie einig und sogar stolz fühlten wir uns, als Bush jr. uns als das „alte Europa“ vermeidlich zu beschimpfen versuchte und uns unserer viel zu wenig aggressiven Haltung bezichtigte. Ich selber erinnere mich übrigens an jenen Moment, als den Punkt, da die meisten aus meinem Umfeld, mich eingeschlossen, ihren Antiamerikanismus, sowie auch das sich Besinnen auf die eigenen Stärken und ethischen Ansichten eines geeinten Europas, auf dem Höhepunkt sahen. Doch das sei hier nur deshalb nebenbei kurz erwähnt, da dieses Gefühl der moralischen Überlegenheit gegenüber einer – von Mitteleuropa aus gesehen – durchaus zum billigen Revanchismus neigenden Nation mit Weltvormachtsstellungsanspruch, die ihren Zenit vermutlich seit einigen Jahren hinter sich gelassen hat, niemals größer war, als in diesen Tagen, nach Beginn des zweiten Irak-Krieges.

Überhaupt: Krieg. Faktischerweise haben die Amerikaner und ihre Alliierten gerade Deutschland mit Hilfe des Eingreifens in den von Nazideutschland verschuldeten Krieg, nicht nur von der furchtbaren Katastrophe eines Greuel- und Verdummungsregimes befreit, dazu Europa und die Welt noch vor viel mehr unnötigen Opfern bewahrt, sondern dem Nachkrigsdeutschland auch zu wirtschaftlicher Stärke und sozialem Wohlstand verholfen, wenn auch, das sei aber verziehen, natürlich nicht ohne eigene Interessen. Mitunter ist dieser Umstand auch der Grund, dass ich das Amerika der Jetztzeit nicht schlicht sich selbst überlassen, mild lächelnd zusehen möchte, wie diese stets auf sich bezogene Nation langsam ausbrennt und den Weg aller irdischen Superimperien geht. Es geht mir um Mitleid.

Paradoxerweise oder eben als direkte Konsequenz aus der kriegerischen Befreiung aus dem Krieg haben gerade die Mitteleuropäer, als – böse gesagt – letztendliche wirtschaftliche Kriegsgewinnler, eine Art Kriegs-Getöse-Intoleranz entwickelt – zum Glück, möchte ich hinzufügen. Diese darf man nicht wirklich mit einem absoluten und finaldefensiven Pazifismus verwechseln (unterschlagen sei hier allerdings Westerwelles jämmerliche Libyen-Enthaltung 2011), sondern sollte stattdessen verstehen, dass Europas innerer Frieden seit dem Ende des zweiten Weltkriegs durch eine (für viele inzwischen zu schnell) gewachsene politische Einheit – ja, auch der Euro ist eines der Instrumente für diese, liebe Euro-Kritiker – gewährleistet wird. Über all die Jahre und wechselnde Regierungen in den unterschiedlichen Ländern Kern-Europas hinweg hat sich, auch vor dem immerpräsenten Hintergrundes der verheerenden Kriege des 20. Jahrhunderts, somit eine Art Psychologie des friedfertigen Intervenierens entwickelt. Und der sanfte Zwang zu Kooperation und Einheit hat den Europäern meiner Ansicht sehr gut getan und ist ein Garant für ein dauerhaft friedfertiges und zielgerichtetes Zusammenleben, steht aber eben auch – neben all der nationalen Vorurteile die es selbstverständlich gibt und immer geben wird – für eine gewachsene Kultur der Diskussion untereinander. Das Wort ist hier eben gewichtiger, als das Schwert.

Nato hin oder her, die Vereinigten Staaten hatten und haben einen solchen ersatzfamiliären Verbund (inklusive der familiär üblichen Streitereien selbstverständlich), ein diskutativ die Inhalte überprüfendes Korrektiv nicht. Die Amerikaner sind seit Generationen, gerade auch seit jener Zeit, da sie sich als Weltmacht sahen, initiierten und dieser Einstellung entsprechend handelten, der gefühlte Mittelpunkt, nicht nur ihrer, sondern auch der ganzen Welt überhaupt. Selbst politische Partner werden zwar angehört, aber äußerst selten wirklich ernst genommen, könnte eine – im schlimmsten Fall kritische – Meinung von außen, doch die eigene Integrität bezogen auf das Wohl Amerikas verwässern und somit gefährden. Dies ist beim amerikanischen Bürger eine mit Sicherheit noch weitaus ausgeprägtere Einstellung, als bei der jeweiligen Administration.

Mit einiger Überheblichkeit wird den Amerikanern und ihren Urängsten von Wehrlosigkeit und militärischer Unterlegenheit aktuell angesichts der Verkleinerungspläne der Obama-Administration der absolut überteuerten US-Armee seitens der Europäer begegnet. Gerade die Konservativen in den USA, ich verorte hier mal besonders die küstenfernen Regionen – vom Bible-Belt möchte ich lieber erst gar nicht anfangen – als Epizentren der Stammtischsorge, haben regelrecht Angst (war das nicht mal ein deutsches Copyright?) vor einer wie auch immer gearteten Abrüstung und ergehen sich in Weltuntergangsfantasien, wenn Amerika nicht mehr in der Lage ist, zwei Kriege gleichzeitig, wohlgemerkt fern der Heimat, zu führen. Dabei sind auch Obamas Demokraten nicht zum unpopulären Pazifismus oder gar einer Art Empeacementpolitik übergetreten, sondern werden stattdessen von rein wirtschaftlichen Sorgen und Bedenken gelenkt. Für den von uns im Klischee gemalten Durchschnittsamerikaner mutet dieses Vorhaben ähnlich bedrohlich an, wie seine eigene Waffen reduzieren oder gar abgeben zu müssen.

Klar ist es verzwickt, wenn man sich jahrelang zur Wahrung der eigenen wirtschaftlichen Interessen zum internationalen staatlich gelenkten und per Bürgermeinung und Selbstverständnis legitimierten Aggressor Nummer eins und somit zur Zielscheibe für ebensolchen Revanchismus gemacht hat, den man im Prinzip ja selber stets vertreten und praktiziert hat. Im bibeltreuen Amerika gilt schließlich seit jeher das Westernklischee der 1:1-Vergeltung, des Auge-um-Auge-Prinzips. Und das auch auf international-politischer Bühne. Die Ereignisse der letzten zwei Jahrzehnte, sowie die politischen Umbrüche seit Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs und dem Ende des kalten Krieges haben natürlich auch in den USA zu einem Umdenken geführt. Allerdings offensichtlich nicht zu jenem notwendigen selbstreflektiven, sondern eher zu einer weiteren Abschottung von der Welt im nach wie vor elitär gesteuerten kollektiven Denken, bei gleichzeitigem Beibehalten des Anspruchs, die Weltmacht überhaupt zu sein. Ignoriert werden dabei recht fahrlässig die Tatsachen der wachsenden Weltmächte China und Indien, das erwachende Selbstbewusstsein der bislang so (sehr wohlwollend begleitet) erfolgreich unterdrückten arabischen Völker oder auch das geschichtlich stets wiederauftretende Phänomen einer imperialen Macht, die immer dann unterzugehen begann, wenn die Militärausgaben prozentual zum Bruttosozialprodukt (auch wenn das nun wirklich nicht schon zu Urzeiten erhoben wurde) in derart exorbitante Höhen schnellten, wie es in den USA derzeit der Fall ist.

Das aus europäischer Sicht Spannende an der aufkommenden kollektiven Angst der Amerikaner vor dem Verlust einer weltweiten Vormachtstellung ist, dass diese völlig unbegründet und unnötig wäre, würden sie sich von diesem inneren Teufel befreien können, der die Bildung und die Aufrechterhaltung eines eigenen Selbstbewusstseins nur angesichts weltweiter Achtung (und sei sie ausgelöst durch Angst vor der Macht des Stärkeren) und Wirkungskreise voraussetzt. Paradoxerweise definiert sich die amerikanische Bevölkerung scheinbar in der Tat über ihren Status in der Welt, welche sie andererseits absolut nicht interessiert, da man selber ja den Mittelpunkt derselben bei sich verortet hat. Amerika ist eines der ersten Paradebeispiele für eine durchglobalisierte Welt, der US-Normalbürger will aber andererseits mit dieser nicht allzu viel zu tun haben und hält sie allenfalls noch für wild, fremd und gefährlich. Das Ganze gleicht dem Dilemma einer Diva, die mit sich und ihren eigenen Problemen sowie der innerlichen Leere nicht klarkommt, das alles aber erfolgreich verdrängen kann, solange die Boulevard-Presse noch Titelstories über sie bringt. Eine Nation, für die eine soziale Krankenversicherung bedrohlicher zu sein scheint, als der Kommunismus zu Zeiten des Kalten Krieges, kann gar nicht dazu im Stande sein, sich nicht als Global Player erster Instanz zu sehen, sondern sich um dringende innenpolitische Belange zu kümmern. Das allgemeine Bewusstsein ist ein durchaus gewachsenes, jedoch kaum fähig zu einer Richtungsänderung des Denkens. Zu einem Besinnen auf sich selbst und damit auf das wirkliche Allgemeinwohl der eigenen Bevölkerung. Und so kommt es zu einer äußerst spannenden Feststellung: Das Musterland des Egoismus muss lernen, sich auf sich selbst zu besinnen. Damit wären schon Individuen mitunter überfordert.

Wenn US-Amerikaner in der Lage wären, sich selber weniger wichtig zu nehmen, möchte ich unterstellen,wären sie zum einen wesentlich weniger ängstlich, zum anderen angenehmere, weil weniger überhebliche Gesprächspartner auf politischer Ebene. Man kann nun weder die erlebte Geschichte, noch das anerzogene Denken von heute auf morgen ändern, aber wären Amerikaner in der Lage einmal mit den Augen militärisch weit weniger aggressiv aufgestellten, dafür politisch wesentlich besser und loyaler vernetzter Staaten auf die Welt zu schauen, wären sie von ihrer aktuellen „American-Angst“ um ein gutes Stück entlastet, und könnten dem vorbeugen, was im Falle des Weiterfahren ihres bisherigen expansiven, wirtschaftlichen und militärischen Besitzstand wahrenden Kurses unweigerlich bevorsteht: der noch tieferen Spaltung der ohnehin fatal auseinander dividierten sozialen Schichten, der Verarmung eines Großteils der Bevölkerung, dem Fall in die vielleicht nicht sofortige politische, wohl aber moralische, und dank Guantanamo und ähnlichen unumkehrbaren Verfehlungen langsam auch völkerrechtliche Isolation.

Auch wenn Obamas militärischer Schritt in Richtung der angestrebten Verkleinerung der US-Streitkräfte nicht der Vernunft entspringt, ist er dennoch unterbewusst ein Schritt in die richtige, psychologische Richtung – den nach wie vor perversen und völkerrechtlich durch nichts gedeckten Hang zum Einsatz von unbemannten Dronen zur weltweit praktizierten Tötung „Verdächtiger“ jetzt einmal ganz außen vor gelassen. Der inzwischen „kranke Mann von Chesapeake Bay“ wurde zwar laut Zitat „mit dem Gewehr in der Hand geboren“, nun wird es aber Zeit, der Vernunft das Wort zu erteilen. Auch wenn in Zeiten der grenzdebilen und jegliche Vernunft verneinenden Tea-Party-Bewegung, mit in der Tat sogar wohlwollend nur als dumm zu bezeichnenden Köpfen an der Spitze, das Gegenteil zu befürchten ist, wünsche ich Amerika eine baldige Kehrtwende, weg vom angstgesteuerten Kurs eines waidwund um sich beißenden Hundes, der noch nicht verstanden hat, dass die Zeiten, dass die ganze Welt sich geändert haben, hin zu einem verlässlichen Partner, dessen fragwürdiges Ansehen in der Welt nicht mit Waffengewalt erzwungen werden muss, sondern auf wahren Leistungen und Vernunft beruht.